Diversity in Tech, Pokémon, Upstreaming - Issue #29

Ich zögere ja noch mir Pokémon Go auf dem Handy zu installieren. Weil a) mein Handy sich vermutlich g
Diversity in Tech, Pokémon, Upstreaming - Issue #29
By Johannes Klingebiel • Issue #29
Ich zögere ja noch mir Pokémon Go auf dem Handy zu installieren. Weil a) mein Handy sich vermutlich gnadenlos aufhängen würde und b) es in der Prüfungszeit vielleicht eine eher schlechte Idee ist sich ein neues Spiel anzulachen. Apropos Prüfungszeit: Es kann sein, dass ich nächste Woche nicht dazu kommen werde einen Newsletter zu schreiben. Sollte also keiner bei dir eintrudeln, dann bist du hiermit vorgewarnt 😉.
In diesem Sinne,
Rockt die Woche!
Johannes

Diversity in Tech
Die Tech-Branche  ist nicht die einzige Branche in der eine oft weiße, männliche Mittelklasse-Monokultur herrscht, aber eine der Branchen in denen sich diese direkt auf das Leben von Menschen auswirkt. Es ist auf jeden Fall ein Thema, das auch in Deutschland deutlich stärker diskutiert werden sollte.
+ Algorithmen sind niemals neutrale Konstrukte, wie dieser NYT Artikel aufzeigt. Gute Beispiele sind hier unter Anderem Googles Photo Algorithmus, der farbige Menschen in vielen Fällen als Gorillas identifiziert oder Nikons Kamera Algorithmus, der Asiaten als durchgehend blinzelnd erkannte. Unschöne Probleme, die wahrscheinlich mit einem deutlich vielfältigeren Team an Entwicklern aufgefallen wären. Das Problem: Die Entwickler-Monokultur reproduziert sich selbst, denn viele Jobbörsen Algorithmen zeigen weiblichen Jobsuchenden oder Jobsuchenden aus Minderheiten Stellen in der Techindustrei deutlich seltener an.
+ Auch künstliche Intelligenz in ihrer jetzigen Inkarnation ist gefährdet durch die Ungleichheit in Tech. Heutige Intelligenzen lernen auf Basis eines Datensatzes Probleme zu lösen. Das Problem ist dabei der Datensatz, denn wenn dieser nicht ausreichend vielfältig ist, laufen Entwickler Gefahr Intelligenzen mit Vorurteilen zu erschaffen.
+ Apple unternimmt in den letzten Jahren deutliche Anstrengungen, nicht nur für das Klischee des “Apple Mans” zu entwickeln. Gute Beispiele hierfür sind beispielsweise (verspätete) Features, wie Perioden-tracking in Health Kit oder Wheelchair tracking für die Apple Watch (≈Schrittzähler nur für Rollstühle). Auch hat sich das Marketing von Apple deutlich geändert, weg vom weißen Mitvierziger, hin zu einer sehr diversen Alters- und Hautfarbenmischung. Sehr angenehm zu sehen.
Ich komme nicht darum nicht auch etwas zu Niantics Pokémon Go zu schreiben. Wer es nicht kennt: Pokémon Go ist so ziemlich der Traum jedes Kindes, dass mit den Pokémon Spielen auf dem Gameboy groß wurde. Und zwar rauszugehen und Pokémon in “freier Wildbahn” zu fangen.
Pokémon Go ist aber nicht nur auf der spielerischen Ebene ein echtes Phänomen, denn es schafft, was bisher kaum ein anders Spiel geschafft hat: Es erzeugt analogen Traffic. Weil das Spiel auf Google Maps Daten basiert überlappen sich Spielorte mit realen Orten, wie Cafés, Parks oder anderen öffentlichen Plätzen. Manche dieser Orte haben bereits die Chance gewittert über In-Game Features Spieler anzulocken. Forbes hat dazu auch einen Guide geschrieben.
+ Die Nutzungszahlen sind auch spektakulär. Bisher hat Pokémon Go mehr aktiver tägliche Nutzer als Tinder und nähert sich der Grenze zu Twitters aktiven Nutzern. Außerdem verbringen Nutzer mehr Zeit in der App als beispielsweise Snapchat oder WhatsApp. Mal sehen, wie sich diese Zahlen auf lange Sicht entwickeln werden.
Snapchats neue Speicherfunktion ist eine etwas ausführlichere Betrachtung wert. Jonathan Wegener argumentiert, dass es Snapchats Ziel ist die Nummer Eins Fotografie-App auf dem Smartphone zu werden. Die Idee: Wenn Nutzer direkt Snapchat ansteuern, um Momente aufzunehmen, werden sie noch weniger Facebook oder Instagram nutzen.
Anmerkung: Viele (deutsche) Tech-Journalisten, Marketer, etc. in meiner Timeline waren interessanterweise der Meinung, dass mit dem Einführen der Speicherfunktion, Snapchat seine Nutzer vergraule, weil sie die Vergänglichkeit der Inhalte schätzen. Ich glaube, dass diese Einschätzung falsch ist, weil Snapchats Killerfeature vielmehr der intime Raum der Kommunikation ist, den die App bietet. Ein Raum, der durchaus auch durch die Vergänglichkeit der Inhalte profitiert, aber eben nicht nur. Snapchat wird durch das Update nicht mehr nur zu einem Raum für Momentaufnahmen, sondern auch für Erinnerungen.
+ Ein Erklärtext, der die Hintergründe von Snapchats Geofiltern beleuchtet, sowie die Industrie, die um diese entsteht. Die These: Geofilter sind die neuen Hashtags
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Johannes Klingebiel
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