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Dieser Newsletter trickst KI-Recruiter aus 🤯

Eigentlich hätte ich schon beim letzten Mal lernen sollen, dass Newsletter auf dem Handy schreiben ni
Dieser Newsletter trickst KI-Recruiter aus 🤯
Von Johannes Klingebiel • Ausgabe #91 • Im Browser ansehen
Eigentlich hätte ich schon beim letzten Mal lernen sollen, dass Newsletter auf dem Handy schreiben nicht funktioniert. Weswegen sich der letzte Newsletter leider komplett ohne Einleitung auf den Weg machte.
Lektion gelernt.
Rockt die Woche,
Johannes
P.S.: Du wachst eines morgens als Jeff Bezos auf. Jetzt gib all sein Geld aus! 🤑
P.P.S.: Ich bin am 26.-27.10. auf dem Zündfunk Netzkongress in München und auf jeden Fall für einen Kaffee/Tee/Bier zu haben ✨

Lebenslauf SEOVorletzte Woche machte ein Reuter-Bericht über einen inzwischen eingestelltes Recruiting-System von Amazon die Runde, dessen Machine Learning Algorithmus Bewerbungen von Frauen systematisch schlechter einstufte, als die von Männern.
Dadurch, dass der Algorithmus auf den Bewerbern der letzten Jahre trainiert wurde, lernte er, dass Amazon männliche Kandidaten bevorzugte. Er bildete also in gewisser Weise die Realität des Unternehmens ab. Und auch das Entfernen der Geschlechter der Bewerber änderte daran nichts, da das System Proxy für diese fand und Frauen weiterhin abstrafte.
(Es ist eines der größten Probleme von ML-Anwendungen, denn die erkannten Muster dieser sind nicht unbedingt echte Muster. ML ist nicht in der Lage, zwischen Kausalität und Korrelation zu unterscheiden.)
+ Der Artikel selbst zitiert eine Studie, nach der 55% aller Recruiter davon ausgehen in Zukunft eine Form von “KI” einzusetzen. Tatsächlich sind Applicant Tracking Systems (ATS), also Software, die hilft, Bewerber auszuwählen, bereits jetzt stark verbreitet in verschiedensten Ausführungen. Und wer nach “trick ATS” oder “cheat ATS” sucht, findet hunderte Artikel und Tipps, wie die Bewerbung für den Algorithmus optimiert werden kann. Oder man kann £9.000 für einen Kurs zahlen, der Teilnehmer darauf trainiert, an den Automatismen Londoner Finanzunternehmen vorbeizukommen.
+ Sowohl LinkedIn als auch Startups arbeiten an ML-Systemen, die bewusst gegen Gender Gap und Diversity-Probleme vorgehen sollen. Eine gute Intention, jedoch löst Software keine Outreach-Probleme oder stellt Bewerber am Ende tatsächlich ein.
Jenka 🐛
Everyone: in the future there wont be any jobs for anyone to do Also everyone: we are facing a global, existential threat that will require us to transform energy, cities, agriculture, transportation, manufacturing in oder to decarbonize all of civilization.
6:02 AM - 8 Sep 2018
WhatsApps Fake News Problem, Teil 2—Ich hatte bereits vor über einem Jahr darüber geschrieben, dass WhatsApp ein immer noch unterbeobachtetes Verbreitungsnetzwerk für Propaganda, Falschmeldungen und Manipulation ist. Denn seine Verschlüsselung und Undurchsuchbarkeit der Netzwerke machen diese weder messbar noch auffindbar für Journalisten und Moderatoren. Dazu kommt, dass WhatsApp gezielt im globalen Süden für politische Kampagnen eingesetzt wird, die sich so der zivilen Kontrolle und Gesetzen entziehen können.
According to André Torreta [the CEO of Ponte Estratégia, the Brazilian partner of Cambridge Analytica] WhatsApp will be the most influential network in the upcoming elections in Brazil – unlike the United States, for example, where Facebook and Twitter dominate. (Quelle)
Es ist also wenig überraschend, dass der rechtsnationale brasilianische Kandidat Bolsanaro von einer koordinierten und illegalen Propaganda-Kampagne über WhatsApp zu profitieren scheint. (Und ausgerechnet Youtuber gewinnen wahrscheinlich in Brasilien Kongresssitze)
+ Indien ist in einigen Fällen bereits dazu übergegangen in einigen Regionen das Internet abzuschalten, um die Verbreitung von Fake News zu untergraben.
+ Ein sehr grundsätzliches Problem ist auch die Tatsache, dass sich Facebook & Co. auf die Arbeit von Journalisten zu verlassen scheint, anstatt aktiv gegen solche Kampagnen vorzugehen. Wieder und wieder reagierte der Konzern erst, nachdem Missstände von Medien aufgedeckt wurden und auch dann nur in sehr begrenztem Umfang.
The companies have all the tools at their disposal and a profound responsibility to find exactly what journalists find — and yet, clearly, they don’t. The role that outsiders currently play, as consumer advocates and content screeners, can easily be filled in-house. […] The reliance on journalists’ time is particularly paradoxical given the damage that the tech companies are doing to the media industry.
+ Ein letzter Punkt: Ausgerechnet Breitbart hat eine geleakte Google-Präsentation in die Finger bekommen. Breitbart selbst nutzt das Dokument, um sein Narrativ der unterdrückten amerikanischen Rechten zu füttern. Tatsächlich ist die Präsentation aber viel mehr ein Indiz über den internen Kampf Googles mit der veränderten Kommunikationslandschaft und der eigenen Rolle darin. Die ganze Präsentation findet sich hier. (Keine Angst, kein Breitbart-Link)
Merkwürdiges & Anderes
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Johannes Klingebiel

Ein unregelmäßiges Zine rund um Technologie, Internet, Publishing und Merkwürdiges.

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