Dark dark social - Issue #13

(Ich habe mich die letzten Tage öfter dabei ertappt Flug- und Ticketpreise für das SXSW in Austin zu
Dark dark social - Issue #13
By Johannes Klingebiel • Issue #13
(Ich habe mich die letzten Tage öfter dabei ertappt Flug- und Ticketpreise für das SXSW in Austin zu googlen, nur um die Fenster gleich schnell wieder zu schließen. Vielleicht schaffe ich es einmal in zwei oder drei Jahren nach Texas oder eventuell auch früher, wenn ich im Lotto gewinnen sollte. Alternativ vielleicht dann ein Kickstarter 😉)
Anyway: Worüber ich eigentlich schreiben will ist der Begriff des „Dark Social“. Das klingt zwar nach Hackern und Darknet, bezeichnet aber eigentlich nur soziale Medien, die nicht von außen einsehbar oder trackbar sind. Klassischerweise sind das beispielsweise Newsletter, wie dieser hier, oder Messenger, wie WhatsApp oder Telegram. Zwar haben auch Netzwerke wie Tumblr oder Instagram ihre dunklen und unbekannten Tiefen, diese bleiben jedoch immer von außen erreichbar.
Snapchat auf der anderen Seite, ist wieder ein Phänomen für sich. Zu erst einmal erlaubt das Netzwerk keine nachhaltige Kommunikation über Text. Zwar verfügt der Messenger über einen Chat, der aber auch nach spätestens 24 Stunden spurlos verschwindet. Snapchat ist in diesem Sinne einzigartig als soziales Medium, weil es Kommunikation auf die rein visuelle Ebene reduziert und dadurch gleichzeitig eine neue Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten erlaubt. Das Netzwerk ist damit nicht nur „dark social“ sondern vielmehr „dark dark social“, denn seine Kurzlebigkeit, Abgeschlossenheit und der visuelle Fokus machen es unmöglich einen Blick in die Aktivitäten seiner Nutzer bekommenm der länger als 12 Sekunden ist. Es bleibt unbekannt, was Nutzer gerade interessiert, über was sie kommunizieren oder wie sie es einander mitteilen, es sei denn sie entschließen sich dies persönlich mitzuteilen. Aber genau das ist wahrscheinlich das schöne an Snapchat.
In diesem Sinne: Snapt die Woche!
Johannes
(P.S. Snapgeist startet heute—Ein kleiner Scheinwerfer in die Düsternis)

Das Pew Research Center hat seine jährliche Studie über das Kommunikationsverhalten amerikanische Jugendlicher herausgegeben. Die wichtigsten Erkenntnisse:
  • Facebook dominiert die Nutzungsgewohnheiten der Befragten weit vor den Konkurrenznetzwerken Instagram und Snapchat
  • Mädchen nutzen Social Media stärker als Jungs, die lieber Zeit mit Computerspielen verbringen
  • Wohlhabende Jugendliche tendieren stärker zu Snapchat und Instagram
Auch wenn die Studie auf Amerika begrenzt ist lohnt sich ein Blick in die Zusammenfassung.
Ich finde es interessant zu sehen, dass Nutzerstudien auf Snapchat beinahe schon sozialwissenschaftliche Millieustudien sind. Buzzfeeds Reporter Ben Rosen hat seine 13jährige Schwester und deren Freundin Elsbitch interviewed, um einen Einblick in die Welt jugendlicher Snapchatter zu bekommen, die sonst verborgen bleibt. Lustig und kurzweilig.
Vor etwa zwei Monaten startete das Washington Journal als erste Zeitung auf Snapchat Discover mit einem eigenen Channel. Das erste Fazit nach zwei Monaten ist dabei überraschend positiv. Jede Story des WSJ ist aufgebaut wie ein kurzes Magazin mit einer schicken Kombination aus Grafiken, Text und Video. Ein Produktionsaufwand, der sich wohl lohnt, denn durchschnittliche verbringen Nutzer 30 Sekunden auf jedem einzelnem Snap.
Wenn jemand wieder einmal anzweifelt, dass Journalismus auf Snapchat funktionieren kann, dann solltest du ihm einfach nur dieses Video der WSJ Snaps schicken.
Dj Khaled ist eine Sensation für sich und ein gutes Beispiel dafür, welche wirren Vorkommnisse oft auf neuen Netzwerken entstehen können und die Internet-Kultur rund um sie. Aber um Dj Khaled einmal in Perspektive zu setzen: Ein Mann mit einem 500$ Smartphone hat ein größeres Publikum als The Big Bang Theorie, eine Show mit einem Budget von 100.000.000$.
Wie sieht eigentlich der Tag eines MTV Snapchat Producers aus? Ein Wort: Stressig!
Merkwürdiges & Anderes
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