Crypto- & Geschmacksblasen ūüéą

Als ich vorletztes Wochenende zusammen mit meiner Freundin Paris erkundete fiel mir eine Sache auf: F
Crypto- & Geschmacksblasen ūüéą
By Johannes Klingebiel • Issue #62
Als ich vorletztes Wochenende zusammen mit meiner Freundin Paris erkundete fiel mir eine Sache auf: Fidget Spinner waren √ľberall und mit √ľberall meine ich, dass sie jeder Stra√üenverk√§ufer hatte. Es ist eine eigentlich bemerkenswerte Anekdote √ľber globalisierte Lieferketten und die Reaktionsgeschwindigkeit, mit der selbst halblegale Stra√üenh√§ndler auf Trends aufspringen k√∂nnen.
Full Disclosure: Ich habe keinen Fidget Spinner gekauft.
Rockt die Woche!
Johannes

(Klick auf Bild zur Quelle)
Bei der Recherche zu Kryptow√§hrungen st√∂√üt man schnell auf ein sehr ernsthaftes Problem: Es gibt eine gro√üe Menge Blogs, die mit Begeisterung unkritisch √ľber die Chancen und M√∂glichkeiten berichten, w√§hrend gro√üe Medienh√§user diese gr√∂√ütenteils ignorieren. Und das obwohl Kryptow√§hrungen wie Bitcoin, Etherum oder Ripple zusammen ein Marktvolumen von 3,3 Milliarden Dollar besitzen. Deshalb ist es schwer ein ausgeglichenes Bild des derzeitigen Zustandes von Bitcoin & Co. zu zeichnen, wie ich es an dieser Stelle gerne getan h√§tte.
+ Es muss jedoch angemerkt werden, dass der Wert von Kryptowährung fast ausschließlich durch Spekulation getrieben ist. Soweit, dass Google Trend Analysen und Wikipedia Zugriffe fast 1-zu-1 die Preisentwicklungen wiederspiegeln. (Ganze Studie)
+ Ben Thompson vergleicht in einem etwas l√§ngeren Artikel Kryptow√§hrungen mit der Tulpen-Blase des 17. Jhds., sowie der Dotcom-Blase. Sein Schluss: Eine Krypotw√§hrungs-Blase existiert, sagt aber wenig √ľber die Zukunft der Technologie aus.
+ Wer trotzdem Lust hat, in Bitcoin oder Ethereum zu investieren, dem sei dieser Guide des Economist ans Herz gelegt, der beide Währungen vergleicht und Risiken und Chancen aufzeigt. Gleichzeitig aber eine Warnung: Kryptowährungen sind derzeit keine sicheren Anlagen, sondern Spekulationsobjekte.
Um bei Blasen zu bleiben: Das Prinzip der Filterblase d√ľrfte dir ja bereits gel√§ufig sein. Also, dass Personalisierungs-Algorithmen dazu neigen uns immer mehr des Gleichen zu zeigen und so unsere Meinung beeinflussen k√∂nnen. Kollateralschaden sozusagen. Backchannel hat jetzt¬†ein sehr sehr gutes Interview mit dem ‚ÄúErfinder‚ÄĚ der Filterbubble gef√ľhrt.
Eine Sache, die auch selten Beachtung findet, ist die Frage, wie sich Filterblasen möglicherweise auch auf andere Aspekte auswirken können, wie Modegeschmack, Musikgeschmack oder die Pizzas, die ich bestelle. 
+ Ein anderes Beispiel f√ľr die Auswirkungen von Algorithmen sind Amazons Buchl√§den, die von einem solchen kurratiert werden. Die Folge: Nischen werden ignoriert und dadurch f√ľr den Besucher nicht auffindbar, wenn nur der Geschmack der Masse wiedergespiegelt wird.
Datengetriebene Entscheidungsmaschinen machen unterm Strich nur Sinn, wenn ich nicht √ľberrascht werden will.
Merkw√ľrdiges & Anderes
Did you enjoy this issue?
Johannes Klingebiel
Ein w√∂chentliches Zine rund um Technologie, Internet, Publishing und Merkw√ľrdiges.
Tweet     Share
Carefully curated by Johannes Klingebiel with Revue. If you were forwarded this newsletter and you like it, you can subscribe here. If you don't want these updates anymore, please unsubscribe here.