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Von Johannes Klingebiel • Ausgabe #105 • Im Browser ansehen
Willkommen zurück! Ich weiß, ich schaffe es momentan nicht wirklich meinen zweiwöchentlichen Rhythmus mit diesem Newsletter einzuhalten. Das liegt vor allem an meinem Wunsch außerhalb der Arbeit weniger vor Bildschirmen zu sitzen. Ich hoffe aber, ich kann gegen Herbst wieder das normale Tempo aufnehmen.
In der Zwischenzeit: Genießt Urlaube, schmelzt nicht und rockt allgemein die Wochen!
Johannes

The Information hat sich den Stand von Alexa als Plattform einmal angesehen und das Ergebnis ist eher… ernüchternd. Der Text liegt leider hinter einer Paywall, aber hier ein paar der zentralen Fakten:
Alexas B2B Sparte hat 2018 unter 300.000€ Umsatz gemacht, nur 2% aller Nutzer kaufen über Alexa ein (und die meisten danach nicht wieder) und nur ein paar hundert Uber-Fahrten werden täglich über Alexa gebucht (unter 0.002% aller Buchungen).
Es spricht also vieles dafür, dass der erhoffte Durchbruch von Voice Interfaces, bzw. Voice Interfaces als Nachfolger des Smartphones nicht eingetreten ist und vielleicht auch nicht eintreten wird.
+ Was bei den immer noch zahlreichen UX-Problemen von Sprache als Interface nicht überraschen sollte.
Spoken language existed for hundreds of thousands of years before writing was invented. Writing has always been artificial. It resembles spoken language but it was designed to communicate at a distance. Intent, utility, and flow are meaningful concepts in written language. There was always a reason to write something down. But spoken language is different.
Die UX von Star Trek
Die UX von Star Trek
Entsprechend ist es vielleicht auch an der Zeit, die Idee von Voice als “the next big thing” an sich zu hinterfragen. Eine Vision, die nicht zuletzt durch Science Fiction wie “Star Trek” oder “Her” inspiriert wurde. (Star Trek war nach Aussage Bezos‘ tatsächlich die direkte Inspiration für Alexa.)
Nur hier ist das Problem: Star Treks Vision einer sprachgesteuerten Zukunft entstammt weniger echter visionärer Vorhersagen, sondern viel mehr der eingeschränkten Realität von Computern in den 60ern.
Captain Kirk never pulled out a keyboard, because the idea was that computers were not meant to be messed with by users. They were instrumentation, for doing advanced sorts of mathematics and using it to decide which colored bulb to light. There’s no keyboard because there is no text, anywhere, on any computer on the Enterprise to edit.
Die “Star Trek”-Vision von Sprachoberflächen ist also nicht “post-keyboard”, sondern “pre-keyboard”. Und ist eine gute Erinnerung daran, dass SciFi immer ein schlechtes Werkzeug dafür ist, die Zukunft vorherzusagen. Denn dies bedeutet fast immer den Kontext einer Vision, bzw. der Geschichte misszuverstehen.
(Was nicht bedeutet, dass man nicht trotzdem an Alexa Apps, etc. arbeiten darf und vielleicht auch sollte. Ich würde nur die Erwartungen etwas nach unten korrigieren.)
Merkwürdiges & Anderes
Auf dem Radar: Overtime, ein New Yorker Sportjournalismus-Startup mit Fokus auf junge Basketball-Talente und der Logik von Youtube Influencern.
Copa90, ein digitales und globales Fußball-Magazin mit einem eigenen Bier, Fan-Shop und Pop-Up Clubhäusern in Paris zur Frauen WM.
Lyrical Lemonade, der Blog und Youtube Kanal des Video Directors Cole Bennett, der sich zum heißesten Ort für aufstrebende Rapper und Hip Hop Künstler entwickelt hat. Inzwischen auch mit eigenem Festival und… einer Limonade.
(Man merkt an dieser Stelle mal wieder wie langweilig deutsche Medien doch sind…)
Scott Smith
What if the French army ended up in a future conflict with sci-fi writers?
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Ein unregelmäßiges Zine rund um Technologie, Internet, Publishing und Merkwürdiges von Johannes Klingebiel.

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