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Communities, Kulte & Clubhäuser 🏠

Ich habe diesen Newsletter angefangen bei 33 Grad, offener BalkontĂĽr und einem Spritz und beende ihn
Communities, Kulte & Clubhäuser 🏠
Von Johannes Klingebiel • Ausgabe #122 • Im Browser ansehen
Ich habe diesen Newsletter angefangen bei 33 Grad, offener BalkontĂĽr und einem Spritz und beende ihn jetzt bei 17 Grad und einer Tasse Tee. Der MĂĽnchner Sommer ist dieses Jahr auf jeden Fall abwechslungsreich.
Ansonsten geht es heute um Communities, Kulte, ein wenig Science Fiction und die ĂĽbliche Ladung MerkwĂĽrdiges.
Rockt die Woche!
Johannes

“Community” ist ein schwieriger Begriff. Oft wird von einer Community gesprochen, obwohl eigentlich ein Publikum gemeint ist—gerade im Marketing. Dennoch sind Communities ein wichtiger Bestandteil der Social Media Landschaft. Sei dies nun eine WhatsApp-Gruppe, ein Slack-Channel oder Discord-Server.
Nur: wie kann ich mit diesen Geld verdienen? Dieser Frage versucht der Autor Toby Shorin in einem längeren Essay nachzugehen, vor allem mit Blick auf “Paid Communities”. Also Gruppen, für deren Zugehörigkeit ich bereit bin zu zahlen. (Sozusagen das digitale Äquivalent eines Soho-Hauses.)
Ich mag vor allem Shorins Definition einer Community, weil er eine gemeinsame Mission oder Reise in den Vordergrund stellt:
(…) “communities of practice are groups of people who share a concern or a passion for something they do, and learn how to do it better as they interact regularly.”
Und seine Warnung:
Because in a very real way, the financial and social sustainability of paid communities will depend on the degree to which the communities are recognized not as a monetizable resource but as a body of people with social needs, emotional lives, and practical concerns of livelihood.
Alles in allem lohnt es sich Shorins Gedanken zu lesen, alleine schon für die Menge an Plattformen und Tools, die er aufzählt.
+ Beispiele fĂĽr Communities, die ich im Moment spannend finde: Jacuzzi Club, Tom Critchlows Discord, Clubhouse und MSCHF
+ Parallel dazu hat die VC Laura Chau eine Analyse von Internet-“Kulten” wie K-POP-Fans, TikTok Kulte oder eben MSCHF geschrieben. Es ist nochmal ein tieferer Einblick und eine gute Ergänzung zu Shorins Text. Zugleich ist es ein Blick über den Rand der Investoren-Brille.

Die größte Lüge von Science Fiction ist, dass sie über die Zukunft schreibt. In der Realität ist und war Science Fiction schon immer ein Kommentar der Gegenwart, nur auf einer fantastischen Ebene. Kaum ein Autor lebt dieses Prinzip so sehr wie Tim Maughan. Dieser wurde sehr lesenswert von OneZero über sein Buch “Infinite Detail” interviewt. Als Vorgeschmack:
There’s an actual Black Lives Matter protest in New York, and the most unrealistic thing, it turns out, about my depressing dystopian novel is that the police manage to fucking control themselves.
+ In ähnlich deprimierenden near-future Szenarien: Ein amerikanischer Think Tank hat mögliche Ausgänge der US-Wahlen zusammen mit politischen Akteuren und Militärangehörigen durchgespielt. Zusammengefasst: “He doesn’t have to win the election. He just has to create a plausible narrative that he didn’t lose.”
MerkwĂĽrdiges & Anderes
“Every time we turn on a smartphone we reboot a legacy of decades, centuries, and millennia old technology. From jamming typewriters to laborious tax returns, the alpha launch of our most used apps can us help to extend our understanding of the much wider arc of tech progress."—Ted Hunt
Tom Critchlow
"Journalists are the new rockstars" is a good soundbite but how's the internet working out for most rockstars?
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Johannes Klingebiel

Ein unregelmäßiges Zine rund um Technologie, Internet, Publishing und Merkwürdiges von Johannes Klingebiel.

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