Profil anzeigen

Aaaaand Strike! ⚾️

Aaaaand Strike! ⚾️
Von Johannes Klingebiel • Ausgabe #126 • Im Browser ansehen
Okay… ich gebe zu ich habe keine Ahnung von Baseball. Null. Nada. Ja, tatsächlich geht es heute auch irgendwie um Baseball. Vorher aber ein paar Gedanken zur Zukunft von Audio.
Und damit willkommen zurück zu meinem Newsletter über Publishing, Tech und Merkwürdiges. Mein Name ist Johannes Klingebiel und ich bin heute ihr Stadionkommentator.
Man liest sich,
Johannes

Wohin mit Audio? —Wenn du in diesem Newsletter auch nur einen Link klickst, dann sollte es Matthew Balls breite Analyse der Audio-Industrie sein. Vor allem, weil er Technologie und Inhalt nicht als getrennte Aspekte versteht, sondern sie als zwei Seiten der gleichen Münze versteht.
All analysis of the past and future of a given media category must start from the fact that media is technology. This is because technology not only enables content categories, it defines their business models and shapes the content, too. And as we know, technology is in a constant process of change.
Er zeichnet ein breites Bild von der Geschichte der Radiocharts, Schallplatten, die Bezahl-Logik von Spotify und wie sich Konzerte in Zeiten der Pandemie verändern. Das Fazit sollte jedoch sein: Die (digitale) Infrastruktur bestimmt die Zukunft von Audio, nicht seine Inhalte, beide hängen aber eng zusammen.
+ Ein weiterer Aspekt ist Spotifys anhaltender Versuch, den offenen RSS-Standard als Verbreitungskanal für Podcasts abzulösen, um sie exklusiver an die eigene Plattform zu binden. Und auch Amazon, Google und Apple spielen mit der Idee in die Infrastruktur von Podcasts einzugreifen. Ein Podcast-Monopol wäre fatal für das offene Medium.
+ Netflix testet anscheinend einen “audio-only” Modus und Audible wird zur Podcast-App.
+ Und zuletzt: Citycast ist ein neu gegründetes Netzwerk für lokale Daily Podcasts in den USA 👀
Glaubt mir, es sind 17 gut investierte Minuten. 👀👆🏻
Glaubt mir, es sind 17 gut investierte Minuten. 👀👆🏻
Blaseball — Okay, kommen wir zum weirden Teil dieses Newsletters. Blaseball ist ein Internetphänomen und ich liebe es dafür. In seinem Kern ist Blaseball eine Baseball-Simulation. 20 Teams spielen automatisch gegeneinander in Saisons, die je eine Woche dauern. Spieler können auf die Ausgänge wetten und so virtuelle Münzen gewinnen… und Erdnüsse…?
Was Blaseball jedoch von anderen Baseball-Simulationen unterscheidet, ist seine absolute Weirdness. Angefangen bei einem teilweise geschwärzten und sich ständig verändernden Regelbuch, Wetterbedingungen wie “Blood Rain”, Spielern mit 87 Fingern und der Tatsache, dass ich ein Eichhörnchen kaufen kann, das mir hilft meine gewonnenen Erdnüsse zu essen. 🥜
Diese Absurdität kombiniert mit den vielen unklaren und versteckten Funktionsweisen der Simulation hat dafür gesorgt, dass das Spiel über den Sommer eine äußerst aktive Community auf Twitter und in Discords gewonnen hat, die eigene Fan-Theorien, Fan-Art und Hintergrundgeschichten zu jedem Team und jedem Spieler beisteuert.
Blaseball is, in effect, a massively collaborative creative writing project, and we all have the unique, special ability to write its story together, filling in the blanks that the box score can’t show.
Und damit nicht genug. Die Entwickler hören auf ihre Community und haben damit begonnen, einzelne Theorien in die Simulation mit einzubauen. Wodurch das Spiel selbst wieder zu einem faszinierenden Case für Community-Building wird. Und vielleicht zur derzeit besten Ablenkung von 2020.
Merkwürdiges & Anderes
Scrollyteasing — Ein Designtrend am Rande: Ich stolpere über immer mehr Artikel, die lange “scrollytelling”-ähnliche Intros haben (hier und hier) oder sich das Story-Format für den Teaser zunutze machen. Ich habe noch keinen guten Namen, aber “Scrollyteasing” ist ein guter Vorschlag.
Brian Merchant
It is the year 2047. The first commercial lunar mining startup announces it is shuttering extraction operations, citing costs, and is pivoting to bottling moon water. Aqualuna will be available via invite-only app that delivers direct to your bunker
Tim Maughan
stop trying to give people what they want, you’re an artist not an algorithm
Hat Dir diese Ausgabe gefallen?
Johannes Klingebiel

Ein unregelmäßiges Zine rund um Technologie, Internet, Publishing und Merkwürdiges von Johannes Klingebiel.

Wenn Du keine weiteren Ausgaben mehr erhalten möchtest, kannst Du den Newsletter hier abbestellen.
Wenn Dir dieser Newsletter weitergeleitet wurde und er Dir gefällt, kannst Du ihn hier abonnieren.
Powered by Revue
Esswurmstraße 25, 81371 München, Germany