#53—Alexa. Tea. Earl Grey. Hot. & Markenaktivismus 🏈

Auch wenn ich nur einen TagP.s.: Wireds neue Coverstory dreiht sich um den Weg der NYT ins digitale Z
#53—Alexa. Tea. Earl Grey. Hot. & Markenaktivismus 🏈
By Johannes Klingebiel • Issue #53
Auch wenn ich nur einen Tag
P.s.: Wireds neue Coverstory dreiht sich um den Weg der NYT ins digitale Zeitalter 👌🏻

Der Grund, weshalb Amazons Sprachassistent “Alexa” heißt? Der Name ist leichter durch Spracherkennungsalgorithmen zu erkennen, zum Verdruss jedes anderen Familienmitglieds mit dem gleichen Namen. Dabei möchte ich auch gleich am Anfang erwähnen, dass Alexa an sich ziemlich doof ist. Alexa ist keine künstliche Intelligenz, sondern im Grunde eine sprachaktivierte Befehlszeile, die auch nur dann reagiert, wenn ich den Befehl korrekt ausspreche. Was dazu führt, dass bei weitem nicht jeder glücklich mit ihr ist.

+ Die Liste notwendiger Features ist lang. (Siehe hier und hier.) So kann Alexa zwar Stimmen erkennen, aber nicht unterscheiden, reagiert oft träge, wenn Musik spielt, ist umständlich aufzusetzen und hat Probleme Fragen in ihrem Kontext zu deuten. Und eines der größten Probleme des Systems ist sowohl die Entdeckung neuer “Skills”, sowie deren Nutzung. Nur 3% aller User nutzen den installierten Skill noch in der zweiten Woche. Ein Problem, das Push-Benachrichtigungen lösen könnten, die wohl in einem Update geplant sind. (Alle Kritiken lassen sich 1zu1 auf Google Home übertragen mit dem Unterschied, dass Google besser mit unklaren Fragen umgehen kann, dafür aber ein kleineres Ökosystem besitzt)

+ Eine interessante Sichtweise ist auch, Alexa als Amazons Betriebssystem zu sehen, ähnlich Windows oder iOS.

+ Greylock hat auch eine sehr ausführliche und dreiteilige Reihe über Chatbots, Sprachassistenten und die “Conversational Economy” geschrieben. Teil 1 beschäftigt sich mit den Motivationen hinter Chatbots, Teil 2 mit der Rolle von Chatbots in einer App-dominierten Welt und Teil 3 ist ein Ausblick auf kommende Hürden und Chance.

+ Und wer als Nachrichten-Medium selbst einmal einen kleinen Alexa-Skill mit Newsbriefings erstellen will, für den hätte ich hier noch eine Anleitung
Marken ❤️ Aktivismus
Marken, die mit ihrem Aktivismus Werbung machen, sind bei Weitem  keine neue Erfindung. Neu ist jedoch das Maß an Aktivismus, das manche Marken derzeit auffahren. Wer den Super Bowl diese Woche gesehen hat oder auch nur einzelne Werbespots, dem werden beispielsweise Audis Spot aufgefallen sein, der die Gender Pay Gap explizit anspricht oder Airbnbs Spot, der implizit Trumps Immigrationspolitik kritisiert. Alex Holder schreibt dazu im Guardian auch passend, dass Aktivismus das neue “Sex Sells” ist.

+ Meine persönliche Theorie ist, dass Aktivismus als Kommunikationskonzept perfekt für Social Media funktioniert, weil diese Kommunikation darauf getrimmt ist, dass sie Buzz produziert. Sei dies ein Shitstorm, wie im Falle Audis, oder Lob und kostenlose Shares von Menschen, die diese Meinung teilen.

+ Der Nachteil von aktivistischen Marken ist, dass dieser Aktivismus vermehrt auch von politisch neutralen Marken erwartet wird. Da wäre der geforderte Boycott von Anzeigen auf Breitbart oder #BoycottUber.

+ In Folge dessen argumentiert Bloomberg, dass für amerikanische Marken der Social Media Manager zum wertvollsten Kommunikations-Mitarbeiter geworden ist. Und Fast Company spekuliert, dass diese Form des Aktivismus radikaler werden könnte—als Branding-Instrument.
Merkwürdiges & Anderes
Johannes Klingebiel
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