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Zukunftsvorbereitende Bildungsmaßnahme

Hallo, ich habe einen Vorschlag für ein bundesweites Bildungsprogramm: Alle sollten einen Nachmittag
Zukunftsvorbereitende Bildungsmaßnahme
By Katharina Brunner • Issue #12 • View online
Hallo,
ich habe einen Vorschlag für ein bundesweites Bildungsprogramm: Alle sollten einen Nachmittag im Futurium verbringen.
Ich bin überzeugt davon, dass so einige der Zukunft zugewandten politischen Entscheidungen mehr Unterstützung hätten.

Das Futurium an einem regnerischen Herbsttag.
Das Futurium an einem regnerischen Herbsttag.
Das Futurium ist ein Museum, direkt am Berliner Hauptbahnhof, gegenüber des Reichstags und des Kanzleramtes, gleich hinter der Unternehmensberatung Pwc.
Darin geht es um das Zusammenspiel von Mensch, Natur und Technik in möglichen Zukünften: Energieerzeugung und -verteilung, Baumaterialien, natürlich auch um daten- und mathematikbasierte Entscheidungen, smart hier, data da.
Für Menschen, die sich auch sonst gerne mit diesen Themen befassen, ist das inhaltlich nicht in allen Ecken des “Hauses der Zukünfte” neu. Aber: Die Erklärungen richten sich ohnehin nicht an Auskenner oder irgendein Management, das bitteschön eine Softwarelizenz oder zumindest Consulting-Tage kaufen soll.
Sondern das Zielpublikum sind alle. Und das hat meinem Eindruck nach an diesem Mittwochnachmittag im Oktober geklappt: Die Räume waren voller Menschen, ein spannender Querschnitt aus Kindern und Erwachsenen jeden Alters. Sicherlich viele Touristen dabei, Schulklassen, Kita-Gruppen. Das Publikum war tendenziell eher Kleinstadt statt Progressive-Twitter-Bubble. Und all diese Leute haben sich mit der Zukunft beschäftigt, für das was kommen könnte, wofür es schon Lösungen geben könnte.
Nodes and Edges.
Nodes and Edges.
Was erfolgreich vermittelt wird: Alles hängt mit allem zusammen, schließlich “beeinflussen wir alle, welche der möglichen Zukünfte zu unserer Gegenwart wird”, heißt es auf einer diese Texttafeln, wie sie halt in Museen so rumhängen.
Gelegentlich muss ich mich ja am Riemen reißen, um mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Der Grund liegt in den Nachrichten eines beliebigen Tages. Doch ein bisschen einfacher ging es, nachdem ich mit so vielen anderen eine Weile durch die Ausstellungsräume gestreift bin.
“Seid ihr bereit für einen Roboter?”, fragte die alte Frau, die beiden Jungen, vielleicht zwölf und acht Jahre alt, die mit ihr am Fenster saßen. Es war schwer, ihnen eine Antwort zu entlocken. “Möchtest du denn vom Roboter das Essen bekommen, wenn du 90 bist?” Doch die Jungen interessiert das mit dem Klima mehr. Und schon war der da, das Gespräch über die Zukunft.
Ich schlage vor für eine bessere Welt: Ein Besuch im Futurium als zukunftsvorbereitende Bildungsmaßnahme für alle.
Und außerdem...
Es sind die Wochen, als vor 30 Jahren die Proteste in der DDR immer größer wurden. Drei Stücke dazu:
Der schönste Tag der DDR: Das SZ-Magazin hat die erste, legale Demonstration am 4. November am Alexanderplatz in Berlin rekonstruiert. Damals haben bekannte Schauspielerïnnen gesprochen (Jan-Josef Liefers), ein hochrangiger Spion, Birthler, Gysi, Schabowski und viele andere. Alle Rednerinnen und Redner werden portraitiert und/oder kommen zu Wort, erzählen von damals, heute und der Zeit dazwischen. Sehr lang, sehr gut.
Das Stück zeigt, wie wertvoll eine individuelle Gestaltung sein kann, die Atmosphäre schafft, ohne dem Multimedia-Wahn zu verfallen.
Wir waren wie Brüder: Daniel Schulz erzählt in dem Radio-Feature packend von seiner Jugend in den 90er Jahren in Ostdeutschland. Er “ist vor Neonazis weggelaufen und er war mit Rechten befreundet. In den Neunzigern in Ostdeutschland ging das zusammen”. Schriftlich gibt es den Essay bei der taz.
Das abgeschriebene Land: Geklappt hat das mit der Treuhand ja nicht wirklich. Wie schlecht ist es gelaufen? Ein Streitgespräch mit in der Zeit mit verschiedensten Akteuren: einer Mitarbeiterin, einem Manager, ein Referent der Kohl-Regierung, Gewerkschaftler…
Schönen Tag,
Katharina
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Katharina Brunner

Interessiere mich für das Weltgeschehen.

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