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Wo das Internet vergraben ist

Wenn du mit deiner Fingerspitze ein 💚 in die Familien-Whatsapp-Gruppe schickst, wird die Nachricht n
Wo das Internet vergraben ist
By Katharina Brunner • Issue #11 • View online

Wenn du mit deiner Fingerspitze ein 💚 in die Familien-Whatsapp-Gruppe schickst, wird die Nachricht nicht direkt von deinem Handy auf ein anderes geschickt. Sondern das 💚 passiert noch mindestens ein Rechenzentrum auf dem Weg*.
Diese Rechenzentren sind das RĂŒckgrat des Internets. Dort lagen riesigen Hallen lagern auf blinkenden Computer unsere Daten. Firmen, Organisationen und Privatleute besitzen oder mieten solche Speicher. Und die Standorte sind vor allem von zwei Faktoren abhĂ€ngig:
  • ein möglichst kurzer Weg zu schnellem Internet
  • ein möglichst effizientes KĂŒhlen der Server
Das bedeutet zum einen: In Island, Schweden und andere kĂŒhlere LĂ€nder gibt es viele solcher Rechenzentren, zum Beispiel von Facebook und vielen anderen Firmen.
Zum anderen heißt das: Die Rechenzentren stehen da, wo es Glasfaserkabel gibt. Und wo sind diese Kabel hĂ€ufig vergraben? An Eisenbahnlinien.
FĂŒr die USA zeigt das George Moore von Microsoft an der “41st parallel”, der ersten transkontinentalen Eisenbahnstrecke der Vereinigten Staaten.

Die Glasfaserkabel hat eine Tradition: Die ersten Kabel wurden fĂŒr Telegramme verlegt, danach Telefonleitungen.
Moore schreibt:
After the first railway was completed, Western Union immediately established the first telecommunications corridor within the railroad right of way and was soon carrying all transcontinental telegrams. Later, as AT&T established long distance voice lines in the early-20th century, those same lines were also placed along the first transcontinental railroad. This collection of early lines grew and expanded to the vast collection of telecommunication options available in this corridor today.
In Deutschland war das Àhnlich: Seit den spÀten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurden Telegrafen- und Telefonleitungen hÀufig an Eisenbahnlinien verlegt - muss man nur einmal umgraben.
Weltweite Telegrafenleitungen 1901 (CC BY 2.0)
Weltweite Telegrafenleitungen 1901 (CC BY 2.0)
* Direkt von einem Handy auf das andere werden Daten in einem sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk verschickt. Ein Thema fĂŒr eine nĂ€chste Mail.
Andere Artikel, die ich empfehlen will:
In Schweden untersuchen ArchĂ€ologen schon seit Jahrzehnten ein prĂ€chtig geschmĂŒcktes Wikinger-Grab. SelbstverstĂ€ndlich gingen sie dabei immer von einem KĂ€mpfer aus. Dass es fĂŒr eine Frau so ein Grab geben könnte - undenkbar. So brauchte es fast 150 Jahre bis jemand auf die Idee kam, das Geschlecht zu bestimmen. Und siehe da, es ward eine Frau. Die ganze Geschichte bei National Geographic.
Die tragische Lebensgeschichte einer Frau, die sich Eve Adams nannte und die erste Lesben-Bar in New York betrieb. Nachdem eine Undercover-Polizistin sie ihrer HomosexualitĂ€t â€žĂŒberfĂŒhrt“ hatte, wurde sie deshalb nach Polen deportiert. Sie zog nach Paris und starb - sie war JĂŒdin, die Deutschen ĂŒberfielen Frankreich - in Ausschwitz. Bei Atlas Obscura ist der Text erschienen.
Was ist Protest? Der Soziologe Dieter Rucht gibt eine EinfĂŒhrung in der Sendung Hörsaal des Deutschlandfunks.
Eine unfassbare Geschichte: Er gilt als der Facharzt fĂŒr HIV- und AIDS-Patienten, er spricht auf Konferenzen, Journalisten fragen ihn als Experten an. Und genau dieser Arzt ist es auch, der in seiner Praxis MĂ€nner mutmaßlich belĂ€stigt und sexuell missbraucht haben soll. Ein offenes Geheimnis war das in der schwulen Szene, heißt es. Buzzfeed hat den Fall recherchiert und mit Opfern gesprochen.
Mehr oder weniger Datenschutz? In der SĂŒddeutschen Zeitung gab es einen Pro und einen Kontra-Text. Sieger fĂŒr mich: Dirk von Gehlen, der dem Mantra des Chaos Computer Clubs folgt: “Private Daten schĂŒtzen, öffentliche Daten nĂŒtzen”. Was kann das konkret heißen? Zum Beispiel mit allen technisch zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln Autobahnen ĂŒberwachen (das böse Wort!), damit niemand schneller als die erlaubte Höchstgeschwindigkeit fĂ€hrt. In Deutschland wird sie ja weiterhin gern als Mindestgeschwindigkeit interpretiert. Und was passiert dann mit diesen Daten? Also welchen Auto mit welchem Kennzeichen fĂ€hrt wo wie schnell? Das sind Dinge, die ausgehandelt werden mĂŒssen.
Und hier beginnt meine Skepsis: Ob das klappt? Gegenbeispiele gibt es genug. So hat der Bayerische Rundfunk gerade zusammen mit ProPublica herausgefunden, dass viele Patieninformationen aus der Radiologie einfach so im Internet liegen. Die GerĂ€te wie ein MRT schicken die Bilder an einen Server und wer weiß, wie dieser Rechner zu finden ist, kann sich auch die Bilder und Daten holen.
Zum Abschluss:
Das Bild zeigt FlĂŒge innerhalb von 24 Stunden in Europa. Topi Tjukanov visualisiert geografische Informationen wunderschön.
Eine schöne Zeit,
Katharina
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Katharina Brunner

Interessiere mich fĂŒr das Weltgeschehen.

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