Extrablatt: eine Trump-Sonderausgabe

Revue
 
Schönen Abend,es ist der Tag nach dem Tag, als die Amerikaner Donald Trump zu ihrem Präsidenten wählt
Revue

Katharina Brunner

November 9 · Issue #4 · View online
Interessiere mich für das Weltgeschehen. Arbeite in der Entwicklungsredaktion der @SZ.

Schönen Abend,
es ist der Tag nach dem Tag, als die Amerikaner Donald Trump zu ihrem Präsidenten wählten.

Warum lagen die Umfragen so daneben?
Wenn Trump in den letzten Monaten wieder etwas Dummes vom Stapel gelassen hat, beruhigte mich der Blick auf die Prognosen: die New York Times, 538, die Washington Post. Alle haben
Wie konnte das passieren? Die Berechnungen basieren auf Meinungsumfragen. Und deren Ergebnisse wiederum auf zwei Annahmen: der Zusammensetzung der Bevölkerung und der Annahme darüber, wer von ihnen zur Wahl geht. Und genau diese Annahmen, die getroffen wurden, waren offensichtlich falsch.
The Economist explains: How did the polls get it wrong? | The Economist
Nate Silver von 538 hat sich einen Namen als Umfrage-Experte gemacht. Er hält drei Punkte für wichtig:
1. Clintons Vorsprung in den letzten Monaten von zwei, drei, vier Prozent liegt immer noch im Fehlerbereich. Denn Umfragen geben eigentlich keinen genauen Punkt an, sondern eine Spanne von bis zu zehn Prozent.
2. Die unentschiedenen Wähler und die, die für die unabhängigen Kandiaten stimmten, hat dieses Mal ein höheres Gewicht. Aber wie hoch? Wusste im Vorfeld niemand. Die Umfrageinstitute konnten diesen Effekt deshalb schwer in ihre Berechnungen miteinbeziehen.
3. Viele Clinton-Wähler leben in Staaten wie New York oder Kalifornien und nicht in den Swing States, die schlussendlich entscheidend sind für den Wahlausgang. Schließlich scheint Clinton die popular vote zu gewinnen, hat also insgesamt die meisten Stimmen bekommen.
Sowas fand Trump vor ein paar Jahren selbst noch doof:

Donald J. Trump on Twitter: "The electoral college is a disaster for a democracy."
Wie konnte es dazu kommen?
Leute wie Donald Trump tauchen nicht ohne Unterstützung auf. An ihrer Seite: Demagogen. Einer davon: Milo Yiannopoulos, Engländer, jung, schwul, Islam-Hasser, Youtube-Star, Popstar der Trump-Wähler.
Wer ist Yiannopoulos Pendant in Deutschland? Pegida-Bachmann? Oder ist es bezeichnet für die abgetrennten Öffentlichkeiten, die das Internet befördert, dass ich diese Leute gar nicht kenne? Geben tut es sie bestimmt.
Ach ja, der Text ist vor der Wahl erschienen. Macht aber nichts.
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