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🎹 Warum Spotify bald keine Musiker mehr braucht

Holger Kurtz
Holger Kurtz
Heute ein kleines Gedankenexperiment. 🧪
Stell dir vor, du bist CEO eines Musikstreaming-Unternehmens. Ein großer Teil deines Umsatzes musst du an Labels & Künstler auszahlen. Ärgerlich, aber ok, du hast keine andere Wahl – die Musik der Künstler brauchst du ja.

Wie können wir die Musikerkosten verringern?
1) Wir legen einen Schwerpunkt auf algorithmisch kuratierte Musik.
Die User sollen nicht mehr Musiker hören, sondern einzelne Songs, damit sie denken: “Geiler Song” – aber nicht mehr frag: von wem ist der? Und schon startet der nächste Song … auch toll.
Also müssen Playlists auch Alben ablösen.
Der Clue: wir stellen Anreize bereit, damit die Musiker selbst alles dafür machen, um auf unsere Playlists zu kommen. So müssen wir niemanden zwingen. #DoItLikeGoogle
Durch sehr gute Empfehlungsalgorithmen & unsere riesige Datenbasis schaffen wir es, dass ca. 30 % der abgespielten Musik bereits von uns über Algorithmen kuratiert wird.
Ziel erreicht: Die Menschen hören Songs statt Musiker. Wichtig ist, dass der Song zur Vorliebe des Users passt. Von wem der Song ist? Egal.
2) Eine AI erzeugt die Musik
Mit unserer Datenbasis und können wir auch neue Musik erstellen, die so ähnlich klingt, wie die Musik, die der User bereits mag. Diese KI-Musik schleusen wir einfach testweise heimlich in unsere Playlists. Merkt der Hörer etwas?
Nein. Großartig! Für diese KI Musik zahlen wir nix! Die Algorithmen sind von uns und das Urheberrecht liegt daher auch bei uns. Die französische GEMA hat’s vorgemacht – alle anderen sind nachgezogen.
📊 50% Kostenreduktion – Oh yeah!
Da nun jeder zweite Song von uns selbst ist, zahlen wir nur noch halb so viel aus. Die Künstler haben kein Druckmittel mehr (“ICH GEH ZU APPLE MUSIC!” – sollen sie doch machen. Die Metadaten der Musik haben wir ja bereits.)
Unrealistisch?
Nur ein Teil meines Gedankenexperimentes ist fake. Manches ist bereits angelaufen.
P.S.
Ich war mal auf einer Musikkonferenz in Luxemburg. Dort hat der ehemalige Manager von Pink Floyd (glaube) 2013 bereits folgende Erkenntnis gehabt:
Der finanzielle Wert von Musik wird in der Zukunft in den Daten liegen, die beim Musikhören anfallen. Wer hört? Wann hört er? In welcher Stimmung ist er? “Was” er hört – egal.
Also sprach er sich dafür aus, dass die Musiker diese Daten nicht kostenlos verschenken. Tja … der Zug ist abgelaufen.
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Holger Kurtz
Holger Kurtz @holgerkurtz

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Für digitales Kulturmarketing braucht man keine großen Budgets, sondern ein cleveres Set-up und eine datengetriebene Denkweise.

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