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DJV Update - Presseversorgung, Podcasts & ein Preis

Revue
 
 
22. Juni · Ausgabe #12 · Im Browser ansehen
DJV Update
Liebe Kollegin, lieber Kollege,
offenbar ist das Trend-Thema Podcast inzwischen auch im Freistaat angekommen. Nachdem das Medienblog Flurfunk Dresden bereits 2017 mit diesem Format an den Start ging - mittlerweile sind 79 Folgen abrufbar -, hat die Sächsische Zeitung zunächst mit einem Corona-Podcast experimentiert. Seit Anfang des Monats beschäftigt sich nun Politikchefin Annette Binninger im “Politik in Sachsen”-Podcast laut Ankündigung wöchentlich mit den “drängenden Fragen” der sächsischen Landespolitik. Dafür kommen die wichtigen Protagonisten vor ihr Mikrofon - ob sie es unbedingt gern tun, dürfte von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Zum Auftakt war Innenminister Roland Wöller Gast, danach der scheidende SPD-Chef Martin Dulig. In der aktuellen, heute veröffentlichten Folge spricht Gesundheitsministerin Petra Köpping über das sächsische Corona-Management. Reinhören? Hier entlang.
Reinsehen lohnt sich auch beim Medienmagazin Zapp: Reporter Arndt Ginzel hat sich, wie schon zuvor für MDR Exakt, noch einmal mit der Frage beschäftigt, ob ein Leipziger Finanzjournalist gegen Zahlungen kritische Texte von seinen Webportalen entfernt. Dazu haben wir als DJV Sachsen eine klare Position - zum Film geht es hier entlang.
MDR: Die Qual mit der Wahl der Altersvorsorge
MDR-Zentrale in Leipzig. Foto: Lars Radau
MDR-Zentrale in Leipzig. Foto: Lars Radau
Seit mehreren Jahrzehnten gibt es zwei Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge für Freie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, so auch beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Dabei handelt es sich zum einen um die Pensionskasse Rundfunk (PKR) und zum anderen um das Presseversorgungswerk (PV). Das heißt, freie Mitarbeiter*innen – auch beim MDR – konnten wählen, welches Produkt, das für sie passende ist.
Damit soll nun aber Schluss sein: Der MDR hat diese Wahlfreiheit zum Ende dieses Jahres aufgekündigt. Das bedeutet, dass eine betriebliche Altersvorsorge ab dem 1. Januar 2022 nur noch bei der Pensionskasse möglich ist. Warum wurde diese Entscheidung getroffen? Um die Pensionskasse zu stärken, hieß es. Dazu muss man wissen, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten in den Aufsichtsgremien der PKR vertreten sind. Gesellschafter der Presseversorgung sind dagegen die Gewerkschaften.
Und warum muss die Pensionskasse gestärkt werden? Nun, offenbar deshalb, weil viele Freie sich in der Vergangenheit für das Presseversorgungswerk entschieden haben.
Und warum dieses? Vielleicht unter anderem deshalb:
Für den letzten Punkt gilt, bezogen auf die PKR, übrigens eine sogenannte Subsidiärhaftung, womit das finanzielle Risiko bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten liegt. Das heißt, sie müssen einspringen, wenn garantierte Leistungen gekürzt werden.
Natürlich hat auch die Pensionskasse Vorteile. Zum Beispiel den, dass Freie sofort aufgenommen werden können, während sie bei der Presseversorgung erstmal 12 Monate bei den Öffentlich-Rechtlichen gearbeitet haben müssen. Diese Ungleichbehandlung hat übrigens der Aufnahmeausschuss der Pensionskasse verfügt - ebenso wie die Regel, dass ein Wechsel von der Pensionskasse in die Presseversorgung nicht möglich ist.
Der DJV wird diese Schlechterstellung freier Mitarbeiter*innen aufgrund des Verlustes des Wahlrechts zwischen PKR und Presseversorgung natürlich nicht widerspruchslos hinnehmen. Und wer sich schon immer mit dem Gedanken getragen hat, mal etwas für seine Absicherung im Alter tun zu wollen – jetzt wäre eine gute Gelegenheit, wenn nicht sogar die letzte mit Wahlfreiheit!
Raus aus der Blase, hin zum - journalistischen - Produkt
Die Hamburg Media School hat ein “Journalism Innovators Program” (JIP) entwickelt. In einer sechsmonatigen kostenlosen Weiterbildung sollen die Teilnehmer*innen alles lernen, “um aus ihrer Idee ein journalistisches Produkt zu entwickeln”. Ziel des Programms sei es, “Journalismus und Publishing neu zu denken, Projekte und Geschäftsmodelle (weiter-) zu entwickeln und umzusetzen – ob als Entrepreneure eines Start-ups oder als Intrapreneure im Unternehmen”. Dabei gehe das Programm, gemeinsam mit Expert*innen aus anderen Branchen, einen neuen Weg: “Raus aus der eigenen Bubble hin zu Impulsen, Learnings und Ideen von außen.” Das JIP startet im Herbst 2021. Bewerbungen sind bis zum 15. August möglich. Weitere Infos gibt es hier.
Endspurt: Deutsch-tschechischer Journalistenpreis
Die Zeit rennt: Noch bis zum 30. Juni können wieder Beiträge für dendeutsch-tschechischen Journalistenpreis eingereicht werden. Prämiert werden Text-, Audio- und Multimedia-Stücke, die “über die gängige Berichterstattung hinaus Themen, Menschen und Geschichten aufspüren, die der Öffentlichkeit das (jeweilige) Nachbarland und seine Bewohner näherbringen”. Der Preis, der gemeinsam vom DJV und dem tschechischen Journalistenverband betreut und vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds ausgeschrieben und organisiert wird, ist mit 2000 Euro dotiert. Zu den Teilnahmebedingungen geht es hier entlang.
Und zum Abschluss: Eine herzliche Einladung
Corona geht zurück, das öffentliche Leben kehrt langsam und vorsichtig zurück. Die Senioren des DJV Sachsen, die “agilen Ehemaligen”, machen den Anfang: Am 1. Juli wollen sie sich wieder von Angesicht zu Angesicht treffen. Zu weiteren Infos und zur Anmeldung geht es hier entlang.
Mit freundlichen Grüßen - und bis zum nächsten Mal!
Ihr
Lars Radau,
Geschäftsführer DJV Sachsen
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