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DJV Update - #MTM22, Pressefreiheit & Ernährungsjournalismus

Revue
 
 
8. Juni · Ausgabe #36 · Im Browser ansehen
DJV Update
Anlaufstelle & Kontaktbörse: Der DJV-Stand auf den Medientagen. Foto: Lars Radau
Anlaufstelle & Kontaktbörse: Der DJV-Stand auf den Medientagen. Foto: Lars Radau
Liebe Kollegin, lieber Kollege,
wenn Sie diesen Newsletter lesen, sind die Medientage Mitteldeutschland auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei fast schon wieder eine Woche Geschichte. Für den DJV Sachsen, den DJV Thüringen und den DJV Sachsen-Anhalt allerdings eine erfolgreiche: Wir haben uns nach kurzer Diskussion entschlossen, auf dem nach langer Corona-Pause ersten großen Branchentreff wieder mit einem Gemeinschaftsstand Präsenz zu zeigen. Das brachte uns zwar eine tiefrote Corona-Warn-App ein, nach gegenwärtigem Stand aber immerhin keine Infektionen. Und es brachte die lang ersehnte Gelegenheit, alte Kontakte aufzufrischen und neue zu knüpfen. Unsere Landesvorsitzende Ine Dippmann und ihre Thüringer Kollegin Heidje Beutel waren ebenso gefragte Gesprächspartnerinnen wie unsere ohnehin gut verdrahteten MDR-Rundfunkratsmitglieder Heiko Hilker und Professor Christopher Buschow, den die Thüringer in das Gremium entsenden. Nicht zuletzt war die DJV-Expertise auch auf den Panels der Medientage gefragt:
Christopher Buschow
Im Panel „War of Talents – Wie bleibt die #Medienbranche attraktiv?“ @MTM_Leipzig haben @phschild (funk), @ameliemariewe (@FunkeBerlin), @Eninna (@DJVSachsen), A. Krampe (Produzentenverband) & ich über Nachwuchsprobleme in Journalismus & Medien gesprochen: https://t.co/u7pBqMptyg
Kurzum: Wir kommen wieder - die nächste Ausgabe der Medientage ist für den 10. und 11. Mai 2023 geplant.
Bautzen - Eine kleine Geschichte über Pressefreiheit
Mit Lob gehen wir, zumal an dieser Stelle, eher sparsam um. Aber eines der eindrücklicheren Erlebnisse war es, bei der vom DJV-Bundesverband initiierten und von uns unterstützten Tagung “Stille Tage im Klischee – Chancen und Risiken im Hinterland-Journalismus” Ende Mai, Anfang Juni in Bautzen auch Einblicke in die Arbeit der Lokalredaktion der Sächsischen Zeitung vor Ort zu bekommen. Redakteurin und Reporterin Theresa Hellwig berichtete auf einem Panel zum Thema Sicherheit über ihre Erfahrungen mit Querdenkern, Reichsbürgern & Co, die in Ostsachsen sehr präsent sind. Trotz Pöbeleien, Anfeindungen und Bedrohungen - die Kolleg*innen der Redaktion lassen sich nicht einschüchtern und machen einen sehr guten Job.
Bei dem sie aber durchaus auch von unerwarteter Seite Knüppel zwischen die Beine geschmissen bekommen - aktueller Fall: Praktikant (und Nannen-Schüler) Levin Kubeth schreibt für die Redaktion über einen pakistanischen IT-Fachmann, der sich integriert, erfolgreich studiert und wohl selbst dazu beiträgt, abgeschoben werden zu können - weil er alle Formalien einhalten will. Zum starken Stück - hinter der Bezahlschranke - geht es hier entlang.
Ein starkes Stück leistet sich aber auch der Landkreis Bautzen. Dessen Umgang mit der Presse ist höchst kritikwürdig - der Kreis erteilt dem Kollegen Kubeth quasi nachträglich Hausverbot, wegen “Vertrauensbruchs”. Redaktionsleiter Ulli Schönbach schildert das dem DJV so: “Im konkreten Fall hatte der zuständige Heimbetreuer den Kollegen eingeladen, mit ins Heim zu kommen. Als der Kollege dann Recherche-Fragen stellte, wurde ihm nachträglich ein Hausverbot für die Unterkunft erteilt.” Aus Sicht der Redaktion steckt dahinter System: “Der Landkreis Bautzen verweigert systematisch den Zugang zu den Asylbewerberheimen, z.B. auch bei Recherchen zu hygienischen Zuständen oder zur Situation einzelner Asylbewerber - Begründung Datenschutz/Privatsphäre.” Das, so Schönbach, sei ein “Witz” - “weil uns die Asylbewerber ja einladen, um über sie zu berichten.”
Aus Sicht des DJV Sachsen allerdings ist das kein Witz, nicht einmal ein schlechter. Sondern eine erhebliche Einschränkung der freien Berichterstattung, die so nicht hinnehmbar ist. Dass dieses restriktive Vorgehen des Landkreises offenbar der Hausordnung in sämtlichen landeseigenen Gemeinschaftsunterkünften in Sachsen entspricht, macht es aus unserer Sicht mitnichten besser. Eher im Gegenteil.
Workshop: Wege zu besserem Ernährungsjournalismus
Ernährung und Gesundheit nehmen einen immer größeren Stellenwert in der Berichterstattung ein. Angesichts der Vielzahl von Studien(designs) und Experten ist es gar nicht so leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen. Gemeinsam mit dem Kompetenzcluster für Ernährung und kardiovaskuläre Gesundheit (nutriCARD) veranstaltet der DJV Sachsen daher einen Workshop zu Ernährungsjournalismus.
Das Thema: „Hilft Dir, schlank zu werden und macht schöne Haut“ – wie die Kriterien des Medien-Doktor Ernährung helfen, kritisch und fundiert über Lebensmittel und Ernährungsformen zu berichten.
Der Workshop findet statt am 22. Juni 2022 von 10 bis 16:30 Uhr in der 27. Etage des Panorama-Tower, Augustusplatz 9, 04109 Leipzig.
Das Kompetenzcluster nutriCARD hat einen Schwerpunkt in Ernährungskommunikation. Ein Projekt ist dabei der Medien-Doktor Ernährung. Bewertet wird dabei die Qualität journalistischer Artikel über Lebensmittel, Ernährungsformen und Diäten, basierend auf Kriterien, die Journalistinnen und Journalisten zugleich als Recherche-Methodenkasten nutzen können, um kritisch und fundiert über Lebensmittel und Diäten zu berichten. Der Workshop wendet sich vor allem an Kolleginnen und Kollegen der Ressorts Ratgeber und Wissenschaft, aber auch Fachjournalisten und interessierte Allrounder. Vorgestellt werden bisherige Ergebnisse, die Kriterien werden praxisnah vermittelt und anhand verschiedener Beiträge im Workshop getestet. Es gibt Raum für Fragen und Diskussionen, Tipps und Tricks für die tägliche Arbeit. Die Leitung des Workshops haben der Leitende Redakteur des Medien-Doktors, Marcus Anhäuser, und Dr. Tobias D. Höhn, Leiter Kommunikation und Medienforschung von nutriCARD.
Die Veranstaltung ist kostenlos und auf 15 Teilnehmer begrenzt. In der Mittagspause laden wir Sie zum Essen in die Leipziger City ein. Fahrtkosten können gegebenenfalls übernommen werden. Anmeldungen bis zum 10. Juni 2022 unter service@djv-sachsen.de, Rückfragen jederzeit gern bei uns.
Debatte: Mediale Problemzone Ostdeutschland
Terminhinweis: Am 22.06.2022 lädt die Deutsche Gesellschaft e. V. zu einer Bürgerdebatte in die Festhalle Plauen. Thema ist die „Mediale Problemzone Ostdeutschland“, diskutiert werden soll von 18 bis 20 Uhr über die “Strukturen, die heute die Medienlandschaft in Ostdeutschland bestimmen” und “die Mediennutzung der Bevölkerung”.
Der Eintritt ist frei, auf dem Podium sitzen unsere Landesvorsitzende Ine Dippmann, Anne Hähnig (Leiterin, Ressort „ZEIT im Osten“, DIE ZEIT), Torsten Kleditzsch (Chefredakteur, Freie Presse) und Dr. Lutz Mükke (Medienjournalist). Kristin Narr (Medienpädadogin) moderiert. Rolf Schwanitz (Staatsminister a. D., Beauftragter für die Angelegenheiten der neuen Länder a. D.) eröffnet die Veranstaltung mit einem Grußwort. Weitere Details zum Abend finden sich hier.
In diesem Sinne: Wir sehen uns!
Bleiben Sie gesund!
Ihr
Lars Radau
Geschäftsführer DJV Sachsen
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