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DJV Update - Mitgliederversammlung, neuer Vorstand & LKA-Klage

Revue
 
 
28. September · Ausgabe #43 · Im Browser ansehen
DJV Update
Konzentriert & ergebnisreich: Die Mitgliederversammlung 2022. Foto: Jürgen Männel
Konzentriert & ergebnisreich: Die Mitgliederversammlung 2022. Foto: Jürgen Männel
Liebe Kollegin, lieber Kollege,
dieser Newsletter wird zwar nicht monothematisch, hat aber einen klaren Schwerpunkt: Am vergangenen Sonnabend haben wir unsere Mitgliederversammlung in Leipzig absolviert. Sie ist satzungsgemäß das höchste Gremium des DJV Sachsen und bestimmt die Richtlinien der allgemeinen Verbandsarbeit - unter anderem über die Befassung mit und Abstimmung über Anträge und der turnusgemäßen Wahl des Landesvorstandes. Zu Gast waren wir im Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig, zuvor konnten interessierte Mitglieder den neuen Newsroom der Leipziger Volkszeitung kennenlernen - das Haus hatte am personell sehr spärlich besetzten Sonnabend eine Führung ermöglicht. Beiden Partnern herzlichen Dank für die Unterstützung!
Aufforderung zu Haustarifverhandlungen
Von der Mitgliederversammlung ging ein starkes Signal aus: Der DJV Sachsen hat die Verlage der drei großen sächsischen Tageszeitungen Leipziger Volkszeitung, Sächsische Zeitung und Freie Presse zu Haustarifverhandlungen aufgefordert. Er verabschiedete die Forderung an die Arbeitgeber, „den festangestellten Redakteurinnen und Redakteuren sowie den Volontärinnen und Volontären in den Gesellschaften ein valides und einheitliches, vergleichbares Regelwerk über Entgelt- und Urlaubsregelungen inklusive einer nachvollziehbaren Berufsjahresstruktur“ zur Verfügung zu stellen. Aus Sicht des DJV Sachsen ist ein Haustarifvertrag dabei das Mittel der Wahl - das hat er auch in entsprechenden Schreiben an die Geschäftsführungen der Verlage deutlich gemacht. Zu den Details und der weiteren Begründung geht es hier entlang.
Beschlossen: Auftrag zur Fusion & höhere Beiträge
Zu Gast: Uwe Gajowski, Landesvorsitzender des DJV Sachsen-Anhalt. Foto: J. Männel
Zu Gast: Uwe Gajowski, Landesvorsitzender des DJV Sachsen-Anhalt. Foto: J. Männel
Dass die Landesvorsitzenden von Nachbar-Landesverbänden zuweilen bei Mitgliederversammlungen zu Gast sind, hat beim DJV Tradition. Dass der Vorsitzende des DJW Sachsen-Anhalt, Uwe Gajowski, und seine Thüringer Amtskollegin Heidje Beutel, in Leipzig mit von der Partie waren, hat einen Grund, der weit über die Tradition hinausreicht. Der DJV Sachsen-Anhalt hatte im Mai beschlossen, eine Fusion mit den Landesverbänden Sachsen und Thüringen anzustreben - und damit mittelfristig seine Eigenständigkeit aufzugeben. Unsere Mitglieder hatten also daher nun über einen Antrag abzustimmen, der den Landesvorstand beauftragt, “zu prüfen, ob und - falls ja - unter welchen Voraussetzungen eine Fusion mit dem Landesverband Sachsen-Anhalt möglich ist”. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.
Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde schließlich die neue Beitragsordnung des DJV Sachsen, die ab Januar 2023 gilt. Aus der Diskussion zuvor hatte sich ein Änderungsantrag ergeben, der gegenüber dem ursprünglichen Antrag die Beitragssteigerung bei Mitgliedern im Studium, Volontariat oder in Elternzeit und bei Mitgliedern im Rentenalter reduziert hat. Es gilt also ab dem Jahreswechsel folgende Beitragsstaffel:
Einstimmig von den Mitgliedern verabschiedet wurde auch ein auf der Versammlung gestellter Dringlichkeitsantrag, der den Landesvorstand beauftragt, “im Haushaltsplan einen Posten in Höhe von 2500 Euro für Mitgliederwerbung/ Mitgliedergewinnung vorzusehen und diesen zeitnah in den Haushaltsplan einzustellen”. Zudem wurde die Finanzplanung für die Jahre bis zur nächsten Mitgliederversammlung, also bis Ende 2024, mit großer Mehrheit beschlossen. Dagegen erreichte ein satzungsändernder Antrag nach sehr intensiver Diskussion nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit, die zur Umsetzung nötig gewesen wäre.
Vorstand neu formiert
Die anwesenden Mitglieder wählten auch turnusgemäß den Landesvorstand des DJV Sachsen neu. Erste Vorsitzende bleibt die Leipziger MDR-Redakteurin Ine Dippmann, Zweite Vorsitzende ist jetzt Anja Mutschler, Gründerin und Chefin der Denkmanufaktur 20blue aus Leipzig, Dritte Vorsitzende ist Jana Mundus, freie Journalistin aus Dresden. Schatzmeister Holger Grigutsch, Redakteur der Dresdner Neuesten Nachrichten, bleibt ebenfalls im Amt, als Beisitzer wurden Henrik Merker, Online- und Fernseh-/Videojournalist aus Leipzig und Dan Hirschfeld, Fernseh- und Hörfunkjournalist für MDR und Deutsche Welle, gewählt.
Per Akklamation bestätigten die Mitglieder auch den Gesamtvorstand, zu dem neben den Mitgliedern des Landesvorstandes auch die Vertreter*innen der Fachausschüsse und der Regionalgruppen gehören. Hier engagieren sich zusätzlich für die Bildjournalisten der Dresdner Fotograf Jürgen Männel, im DJV-Bundesfachausschuss Chancengleichheit und Diversity die Dresdner Journalistin Katalin Valeš - und in der Region Zwickau bleibt der freie Journalist Reiner Thümmler Ansprechpartner.
Leipziger Journalist verklagt Landeskriminalamt
Das Dresdner Verwaltungsgericht hat über die Klage zu befinden. Foto: VG Dresden
Das Dresdner Verwaltungsgericht hat über die Klage zu befinden. Foto: VG Dresden
Der Leipziger Investigativjournalist Aiko Kempen hat das Landeskriminalamt Sachsen verklagt. Berichten des Portals t-online und des Leipziger Stadtmagazins Kreuzer zufolge geht er einem Verdacht nach, “der, sollte er sich bestätigen, Auswirkungen auf viele spektakuläre Ermittlungen und Prozesse in Deutschland haben könnte”: Manipuliert die Polizei mit Durchstechereien gezielt die Öffentlichkeit – und beeinflusst damit sogar die Rechtsprechung eigentlich unabhängiger Gerichte?
Konkret geht es um den Prozess gegen die Leipziger Studentin Lina E. als mutmaßliche Rädelsführerin einer linksextremen, militanten Vereinigung. Und es geht um einzelne, offenbar ausgesuchte Journalisten, die erstaunlich detaillierte – und vor allem exklusive – Informationen aus der Ermittlungsarbeit der Polizei zum Fall Lina E. erhalten und berichtet haben.
Die Klage Kempens, der auch Mitglied des DJV Sachsen ist, beruht auf dem sächsischen Pressegesetz. Wir beobachten den Verlauf genau.
Gesucht: Unterstützung in der Öffentlichkeitsarbeit
Freie gefragt: Die Kinderarche Sachsen e.V. sucht für ihre Tochter P.I.Z, die Präventions- und Interventionszentrum gGmbH, eine*n Journalist*in, der oder die für etwa 10 Stunden im Monat auf Honorarbasis Öffentlichkeitsarbeit macht. Die Aufgabe sei “inhaltlich durchaus anspruchsvoll”, weitere Details hat Geschäftsführerin Susan Gebhardt, erreichbar über leitung@piz-sachsen.de.
In diesem Sinne:
Bleiben Sie uns gewogen - und vor allem gesund!
Ihr
Lars Radau
Geschäftsführer DJV Sachsen
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