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Von DJV Sachsen

DJV Update - MDR-Tarifverhandlungen, David vs. Goliath & ein Job

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19. Januar · Ausgabe #25 · Im Browser ansehen
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Die MDR-Zentrale in Leipzig. Foto: Lars Radau
Die MDR-Zentrale in Leipzig. Foto: Lars Radau
Liebe Kollegin, lieber Kollege,
der Ort war ein anderer als üblich - und auch das Tempo war durchaus beachtlich. Statt in der 13. Etage der MDR-Zentrale haben sich die Vertreter des Senders und der Gewerkschaften am Dienstag virtuell getroffen, um Verhandlungen über die zu Ende Januar gekündigten Vergütungstarifverträge aufzunehmen. Nach gut vier Stunden intensiver Diskussion war man sich zum einen einig, dass die Nachfolgeverträge zunächst über zwölf Monate laufen sollen. Zum anderen haben sich der MDR und die Gewerkschaften - der DJV, Verdi und die Deutsche Orchestervereinigung - bereits auf folgende Eckpunkte verständigt:
  • eine steuer- und abgabenfreie „Corona-Prämie“ in Höhe von 1300 Euro für alle festangestellten Mitarbeiter*innen und alle 12 A-Freien, die im März 2022 ausgezahlt werden soll
  • für Auszubildende, Volontär*innen und freie Mitarbeitende mit 42 - 71 Diensten liegt die Corona-Prämie bei 650 Euro
  • eine Erhöhung der Vergütungstabelle für die festangestellten Mitarbeiter*innen um 2,25 % zum 31.12.2022
  • ebenso steigen auch die Effektivhonorare und die Mindesthonorare zum 31.12.2022 um 2,25%
  • die Pilotphase für eine unbezahlte Arbeitsbefreiung (bis 5 Tage pro Jahr) wird bis zum 31.12.2022 verlängert
Der nächste Verhandlungstermin ist für den 21 . Januar, also den kommenden Freitag, vereinbart.
David gegen Goliath - Der Leipziger Streisand-Effekt
In ihrer Dezember-Ausgabe hatte die Leipziger Studentenzeitung luhze kritisch über die Pläne eines Immobilienunternehmens berichtet, dass Wohnungen in einem Haus umbaut und sie als WG-Zimmer für bis zu 18 Euro pro Quadratmeter an Studierende vermietet. Dabei, zitiert die Zeitung Bewohner*innen, die sich zu einer Initiative zusammengeschlossen haben, werde auch Druck auf die bisherigen Mieter ausgeübt. Auch die Geschäftsführung der Firma kommt zu Wort. So weit, so normaler kritischer Journalismus. Kurz vor Weihnachten indes flatterte der Luhze eine Unterlassungserklärung ins Haus, die jetzt - am kommenden Freitag - in einer mündlichen Verhandlung im einstweiligen Verfügungsverfahren vor dem Landgericht Leipzig mündet. Das Unternehmen argumentiert, die Luhze habe sich die Vorwürfe der Bewohner*innen zu eigen gemacht. Die Redaktion entgegnet: “Dass United Capital die Vorwürfe der Mieter*innen als solche darstellt, die unsere Zeitung selbst erhoben hat, können wir uns nur damit erklären, dass unliebsame Berichterstattung mit allen Mitteln verhindert werden soll.” Dafür spricht auch der Streitwert: Er wird mit bis zu zu 50 000 Euro beziffert. Unser Schluss:
DJV in Sachsen
Es spricht viel dafür, dass es United Capital vor allem um Einschüchterung einer ehrenamtlich organisierten #Hochschulzeitung mit kleinem finanziellen Spielraum geht. Die Berichterstattung der @luhze_leipzig in diesem Fall ist - kritischer #Journalismus. #Pressefreiheit #Leipzig https://t.co/Q5emOg4ime
Die Solidarität ist jedenfalls groß, unter anderem berichtet das Bildblog - und in den sozialen Medien wird ein Text immer wieder geteilt, der ansonsten möglicherweise schon längst wieder vergessen wäre.
Jobangebot: Leitung eines großen Regionalstudios
Mitunter ist neben den offiziellen Wegen auch der Flurfunk hilfreich, wenn es um das Ergattern und die Besetzung von Jobs geht. Auf diesem Wege erreichte uns die Bitte, folgende Gelegenheit weiterzureichen: In einem multimedialen Regionalstudio einer öffentlich-rechtlichen Anstalt (rund 40 Beschäftigte) wird Anfang 2022 die Redaktionsleitung neu besetzt. Gesucht wird ein*e führungserfahrene*r Journalist*in mit Lust auf lebendigen Regionaljournalismus. Bei gleicher Qualifikation sind Frauen bevorzugt. Die offizielle Stellenausschreibung erscheint voraussichtlich Ende Januar, Anfang Februar. Inoffizieller Kontakt sei schon vorab möglich, wir knüpfen gerne Fäden: Mail an service@djv-sachsen.de oder ein kurzer Anruf genügt.
Berichterstattung, die "unnötig provoziert"?
Mit der neuen Corona-Verordnung, die Versammlungen mit bis zu 1000 Teilnehmern zulässt, mag der Umgang mit Demonstrationen und “Spaziergängen” von Coronaleugnern für die Polizei Sachsen einfacher geworden sein. Für die Journalist*innen, die über die landesweit verbreiteten Aufzüge berichten müssen, hat sich die Lage nicht verändert. Sie werden nach wie vor bepöbelt, bedroht und angegriffen - wie zuletzt am vergangenen Montag in Freiberg. Dort indes hat die Polizei eine Kollegin der Sächsischen Zeitung und ein Videoteam gebeten, das Filmen und damit die Berichterstattung zu beenden - sie würde “unnötig provozieren”.
vue.critique
Betrunkene Männer beleidigen die Polizei, @FreieReporterin, dann uns.
Es folgt ein Angriff auf unseren Begleitschutz.
Eine Frau kommt dazu: „Keine Eskalation!".
Polizei fordert uns anschließend auf, unsere Arbeit einzustellen, das würde jetzt unnötig provozieren.
#Freiberg https://t.co/SUBDKgULy2
Aus unserer Sicht ist das ein NoGo - die Pressefreiheit ist im Grundgesetz garantiert und gehört geschützt, die freie Berichterstattung muss ermöglicht werden. Auch der Sachsenspiegel des MDR hat dem Vorfall einen Beitrag gewidmet.
In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund - und auf bald!
Ihr
Lars Radau,
Geschäftsführer DJV Sachsen
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