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DJV Update - MDR-Rundfunkrat, Schutzkodex & mehr Diversität

Revue
 
 
2. Februar · Ausgabe #26 · Im Browser ansehen
DJV Update
Die MDR-Zentrale in Leipzig. Foto: Lars Radau
Die MDR-Zentrale in Leipzig. Foto: Lars Radau
Liebe Kollegin, lieber Kollege,
am vergangenen Montag hat sich der Rundfunkrat des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen. Normalerweise sind dann alle Plätze besetzt. Nur diesmal fehlten dem eigentlich 50-köpfigen Gremium rund 20 Prozent der Mitglieder - und deshalb wurde auch die Wahl des oder der neuen Vorsitzenden, die normalerweise zum Auftakt stattfindet, auf den 14. März vertagt. Zudem wurde für den 28. Februar eine Sondersitzung anberaumt, bei der die noch nicht vergebenen Plätze besetzt werden sollen. Der DJV Sachsen bewirbt sich um einen von ihnen.
Der lange Weg in den Rundfunkrat
Laut dem neuem MDR-Staatsvertrag stehen den Arbeitnehmerverbänden, zu denen sich der DJV Sachsen zählt, insgesamt sechs Plätze zur Verfügung, zwei je Bundesland. Allerdings gibt es um diese Plätze ein Ringen zwischen dem dbb Beamtenbund auf der einen und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) sowie den journalistisch geprägten Gewerkschaften Verdi (Mitglied im DGB und größte Einzelgewerkschaft in der Region) und DJV Sachsen auf der anderen Seite. Der Flurfunk Dresden hat das im Detail aufgeschrieben, etwas verkürzt geht es um Folgendes:
Der Beamtenbund beansprucht je Bundesland einen Sitz, also insgesamt drei der sechs Sitze - und beruft sich dabei auf eine Protokollnotiz zum MDR-Staatsvertrag. Die anderen Gewerkschaften argumentieren, dass eine Protokollnotiz zum Staatsvertrag nicht bindend und schon gar nicht rechtssicher sei.
Auch deshalb haben DGB, DJV und Verdi gemeinsam einen Kompromissvorschlag erarbeitet, nach dem DGB und Beamtenbund je zwei Plätze zugestanden werden - und den Journalistengewerkschaften DJV Sachsen und Verdi je einer. Auf diesen Vorschlag ist der Beamtenbund nicht eingegangen - weswegen es bislang keine einvernehmliche Besetzung der Arbeitnehmerplätze gibt.
Im MDR-Staatsvertrag ist für diesen Fall festgelegt, dass der Rundfunkrat dann selbst entscheidet, welche Organisationen Vertreter entsenden dürfen.
Wie der Flurfunk Dresden berichtet, wurde bei der konstituierenden Sitzung über dieses Verfahren reichlich diskutiert. Am Ende verabschiedeten die bereits bestimmten 41 Rundfunkräte eine Beschlussvorlage, nach der die Organisationen im Vorfeld schriftlich Stellung beziehen und in einer weiteren Runde Fragen beantworten können. Dieses Verfahren ist jetzt angelaufen - und der DJV Sachsen wird gerne schriftlich erläutern, warum und wie er seine journalistische Kompetenz in den MDR-Rundfunkrat einbringen will. Auf Basis dieser Stellungnahmen wird der Rundfunkrat dann am 28. Februar über die Besetzung der noch freien Plätze entscheiden.
Wir stehen gut vorbereitet bereit.
Schutzkodex: Medienhäuser in der Pflicht
Medienhäuser müssen ihre Journalist*innen schützen. Symbolfoto: canva.com
Medienhäuser müssen ihre Journalist*innen schützen. Symbolfoto: canva.com
Journalistinnen und Journalisten in Deutschland können sich ab sofort online darüber informieren, ob ihr Medienhaus dem Schutzkodex für bedrohte Medienschaffende beigetreten ist. Unter www.schutzkodex.de  finden sie Informationen, welche unterstützenden Maßnahmen der Kodex umfasst. Der DJV-Bundesverband und andere Medien-Organisationen hatten den Schutzkodex im April vergangenen Jahres ins Leben gerufen. Medienhäuser, die sich dem Kodex angeschlossen haben, erklären sich dazu bereit, bestimmte Standards zum Schutz ihrer Mitarbeitenden umzusetzen. Der Kodex umfasst ein Dutzend praktische Maßnahmen wie feste Ansprechpersonen bei den Arbeitgebern sowie psychologische und juristische Unterstützung der Betroffenen bei verbalen und körperlichen Gewalterfahrungen. Weitere Informationen finden sich hier.
Jobangebot: Öffentlichkeitsarbeit für die IG Metall
Die IG Metall sucht eine freie Journalistin oder einen freien Journalisten, der für die Gewerkschaft die Medienarbeit der Geschäftsstellen Dresden und Riesa übernimmt. Dazu gehören unter anderem Meldungen für den Internetauftritt und die Begleitung von Aktionen und Veranstaltungen in sozialen Medien und mit Pressemitteilungen. Je nach Arbeitsanfall seien dafür fünf bis zehn Stunden pro Woche einzuplanen, heißt es. Rückfragen und Bewerbungen: stefan.ehly@igmetall.de 
Für mehr Diversität: Der MDR sucht Quereinsteiger
Der Mitteldeutsche Rundfunk möchte mehr Diversität in die Redaktionen bringen und hat dafür das Nachwuchsprogramm “MDR fresh” gestartet. Gesucht werden “junge Menschen mit unterschiedlichen Lebensperspektiven”, speziell auch mit Migrationshintergrund. Bewerbungen sind auch ohne Hochschulabschluss möglich. Die Teilnehmer des Programms sollen neun Monate praktische Erfahrung in den Bereichen Video- und Audioproduktion, Social Media, Radio und Fernsehen sammeln können. Bezahlt werden monatlich 1.790 Euro, am Ende soll eine berufliche Perspektive im MDR stehen. Es gibt fünf Plätze, die Bewerbung ist bis zum 13. Februar möglich. Zu weiteren Details geht es hier entlang.
In diesem Sinne: Bleiben Sie offen, divers & gesund - und auf bald!
Ihr
Lars Radau,
Geschäftsführer DJV Sachsen
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