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Von DJV Sachsen

DJV Update - Freie in der Pandemie, Warnstreik & Beitragsehrlichkeit

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6. April · Ausgabe #30 · Im Browser ansehen
DJV Update
Die Studie der Otto-Brenner-Stifung - Lese-Link unter dem Bild. Foto: OBS
Die Studie der Otto-Brenner-Stifung - Lese-Link unter dem Bild. Foto: OBS
Liebe Kollegin, lieber Kollege,
der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine tobt weiter, beinahe täglich werden neue Kriegsverbrechen und Grausamkeiten öffentlich. Das Leid der Zivilbevölkerung ist unermesslich, die journalistische Arbeit ist lebensgefährlich. Nach Angaben der ukrainischen Regierung sind seit dem Beginn des Krieges am 24. Februar 18 Journalist*innen getötet worden.
Da fällt es schwer, zur Tagesordnung überzugehen - gleichwohl ist auch die Corona-Pandemie alles andere als vorbei. Auch sie hat gravierende Auswirkungen auf Lebensumstände und (Über-)Leben auf der ganzen Welt, von normalen Menschen und von Journalist*innen. Die Otto-Brenner-Stiftung hat Ende März eine qualitative Regionalstudie zu Arbeitsbedingungen und zur Lage freier Journalist*innen in der Corona-Pandemie veröffentlicht und konstatiert eine “Erosion von Öffentlichkeit”.
Der Studie zufolge wurden viele freie Journalist*innen von der Corona-Pandemie hart getroffen. Während es für fast alle Freien gleichermaßen zu kurzzeitigen Einkommens- und Auftragseinbußen kam, blieben insbesondere nebenberufliche freie Journalist*innen im Print- und Lokalbereich längerfristig von Beschäftigungsmöglichkeiten abgeschnitten. Durch die Pandemie wurden bereits vor der Covid-19-Krise bestehende Probleme, wie etwa die schlechte Bezahlung, verstärkt. Sie bedrohen den Lokal- und Printjournalismus existenziell.
Die gesamte Studie ist hier zu lesen, die Kolleg*innen vom DJV Thüringen haben aber auch die Kernaussagen auf Twitter zusammengefasst - und der DJV-Bundesverband fordert auf Basis der Studie, dass die Honorare der freien Journalist*innen endlich auf ein angemessenes Niveau angehoben werden müssen.
Für den Tarif: Warnstreik beim Tagesspiegel
Die Redaktionsräume am Askanischen Platz in Berlin. Foto: Tagesspiegel
Die Redaktionsräume am Askanischen Platz in Berlin. Foto: Tagesspiegel
Wenn Sie diese Zeilen lesen, wird in der Tagesspiegel-Redaktion in Berlin einiges anders sein als üblich. Der DJV Berlin – JVBB hat gemeinsam mit Verdi die 520 Beschäftigten der Tageszeitung für diesen Mittwoch zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen. Dort laufen aktuell Tarifverhandlungen - am 29. März hatte die Geschäftsführung des zu Holtzbrinck gehörenden Verlages den Gewerkschaften ein neues Angebot vorgelegt, welches nur für einen Teil der Belegschaft ein höheres Einkommen versprach.
Die Verlagsspitze des Tagesspiegels will nach Angaben des JVBB weder die Gehälter angemessen erhöhen noch wie vereinbart in den kommenden Jahren nach Branchentarifvertrag zahlen – es sei denn, der Tagesspiegel schriebe schwarze Zahlen. Das tut der Tagesspiegel allerdings bereits seit vielen Jahren nicht mehr. Im Hinblick auf den kürzlichen Tarifabschluss bei ZeitOnline, die ebenfalls zur Holtzbrinck-Gruppe gehört, sagt der Vorsitzende des DJV Berlin – JVBB, Steffen Grimberg: „Eine Zweiklassengesellschaft darf es nicht geben. Wer wie der Tagesspiegel den Anspruch erhebt, ein Leitmedium zu sein, muss die Beschäftigten auch nach dem Flächentarif bezahlen.“ Dieser Forderung wollen die Gewerkschaften auch um 12 Uhr Mittags mit einer Kundgebung Nachdruck verleihen.
Aus sächsischer Perspektive ist die Angelegenheit unter anderem deshalb interessant, weil der Tagesspiegel seit einigen Jahren die Bundespolitik-Berichterstattung für die Sächsische Zeitung zuliefert und erst seit kurzem auch weitere Mantelressort-Seiten bestückt.
Seminartipp: Künstliche Intelligenz im Journalismus
Die private Leipzig School of Media (LSOM) bietet etliche Seminare, die sich “an Journalist*innen wenden, die ihren beruflichen Horizont und ihre Fertigkeiten erweitern wollen”. So ist etwa für Ende April ein Präsenzseminar zu künstlicher Intelligenz (KI) im Journalismus geplant. Allerdings sind die kostenpflichtigen Angebote der LSOM nicht unbedingt preiswert. Mitglieder des DJV Sachsen können aber auf Weiterbildungsveranstaltungen aus dem offenen Programm einen Rabatt von 10 Prozent auf die Teilnahmegebühr bekommen. Infos und den Rabatt-Code gibt es hier: service@djv-sachsen.de
Save the date: Terminankündigungen
In Kürze und zum Vormerken im Kalender einige Veranstaltungen, zu denen wir Sie herzlich einladen wollen: Gemeinsam mit dem Presseclub Dresden planen wir für den 9. Mai eine Kandidatenrunde zur Dresdner Oberbürgermeisterwahl. Eine Woche später, am 16. Mai, haben wir den neuen Landespolizeipräsidenten Jörg Kubiessa zum Gespräch eingeladen. Der DJV-Bundesverband beschäftigt sich derzeit mit dem Thema “Journalismus im Hinterland” und wird dazu am 31. Mai und am 1. Juni auch eine Präsenzveranstaltung in Bautzen anbieten. Und nicht zuletzt wollen wir Sie natürlich und herzlich gerne zur Mitgliederversammlung des DJV Sachsen begrüßen - sie wird am 2. Juli stattfinden. Genauere Informationen folgen in den nächsten Ausgaben dieses Newsletters.
Echt gerecht? Der DJV Sachsen ist seinen Beitrag wert
Wir begleiten Kolleg*innen mit Rat und Tat im Berufsalltag, bei Demonstrationen, wir bieten ihnen Rechtsschutz und ein großes Netzwerk - und wir kämpfen gemeinsam mit anderen Gewerkschaften bei Tarifverhandlungen um gute Ergebnisse, von denen alle Kolleg*innen etwas haben. Das machen wir für Sie, unsere Mitglieder, sehr gern. Das hat aber auch seinen Preis - der über Ihre Beiträge abgedeckt wird.
Unsere Beitragsordnung ist nach dem Solidarprinzip gestaltet: Wirtschaftlich stärkere Mitglieder zahlen etwas mehr als wirtschaftlich schwächere. Uns ist auf der anderen Seite aber ebenso bewusst, dass sowohl die Corona-Pandemie als auch die derzeit galoppierende Inflation die persönlichen finanziellen Spielräume einschränkt.
Daher möchten wir es als freundliche Bitte formulieren, sich einmal die untenstehenden Beitragsstufen anzuschauen. Wir sind - als Solidargemeinschaft - auf eine korrekte Einstufung Ihrerseits angewiesen. Kurzum: Es geht um Beitragsehrlichkeit. Und damit letztlich auch um die Handlungsfähigkeit des DJV Sachsen. Sofern Einordnung und Realität nicht mehr so recht übereinstimmen., können Sie sich gern an uns wenden.
Selbstverständlich gilt das in beide Richtungen: Sofern also Gründe für einen reduzierten Beitrag nachgewiesen werden, passen wir diesen umgehend an. So oder so: Wenden Sie sich gerne an service@djv-sachsen.de.
In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund - und auf bald!
Ihr
Lars Radau,
Geschäftsführer DJV Sachsen
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