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DJV Update - DDV-Mediengruppe, Tageszeitungs-Tarife & Tonstörung

Revue
 
 
16. Februar · Ausgabe #27 · Im Browser ansehen
DJV Update
Dunkle Wolken über der DDV-Mediengruppe? Foto: Lars Radau
Dunkle Wolken über der DDV-Mediengruppe? Foto: Lars Radau
Liebe Kollegin, lieber Kollege,
Carsten Dietmann ist derzeit ein viel gefragter Mann. Das hat weniger damit zu tun, dass der Geschäftsführer der DDV-Mediengruppe seit vergangenem Dezember auch Vorsitzender des Presseclub Dresden ist. Sondern vielmehr damit, dass die Mediengruppe und vor allem die Sächsische Zeitung mittlerweile fast wie ein Fremdkörper im Bertelsmann-Konzern wirken. Mit der Fusion von RTL und Gruner + Jahr innerhalb des Bertelsmann-Konzerns sind daher auch Gerüchte über die einzige Zeitungsbeteiligung des Verlagshauses Gruner + Jahr entstanden. ( Aktuell gehören 60 Prozent der DDV-Mediengruppe zu Gruner + Jahr, die übrigen 40 Prozent hält die SPD-Medienbeteiligungsgesellschaft Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft). Zudem hat die Sächsische Zeitung erst kürzlich ihre redaktionelle Kooperation mit dem Berliner Tagesspiegel erheblich ausgebaut - der gehört zur Verlagsgruppe Holtzbrinck. Hinzu kommen weitere Herausforderungen, etwa im Druckerei-Bereich. Die Fragen, was also aus der Zeitung und der gesamten Mediengruppe (zu der unter anderem noch saechsische.de, Morgenpost/Tag24, Post Modern, Oberüber + Karger und einige andere gehören) mittelfristig wird, sind demzufolge naheliegend. Der Flurfunk Dresden hat sie in einem langen Interview gestellt.
Tarifabschluss für Tageszeitungen erreicht
Mehr Geld für Zeitungsjournalisten. Foto: Hermann Ernst / DJV
Mehr Geld für Zeitungsjournalisten. Foto: Hermann Ernst / DJV
Tarifverhandlungen mit Zeitungsverlegern waren selten einfach - aber noch seltener waren sie so schwierig wie diesmal. Denn zusätzlich zum ohnehin immer schwieriger werdenden Tageszeitungsgeschäft stützten nun auch noch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise die Argumentation der Arbeitgeberseite. Und dennoch ist es gelungen, einen aus DJV-Sicht guten Kompromiss zu erzielen:
Redakteur*innen erhalten eine steuer- und abgabenfreie Corona-Prämie in Höhe von 500 Euro. Zudem wurde eine lineare Steigerung der Entgelte um insgesamt 3,5% in zwei Schritten vereinbart Die Corona-Prämie bekommen in gleicher Höhe übrigens auch die Volontär*innen - was nicht unbedingt selbstverständlich ist, wie ein Vergleich mit anderen Abschlüssen der Branche zeigt. Zusätzlich steigen die Volo-Gehälter zum 01.09.2022 um 100 Euro und um weitere 2% zum Juni 2023. Und was ebenso, wenn nicht sogar noch wichtiger ist: Auch die Honorare der festen Freien bei Tageszeitungen steigen zu den gleichen Prozentsätzen - und auch für diese ist eine Corona-Leistung vorgesehen.
Alles in allem ist das Ergebnis ein annehmbarer Kompromiss. Aus Sicht des DJV Sachsen gibt es indes einen Haken: Alle sächsischen Tageszeitungen - und auch alle ostdeutschen - sind schon lange nicht mehr tarifgebunden, nahmen an den Verhandlungen also nicht teil. Etliche bezahlen ihre Mitarbeiter*innen aber “in Anlehnung” an die Tarifverträge - nun auf diese Anlehnung zu pochen, kann sicherlich nicht schaden.
MDR: Freienkongress und Bestandsschutz
Pandemiebedingt wird der ARD-Freienkongress auch in diesem Jahr online veranstaltet. Termin ist der 23. bis 25. März 2022. Geplant sind den Angaben zufolge Diskussionsveranstaltungen und Service-Foren an den späten Nachmittagen bis frühen Abenden.
Und noch ein Hinweis: Freie, die 20 bzw. 25 Jahre für den MDR gearbeitet haben, haben Anspruch auf Bestandsschutz. Dieser muss allerdings beantragt werden, und zwar in den 12 Monaten bevor die 20 (bzw. 25) Jahre erreicht sind. Wer diese Frist verpasst, hat dann noch weitere 12 Monate Zeit, um zum nächsten Jahr Anspruch auf Bestandsschutz zu haben - ansonsten erlischt der Anspruch! Antragstellung über btv-koordinierung@mdr.de.
Und falls es Probleme gibt (bspw. Ablehnung oder Falschberechnung) bitte unbedingt an die Schiedskommission über Kommission-Bestandsschutz-Programmgestaltung@mdr.de wenden. 
Negativpreis "Tonstörung" für die Staatsregierung
Die Landespressekonferenz (LPK) vergibt ihren Negativpreis “Tonstörung” in diesem Jahr an die Staatsregierung Sachsen. Das hat die von den Mitgliedern der LPK gewählte Jury beschlossen. Mit der Preisvergabe kritisiert die Vereinigung landespolitischer Journalistinnen und Journalisten die Informationspolitik der sächsischen Staatsregierung während der Corona-Pandemie. “Ausdrücklich möchte die Jury nicht einzelne Ministerien in den Mittelpunkt ihrer Kritik stellen, da es im vergangenen Jahr eine Vielzahl von Kommunikationsproblemen gegeben hat, die sich nicht auf ein oder zwei Häuser konzentrieren”, heißt es in der Pressemitteilung.
Soweit. Bleiben Sie gesund - und auf bald!
Ihr
Lars Radau,
Geschäftsführer DJV Sachsen
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