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DJV Update - Bundesverbandstag und eine kleine Bild-Geschichte

Revue
 
 
9. November · Ausgabe #20 · Im Browser ansehen
DJV Update
Liebe Kollegin, lieber Kollege,
wenn Sie diesen Newsletter lesen, ist eine kleine Delegation des DJV Sachsen in einer sehr großen Kongresshalle in Bochum vermutlich noch damit beschäftigt, Anträge zu wälzen, zu debattieren und abzustimmen. Nach corona-bedingtem Ausfall im vergangenen Jahr hat sich der DJV entschlossen, seinen Bundesverbandstag in diesem Jahr wieder in Präsenz stattfinden zu lassen. Dafür hatte der Verband extra Hallenplatz dazugebucht - die rund 200 Delegierten sollen mit reichlich Abstand voneinander arbeiten können. Zudem gilt vor Ort ein strenges 3G+-Konzept, alle Teilnehmer*innen - auch Geimpfte und Genesene - müssen prinzipiell vor dem und für den Zutritt einen tagesaktuellen Test vorlegen.
Die Arbeit auf dem Verbandstag ist eher selten vergnügungssteuerpflichtig, gleichwohl werden wichtige Weichen gestellt. In diesem Jahr etwa standen Neuwahlen des Bundesvorstandes an:
Der neue Bundesvorstand. Fotos: Frank Sonnenberg/DJV
Der neue Bundesvorstand. Fotos: Frank Sonnenberg/DJV
An der Spitze steht für weitere zwei Jahre der freie Journalist und Hochschuldozent Frank Überall, den die Delegierten im Amt bestätigten. Zu Stellvertretern wurden die freie Journalistin Anne Webert aus Bayern und der Tageszeitungsjournalist Mika Beuster aus Hessen gewählt. Beuster gehörte dem letzten Bundesvorstand als Beisitzer an. Webert ist Vorsitzende des Fachausschusses Freie im DJV. Als Schatzmeisterin wurde Katrin Kroemer aus Nordrhein-Westfalen wiedergewählt. Sie wacht seit 2015 über die Finanzen des DJV. Als Beisitzer wiedergewählt wurde der Berliner Journalist Philipp Blanke. Die freie Journalistin Mariana Friedrich aus Thüringen zieht als Beisitzerin neu in den Vorstand ein, ebenso der Wissenschaftsjournalist Harald Stocker aus Bayern, der bisher im DJV-Fachausschuss Rundfunk aktiv ist.
So ist der neue Bundesvorstand aus sächsischer Sicht eine gelungene Mischung aus vielfach bewährten Kolleg*innen und engagierten, motivierten Neuen. Wir gratulieren und freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit. Oder wie man in Bochum, tief im Westen, sagt: Glück auf!
Eine kleine Bild-Geschichte
DJV in Sachsen
Wir wundern uns: Die Kollegen von @vuecritique haben bei #le0611 einen Moment auf Video gebannt, bei dem ein Polizist verletzt wird. Er wird mit einer Flüssigkeit besprüht. Ein Screenshot ist heute offenbar (schärfer) in der Bundesausgabe der @BILD - ohne Nachfrage & Genehmigung. https://t.co/Y8FIH5GroQ
Das Foto ist - im Tweet - bewusst unscharf gehalten, der Sachverhalt ziemlich klar. Die Bild-Zeitung hat sich für ihre Berichterstattung über die Querdenker- und Neonazi-Demonstration am vergangenen Sonnabend in Leipzig beim Instagram-Account zweier junger Leipziger Kollegen bedient und einen Screenshot eines Videos als Foto genutzt. Offenbar in der Bundesausgabe, immerhin mit - kleinem - Quellenhinweis, ganz bestimmt aber ohne Rückfrage und Genehmigung.
Wir haben uns darüber bei Twitter verwundert gezeigt - und waren selbst von der Dynamik der sozialen Medien überrascht. Weniger von den mehr als 96000 Impressions, die der Tweet bis heute Vormittag gesammelt hatte. Sondern vielmehr von der Telefonkette, die er offenbar in Gang gesetzt hatte. Zu den ersten 50 von mittlerweile 300 Personen, die dem Tweet ein “Like” gaben, gehörte auch der nach dem Abgang von Julian Reichelt Ende Oktober gerade erst ins Amt gekommene neue Chefredakteur der Bild, Johannes Boie. Die Gelegenheit war also günstig:
DJV in Sachsen
Guten Abend, Herr @johannesboie - wir fänden es einen feinen Zug, wenn Sie diesen verwunderten Tweet nicht nur likten, sondern Kontakt mit den Kollegen von @vuecritique aufnehmen ließen. Stellen wir gegebenfalls gerne her.
Nach unseren Informationen wies Boie den Bundes-Fotochef an, die Sache zu klären. Der wiederum wandte sich an den zuständigen Leipziger Foto-Desk - von wo keine anderthalb Stunden nach dem Ursprungs-Tweet folgende Reaktion kam:
Das Ende vom Lied: Die jungen Kollegen können und werden der Bild-Zeitung eine ordentliche Rechnung stellen. Die prompte Regelung und die klare Entschuldigung sind - zumindest nach den bisherigen Erfahrungen etlicher Kolleg*innen - ein sehr neuer Ton im Hause Bild. Der ist ohne Frage begrüßenswert.
Um so gespannter sind die jungen Demo-Reporter (und wir) auf die Reaktion der ebenfalls zu Springer gehörenden Berliner Boulevardzeitung BZ - die hatte das Foto in exakt gleicher Aufmachung ebenfalls gedruckt, ebenfalls ohne jegliche Rückfrage.
Mit freundlichen Grüßen - und bis zum nächsten Mal!
Ihr
Lars Radau,
Geschäftsführer DJV Sachsen
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