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50 Jahre Frauenstimmrecht – Grund zur Freude oder Scham?

Das Beste der Woche
Mark Liebenberg Mark Liebenberg
Redaktor Stadt Schaffhausen
Hinter uns liegt eine Woche, die im Bann eines Ereignisses stand, welches ein halbes Jahrhundert zurückliegt. Der Einführung des Frauenstimmrechts auf eidgenössischer Ebene im Jahr 1971. Spät kam sie, die volle politische Gleichberechtigung in unserem Land. Ein Jubiläum, dass zum Nachdenken anregt, wie eine ganze Reihe von Beiträgen in den Schaffhauser Nachrichten dieser Woche beweist (hier geht es zum Dossier).

Nachdenken kann man allenfalls auch gut beim Stricken. Das dachten sich engagierte Schaffhauserinnen und kamen auf die Idee, einen Quilt aus 1971 gestrickten Einzelteilen anzufertigen - als Reverenz an die denkwürdige Abstimmung im Jahr 1971. Strickende Schaffhauserinnen, aber auch einige Schaffhauser, sandten dann über 3000 solcher Quadrate. Diese sind im Stadttheater zum grossen Teppich zusammengesetzt worden. Eine schöne Hommage an die Streiterinnen für das Frauenstimmrecht, wie meine neue Kollegin Regula Lienin aus dem Kantonsressort schreibt.
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Wie unerschrocken Frauen ein halbes Jahrhundert ihre politischen Rechte wahrnehmen, zeigte diese Woche ein Beitrag aus unserem Ressort Weinland. Ist es richtig, dass Kinder unter zwölf Jahren im Kanton Zürich in der Schule Gesichtsmasken tragen sollen? Nein, sagt die Feuerthaler Familienfrau Andrina Trachsel und hat eine Petition lanciert, um dem Entscheid der Behörden in der fernen Kantonshauptstadt zu widersprechen. Über Sinn und Unsinn von bestimmten Coronamassnahmen kann man geteilter Meinung sein – über die Bedeutung der Zivilcourage für eine lebendige Demokratie hingegen schwerlich.
Und so sehr die zweite Welle der Corona-Pandemie langsam wieder abflacht, so heftig beginnt die Auseinandersetzung über die Einordnung dessen, was in diesem ganzen verrückten Jahr 2020 über uns gekommen ist. Haben wir es mit der grössten Gesundheitskrise seit Jahrzehnten zu tun – oder hat die Schweiz überreagiert? Denn mit Blick auf die Sterblichkeitszahlen steht das Land nicht schlechter da, als in anderen Jahren mit Grippewellen, liest man nun allerorten. Diese Darstellung hält Markus Schneemann, Chefarzt am Kantonsspital Schaffhausen, für «irreführend und gefährlich». Im SN-Interview zerlegt er derlei simple Vergleiche und sagt: «Man geht davon aus, dass der Lockdown der Schweiz 30'000 Tote erspart hat.»
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Im Lockdown ist auch das kulturelle Leben. Kulturschaffende können abermals ihren Beruf nicht ausüben, wie die Veranstalter müssen sie mit staatlichen Härtefallhilfen über die Runden kommen. Aber dünne Silberstreifen zeigen sich am Horizont. Zwei der wichtigsten Kulturveranstaltungen Schaffhausens – das Jazzfestival und das Internationale Bachfest – bleiben vorsichtig optimistisch: Alles neu macht der Mai? Prinzip Hoffnung in einer Branche, die nicht anders kann, als auf bessere Zeiten zu setzen.
Im grossen Leitartikel in der Samstagsausgabe widmet sich Isabel Heusser dem Thema der Woche: Der Kampf von vielen Generationen von Schweizer Frauen war hart, aber er hat sich gelohnt, schreibt meine Kollegin. Zwar gebe es in einigen Bereichen noch Nachholbedarf. Man dürfe aber auch konstatieren, dass «sich in den letzten 50 Jahren punkto Gleichstellung sehr viel getan» habe.
Einiges könnte sich auch in der Stadt Schaffhausen tun, entscheidet die Stimmbevölkerung doch heute über ein Budgetreferendum und ein staatliches Restaurantprojekt. Die Resultate erhalten Sie schnell, kompetent und zuverlässig auf shn.ch.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag.
Ihr Mark Liebenberg

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