vonGammCom Global Revue - Issue #9 - Katzen als Spione - Macron - Funktionsjackenträger - BahnCloud - Gold

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Annette Heinisch, die selbst lange Jahre in Frankreich gelebt hat, nimmt in dem gerade veröffentlicht
 
April 27 - Issue #9

vonGammCom Global Revue

Executive Services, Outsourcing, Strategy, People, Politics, Business - vonGammCom Global Institute for Change, http://von-gamm.com

Annette Heinisch, die selbst lange Jahre in Frankreich gelebt hat, nimmt in dem gerade veröffentlichten Beitrag „Dialog unter Gehörlosen“ eine kurze Nachbetrachtung zur Wahl in Frankreich vor. Vor lauter Freude über die vermutliche Niederlage von Frau le Pen wird in Deutschland die dezidierte Analyse dessen unterlassen, was die Wahl Macrons für Frankreich, Deutschland und Europa bedeuten würde. Die Autorin betrachtet die Interessenlage etwas genauer: „Zum Einen verkennen wir, daß Macron zwar proeuropäisch ist, aber die EU konsequent zum Nutzen französischer Interessen umbauen will: Der deutsche Exportüberschuss ist ihm ein Dorn im Auge. Er will er Staatsschulden sozialisieren und Eurobonds einführen, ein echtes EU – Budget mit Hunderten Milliarden einführen und einen eigenen Finanzminister der Eurozone. Nach dem Ausscheiden Großbritanniens wird nun Frankreich die Führungsrolle in der EU übernehmen. Es hat zusammen mit den ebenso notleidenden Ländern der sogenannten “Club Med–Fraktion” die Mehrheit und kann sich schon rein rechnerisch nur auf Kosten Deutschlands sowie der weiteren Geberländer über Wasser halten. Er geht voran, wie sein Motto sagt, aber eben für Frankreich.“
"Bumm” - machte es am Dienstag - die Deutsche Bahn will also ihre IT Infrastruktur in die Amazon Cloud verlagern, sagt der Chef von DB Systel Gerald Hofer, der IT Tochter der Bahn. Jetzt stellt sich die Frage: Wie viele größere Unternehmen als die Deutsche Bahn gibt es in Deutschland noch mit IT Bedarf? Recht wenige. Ein großer Teil der Bahn-IT steht nachts recht träge herum wenn die Kunden keine Tickets wollen und kostet trotzdem Geld - vielleicht weiß Amazon besser etwas damit anzufangen - eventuell in einer anderen Zeitzone. Insofern vielleicht eine gute Idee, Geld zu sparen. Vielleicht. Ich möchte nicht vorschnell urteilen, aber das muß man Fall für Fall spezifisch rechnen.
Die digitale Transformation klappt jedoch ansonsten bei den wenigsten Unternehmen reibungslos. Denn die Beharrungskräfte sind sehr groß. So hatte ich kürzlich ein Gespräch mit dem Miteigentümer eines größeren Handelshauses für Bekleidung. Die Besucherfrequenz in den Läden - alles Citylagen - nimmt pro Jahr um 6% ab, das seit nun etwa 5 Jahren. Man kann sich ausrechnen, daß die wenigeren Besucher wohl nicht so einfach den Umsatz auffangen können, wenn man nicht neue Wege geht. Ich sah mir dann seine Internetseite an und fragte: “Kann man da auch shoppen und das dann im Laden abholen? Oder sich das bringen lassen, nicht jeder hat ja Lust seine Einkäufe mit der S-Bahn nach Hause zu schleppen?” Fehlanzeige. So ein Beispiel von vielen. Gerade im Frontoffice- und Retail-Bereich gibt es viel zu tun, aber auch in den Backoffices. Gleichzeitig gibt das Chancen für Neues - so die Firma Polishangel - ein Spezialist für Luxus-Autopflege - die von On-Line nun zusätzlich Offline gegangen ist und unter anderem in Oslo am Flughafen einen Premium-Store für ihre Autopflegemittel aufgemacht hat. 
Während man nun in der digitalen Transformation die Hausaufgaben verpaßt wirft derweil der HR Künstler die altgedienten COBOL-Experten raus. Wer braucht schon Mainframes? Nun, die Anwendungen sind alt, aber oft der Kern bestimmter Betriebe, und ich möchte nicht die Kundenliste der IBM mit ihren MIPS-Zahlen runterbeten… Nahezu jeder dort hat ein COBOL-Thema, und wenn es das nicht ist, ist es im Zweifelsfall PL/1. Die Folge: Stillstand und Gefahr. Eine große deutsche Bankengruppe zum Beispiel hat ihre Kernbankenanwendung in der Tiefe seit etwa 40 Jahren gleich gelassen - Online-Banking - zuerst mit BTX und dann mit Internet - wurde draufgestöpselt, der Euro drübergeknallt und SEPA drauf - und am Ende kam schnell noch eine App dazu kurz gesagt. Und alles schön noch in Klassik-COBOL. Im Kern ist alles noch gleich. Denn keiner weiß mehr wie das Ding funktioniert. 
Das Heim wird immer smarter und viele nutzen diese praktischen Schaltsteckdosen. Die kann man wunderbar über eine App steuern und damit dann seine Lampen von der Ferne ein- und ausdrehen, sogar die Heizkörperventile kann man “smart” steuern. Dumm bloß daß die Biester Sicherheitslücken haben und das WLAN ausschorcheln (können), sagt die c’t. Apropos ausschorcheln: Die CIA hatte mal damit experimentiert, Katzen zu verwanzen, also elektronisch. Die Batterie wurde unter dem Pelz eingebaut, die Ohren hatten Richtmikrofone, der Schwanz wurde als Antenne verwendet. Ideal eigentlich, auch wenn man dafür die Katze aufschnippeln und wieder zunähen mußte. Dummerweise ist der Prototyp suizidal über die Straße gelaufen und wurde von einem Lieferwagen erfasst, nix mit neun Leben
Die Börse jubelt. Jedoch sollte man auch auf bestimmte Faktoren achten - zum Beispiel wie lange man arbeiten muß um einen Aktienindex zu “kaufen”. Und da sind wir auf einem Niveau der schon crashverdächtig ist, in den USA. In Deutschland sind wir noch etwa 400 Punkte entfernt - das liegt daran, daß der DAX ein Performance-Index ist und kein Kursindex. Wenn Sie den Unterschied nicht kennen und trotzdem Aktien gekauft haben: Dann hätten Sie auch gleich zum Pferderennen gehen können - sorry. Selbst schuld. 
Gut, spätestens jetzt werden Sie mich hassen - aber Klugheit soll einsam machen. Das ist eine gute Entschuldigung für diejenigen, die am Mittwochabend zuhause sitzen und eine Lebenskrise bekommen. Aus Erfahrung sage ich: Rotwein hilft! Thema Klugheit: Manchmal schreibt jemand etwas Bahnbrechendes und keiner merkt’s. So geschah es in der Welt der Mathematik. Der Statistikprofessor im Ruhestand Thomas Royen von der FH Bingen fand einen sehr schönen mathematischen Beweis über mehrdimensionale Normalverteilungen - intuitiv zum Beispiel die Normalverteilung zwischen Größe und Gewicht erkennbar - und kaum einer hat es in der mathematischen Fachwelt über Jahre bemerkt. Denn auch dort gibt es so Herdentriebe und Massenblätter, in die man als “Außenstehender”, in dem ebendieser FH-Professor, kaum reinkommt. Wer dann immer noch an die Theorie der effizienten Märkte glaubt, dem ist nicht zu helfen, wo wir schon wieder beim Absatz darüber wären. Aber nix zu wissen ist heute ja der ultimative Luxus. 
Apropos Luxus: Ich war mal mit einem Freund in Thailand beim Shoppen - und so kam es dann, daß wir in einen durch eine Doppeltüre versteckten Hinterrraum geführt wurden, wo es viele wunderbare gefälschte Uhren gab - edler Fake soweit das Auge reichte. Die japanischen gefälschten, so erklärte uns der thailändische Luxusuhrenexperte, seien dabei die besten. Und so kaufte sich mein Freund eine ziemlich goldene Bulgari, ich nannte sie liebevoll “Bulgaire”. Dummerweise wurde sofort nach Kauf eine Schraube locker, das Armband fiel ab. Mit viel Charme und Überredungskunst brachte er - zurück in Europa - einen Uhrmacher eines Original-Bulgari-Dealers dazu, die Schraube zu ersetzen. Das kostete mehr als die ganze Uhr. Seine Uhr wurde dadurch ein Stück echter. Im beigefügten Artikel über falsche Uhren lesen wir, daß der Markt für gefälschte Uhren sich anheizt - sogar die werden teurer - und besser. Hoffentlich sind dann die Schrauben nicht locker.
Nicht nur in München-Schwabing läuft gerne der sogenannte “Funktionsjackenträger”, Modell “Spezialdemokrat”, herum: NorthFace Jacke, Wanderschuhe, schmutziger Dreitagebart, ewig pseudojung und das mit 50plus. Meiden sollte man als Gentleman solche Orte, denn die Schlappschwanzigkeit kann man diesen Menschen ansehen, meint der Aurtor des Beitrags in “The European”. Kann man auf die Jugend hoffen? Nur bedingt, denn dummerweise gibt es das Pendant als Millenial-Hipster-Kind, Modell: Memme. Manche behaupten, diese Zustände liegen an der Ideologie des Relativismus der französischen Intellektuellen, dem Trio infernale: Lyotard, Derrida und Foucault. Aber gut Frankreich: Warten wir noch eine gute Woche uns sehen wir dann wie das Volk dort entschieden hat.
Derweil empfehle ich einen guten Fisch nach beiliegendem Kochrezept. Hören Sie das Liedlein von Gigliola Cinquetti an. Wer die kennt ist entweder schon 60plus oder hat exquisiten Geschmack. Und danach schauen Sie sich die Luftmatratzenexpertin Sofia Vergara an, denn die erklärt Ihnen genau wie man sich badet ohne sich dabei naß zu machen - eine wichtige Fertigkeit nicht nur in der Politik. 

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