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Republica langweilt, SPD enttäuscht & KI braucht Europa - Issue #8

Revue
 
Eine Woche voller Digitalisierung liegt zurück. Erst war ich auf der republica und dann beim ersten B
 

Ann Cathrin's Digital Digest

May 6 · Issue #8 · View online
Eine wöchentliche Sammlung von Artikeln zur Digitalisierung, Netzpolitik und Social Media und welchen Einfluss dies alles auf unsere Gesellschaft und Politik hat.

Eine Woche voller Digitalisierung liegt zurück. Erst war ich auf der republica und dann beim ersten Bundeskongress des cnetz zu Gast. Die republica fand ich dieses Jahr irgendwie ziemlich lahm. Erst die Sache mit der Bundeswehr, dann fehlten mir die Visionen - es wurde wieder über die gleichen Probleme wie seit zwei Jahren diskutiert und ich habe nicht das Gefühl, dass wir auch nur einen Schritt weiter sind. VR Brillen waren der Hit bei den Ausstellern, als wäre es 2016 und das Programm war einfach so viel - man musste in der App ja ewig nach links scrollen um alles zu sehen. Vielleicht kränkle ich auch zu sehr und fand daher alles mies 🤷🏽‍♀️ Aber Anyway: zum Start gab es ein tolles Frühstück, organisiert von Ricarda, die ProSiebenSat1 Group hat mich interviewt und vielleicht waren ja doch ein paar Talks ganz gut - hörte sich in manchen Tweets so an und ich werden mich mal durch YouTube klicken. 
Dafür war es in Eltville beim cnetz sehr schön - trotz kränkeln. Ich habe einen Impuls zum Thema “Integration & Digitalisierung” gehalten und wollte mal aufzeigen, dass wir als Mehrheitsgesellschaft da auch was tun müssen. Zuhören zum Beispiel. Social Media ist dafür sehr gut geeignet, denn da gibt es ziemlich viele Migrant:innen, die ihre Stories erzählen. All time favorite: die Datteltäter. Eltville ist übrigens als Stadt der Wahnsinn. Sollte ich jemals wieder in eine Kleinstadt ziehen, dann wohl dorthin. Der Wein ist grandios, und da sie meinen hier am Kollwitzmarkt rausgeschmissen haben, stehen die Chancen für das Städchen nicht schlecht!
Kommt gut in die neue Woche, 
Ann Cathrin

Chelsea Manning war auf der republica. Ich habe ihren Talk nicht gesehen, habe von anderen gehört, dass er nicht so umwerfend war, wie erwartet. Das, was aber hier im Text über ihren Auftritt steht, finde ich sehr spannend und wichtig. Sie geht auf die Wichtigkeit von Diversität bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz ein und mahnt, dass Entwickler:innen dringend eine Art hippokratischen Eid bräuchten und sich verweigern müssten, gewisse Technologien (weiter) zu entwickeln, die gegen (ihre) ethischen Grundsätze sprechen. Finde ich großartig! Denn zu oft höre ich momentan Untergangsfantasien und dass die Maschinen alles steuern werden, ohne dass wir es kontrollieren könnten. Ich glaube, wir können und müssen vor allem jetzt als Gesellschaft diskutieren was wir wollen und was nicht - und dann eben nicht jeden Quatsch entwickeln, nur weil es möglich wäre. Genau deswegen ist Ethik jetzt wichtiger denn je!
Chelsea Manning über KI: „Es ist gefährlich“ | WIRED Germany Chelsea Manning über KI: „Es ist gefährlich“ | WIRED Germany
Die FAZ sprach mit einer der Gründer:innen von Algorith
Die FAZ sprach mit einer der Gründer:innen von Algorithm Watch, Lorena Jaume-Palasí. Ich finde ihre Antworten sehr charmant, von ihrer Ablehung einer digitalen Grundrechtecharta bis hin zu ihrer Erklärung, dass es keinen Algorithmen-TÜV brauche, sondern stattdessen eine Überprüfung bei entsprechenden Behörden. Die Technologie habe nicht im Mittelpunkt zu stehen, sondern das, was sie mit der Gesellschaft und dem Menschen mache. Schließelich werde ja auch nicht die PS-Zahl eines Autos reguliert, sondern die Geschwindigkeit, die man fahren darf. Spannend!
Der Skandal um Cambridge Analytica ist inszeniert Der Skandal um Cambridge Analytica ist inszeniert
Ich finde es erstaunlich, wie oft man immer noch erzählen muss, warum Diversität wichtig ist. Aber dennoch erkläre ich es immer und immer wieder und weise darauf hin, dass bei (technischen) Entwicklungen ziemlich viel gespart werden kann, wenn man die Bedürfnisse und Erfahrungen vieler Perspektiven mit einspeisen kann. Und so sehr man sich auch bemüht, es kann gar nicht gelingen, als nicht Betroffene:r an alles zu denken. Ebenso wichtig sind daher diverse Teams beim Thema Cybersecurity - weil z.B. Frauen ganz anders handeln und agieren im Netz oder einfach durch andere Lebensrealitäten ganz andere Angriffspunkte bieten. Außerdem sind Frauen und auch Minderheiten häufig Opfer von Identitätsklau oder Missbrauch im Netz - auch hier können sie andere Perspektiven auf Lösungen für diese Probleme liefern. 
Die Sicherheitsforschung braucht mehr Frauen | WIRED Germany Die Sicherheitsforschung braucht mehr Frauen | WIRED Germany
Christoph Kappes wurde eingeladen, die KI-Strategie Europas beim Vizepräsidenten der EU-Kommission, Andrus Ansip, zu kommentieren. im Nachgang veröffentlichte er drei Thesen dazu, die ich sehr spannend finde, insbesondere die Nummer 2 zu einer europäischen KI der Vielfalt. Außerdem plädiert er dafür, dringend Geistes- und Sozialwissenschaften stärker bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz mit einzubeziehen. 
Anmerkungen zur KI-Strategie Europas | Christoph Kappes Anmerkungen zur KI-Strategie Europas | Christoph Kappes
Das berühmte Zitat über Facebook, dass man nicht der oder die Kund:in von Facebook sei, sondern das Produkt, ist ursprünglich über das Fernsehen gesagt worden. Die Produkte von Facebook und Google sind die Google Suche, der Google Assistent und der Facebook News Feed. Die Dinge also, um die sie sich wirklich bemühen, so dieser Artikel. Und da wir nicht das Produkt sind, hätten wir eigentlich auch viel mehr Möglichkeiten, Facebook und Co zu steuern. Ein Bezahlmodell würde Probleme auch nicht lösen. Es wäre vor allem nicht gut, wenn nur Menschen, die es sich leisten können (und damit vor allem kaum junge Menschen) sich ein werbefreies und damit weniger Daten verarbeitendes Facebook leisten können. 
There’s something nihilistic about telling people they’re the product of a gigantic corporation and there’s nothing they can do about it. “You are the product” paints us as powerless pawns in Facebook’s game but gives us no leverage with which to improve our predicament.
It also seems to carry a strange implication that everything would be solved if only we had to pay for the privilege of social networking. 
Are you really Facebook’s product? The history of a dangerous idea. Are you really Facebook’s product? The history of a dangerous idea.
Mir ist schon eine Weile bange, was einige Sozialdemokraten dem Internet an Meinungsvielfalt verordnen wollen. Katarina Barley fordert eine Zwangsbeglückung mit Themen, die manch einen einfach nicht interessieren. Staatssekretärin Heike Raab sagte nun auf der republica folgendes: “Transparenz allein reiche nicht aus, um "kommunikative Chancengleichheit” im Netz herzustellen. “Wir brauchen unabhängige, gut recherchierte Nachrichteninformationen gegen Fake News”, betonte sie.“ Und auch hier frage ich mich, während ich mich noch vor schaudern schüttele, wer das denn eigentlich entscheiden soll, was wirklich unabhängig, was "gut recherchiert” ist? Auch eine “privilegierte Auffindbarkeit” sehe ich ganz kritisch. Soll es der Öffentlich Rechtliche sein? Das halte ich, als jemand, der den ÖR gut findet, wirklich für fatal. Mit einem freien Netz und freiem Markt war es dann. Hört sich für mich eher nach staatlich verordneten Nachrichten an. Staatsministerin Monika Grütters von der CDU schlägt leider in die gleiche Kerbe. Ihr Update für ein Urheberrecht im Netz hört sich auf den ersten Blick so fortschrittlich an - allerdings unterstützt sie damit Uploadfilter, also Zensur im Netz. Pfui! Dass sie schon in der Überschrift meint, der Freiraum im Internet vertrage sich nicht gut mit der Demokratie finde ich ebenfalls arg bedenklich. Ihr Gastbeitrag zeigt mir nur eines: Digitalisierung nicht verstanden
Bundesländer: Google & Co. sollen die Kriterien ihrer Algorithmen offenlegen | heise online
Bundesländer: Google & Co. sollen die Kriterien ihrer Algorithmen offenlegen | heise online
Deine Einstellung zu Überwachung und Tracking reflektiert Deine politische Einstellung, sagt eine neue Studie aus den USA. Rate mal, ob Gegner der Überwachung eher die Republikaner oder eher die Demokraten wählen 😉Ob diese Tendenzen auch in Deutschland zutreffen? Grob würde ich sagen: ja!
Creepy or Not? Your Privacy Concerns Probably Reflect Your Politics  - The New York Times Creepy or Not? Your Privacy Concerns Probably Reflect Your Politics - The New York Times
BOTTOM OF THE LETTER
BuzzFeedNewsDE on Twitter: "Wir haben uns entschieden, aus unserem Politikreporter einen "Schwerpunktreporter für Grund- und Freiheitsrechte" zu machen. Hier erklären wir, warum: https://t.co/jG4OsBfxbo"
Darija H. Bräuniger
Ich finde ja, die Republica muss weg von der ewigen Dauerbeschreibung des Status Quo und wieder hin zu den Zukunftsthemen. #my2cents #rp18
4:17 PM - 2 May 2018
Juliane Hüttl
Gerhart Baum meldet sich bei der Fragerunde aus dem Publikum. "Ich war mal Innenminister..." und hält flammendes Plädoyer gegen Bayerisches #PAG und für #Bürgerrechte Danke dafür! #rp18
12:56 PM - 4 May 2018
Christian Schwarz
@dasgesetzbinich: "Viele hören es nicht gerne, aber Hass ist nicht verboten." #NetzDG #rp18
4:22 PM - 3 May 2018
Was für ein Ambiente für meinen Vortrag!
Nach dieser Woche...
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