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🔥Offener Brief an MdEP 📬 Creepy Facebook 🎙Liebe machen mit Tech 🤖 - Issue #13

Revue
 
Eigentlich wollte ich Urlaub machen. Eigentlich wollte ich aber auch die letzten zwei Wochen einen Ne
 

Ann Cathrin's Digital Digest

July 1 · Issue #13 · View online
Eine wöchentliche Sammlung von Artikeln zur Digitalisierung, Netzpolitik und Social Media und welchen Einfluss dies alles auf unsere Gesellschaft und Politik hat.

Eigentlich wollte ich Urlaub machen. Eigentlich wollte ich aber auch die letzten zwei Wochen einen Newsletter geschrieben haben. Eigentlich. Eigentlich ist eigentlich gar kein Wort, sondern eine Lebensauffassung, sagte Kurt Tucholsky mal, aber dann dürfte es heute auch eigentlich keinen Newsletter geben und am Freitag hätte ich nicht für LOAD den gemeinsamen Brief der netzpolitischen Vereine an die MdEP unterstützen können, denn eigentlich wollte ich ja Urlaub machen. Aber es gibt immer Sachen, die sind nun mal wichtiger. Der Brief war es auf jeden Fall - dazu unten mehr. 
Ich sollte meinen Eindruck von der Cebit schildern, der steht noch aus. Ja… Riesenrad fahren war toll. Ich habe Freundinnen für den Public Sector etwas begeistern können und ich darf im Beirat der Kompetenzzentren des IT-Mittelstands sein - der hat sich dort konsitutiert. Ansonsten… Puh. Ich war nicht wirklich begeistert - wenn ich nächstes Jahr wieder eingeladen werde, gehe ich vielleicht hin. Wenn nicht, dann nicht. 
Ansonsten waren die letzten zwei Wochen unglaublich voll und unglaublich bereichernd. Ich durfte den Aktivisten Nikhil Pahwa aus Indien zum Mittagessen treffen, der sich für Netzneutralität weltweit einsetzt. Wir haben über diese und das NetzDG hier in Deutschalnd gesprochen. Am Abend habe ich mit Henning Tilmann von D64 und Jörg Müller-Lietzkow vom cnetz diskutiert. Das erste Mal, dass alle drei netzpolitischen Vereine auf einem Podium waren.
Vergangene Woche gab es dann ein klasse erstes Event von Bernd Schlömer zu Open Data, meine geliebte #AGEthik, einen Workshop zu netzpolitischen Themen bei den niedersächsischen Julis in Osnabrück, auf das ein kurzes Intermezzo in der Heimat folgte um dann am nächsten Morgen direkt nach Berlin zu düsen um dort gegen Upload-Filter und das Leistungsschutzrecht zu demonstrieren - mit meinem ersten selbstgebastelten Schild (Titelfoto 😜)! 
Kurz vorm Urlaub ging es dann nochmal nach Düsseldorf zum Treffen der netz- und digitalpolitischen Sprecher der FDP, die sich nun in einer AG Digitalisierung koordinieren werden. Und bei der Konrad-Adenauer-Stiftung durfte ich vor kenianischen Nachwuchspolitiker:innen einen Vortrag zu Social Media Nutzung ohne Mandat sprechen und guess what: sie waren Social Media viel positiver eingestellt (aber nicht unkritisch) als wir Deutschen 🙃
Aber nun solls auch eigentlich um die spannendsten Artikel der Woche gehen 😉 Grüße vom Mittelmeer, 
Ann Cathrin 🌊

Laura Krause
Selten so stolz auf eine ungewöhnliche Allianz: @D64eV stellt sich gemeinsam mit @cnetz @loadev @csunet gegen Uploadfilter und Leistungsschutzrecht. Offener Brief an alle Europaabgeordneten --> https://t.co/aD7qrRQg2l
2:32 PM - 29 Jun 2018
Laura Krause, die Co-Vorsitzende von D64 hat es so schön gesagt, ich kann es nicht besser sagen. Am Freitag haben D64, cnetz, CSUnet und LOAD einen Offenen Brief an alle deutschen MdEP geschrieben und sie eindringlich gebeten, gegen Upload-Filter und das Leistungsschutzrecht zu stimmen und damit nicht dem Votum des JURI-Ausschusses zu folgen. Den gesamten Offenen Brief, unterschrieben von Doro Bär (CSUnet), Thomas Jarzombek, Jörg Müller-Lietzkow (cnetz), Laura Krause, Nico Lumma (D64) und mir für LOAD, könnt ihr hier nachlesen. Die Resonanz auf Twitter und in den Medien ist großartig. Wir bekommen sehr viel Unterstützung von digital-Unternehmen und -Verbänden. Den ersten Artikel zu unserem Offenen Brief veröffentlichte Hendrik Wieduwilt in der FAZ (auch gestern in der gedruckten Ausgabe), dann berichteten Heise, Stern, Handelsblatt und auch im gemeinsamen Gastbeitrag von Julia Reda und Axel Voss fanden wir Erwähnung.
Eine namentliche Abstimmung zu Upload-Filtern, die Jimmy Schulz im Bundestag herbeiführen wollte, scheiterte übrigens. 
Uploadfilter sorgen für Proteststurm über Parteigrenzen Uploadfilter sorgen für Proteststurm über Parteigrenzen
“[D|eutscher Digital-Trumpismus ist eine Garantie, dass Deutschland wirklich niemals aufholen wird.” Wer unseren Brief ein bisschen trocken findet (es ist nunmal ein offizieller Brief 🤷🏽‍♀️), sollte sich Sascha Lobos Kolumne zur Problematik um Uploadfilter und dem Leistungsschutzerecht zu Gemüte führen. Er sagt zu Recht, dass die Politiker:innen, die beides befürworten, absolut nichts verstanden haben. Weder wie das Internet funktioniert, noch wie man die existierenden Probleme (die bestreitet niemand) wirklich nachhaltig löst - und das ohne die Meinungsfreiheit einzuschränken. Und Sascha Lobo weist dabei ebenso zu Recht auf die illiberalen Demokratien im Osten Europas hin, die eben auch unter solch europäisches Recht fallen. Protektionismus, Nationalismus, Irrationalität - all das, was diese Politiker:innen Trump vorwerfen, machen sie in puncto Digitalpolitik selber
Upload-Filter und Leistungsschutzrecht: Deutschlands Digital-Trumpismus - SPIEGEL ONLINE Upload-Filter und Leistungsschutzrecht: Deutschlands Digital-Trumpismus - SPIEGEL ONLINE
Facebook hat jede Menge Patente. Und jede Menge, die ziemlich creepy sind. Eines beinhaltet die Technologie zum Abhören von Usern über das Mikrophon in deren Smartphone - was viele schon lange vermuteten, dass es Facebook tut. Facebook selber sagt - natürlich - dass es diese Möglichkeit nicht nutzt, die Technologie nicht einsetzt und auch nicht einsetzen wird. Das Patent gibt es nur, damit es Konkurrenten nicht nutzen. So so. Solche Patente gibt es zwar häufiger, aber Facebook genießt nun nicht die größte Glaubwürdigkeit… 
Facebook: Abhör-Patent für Smartphones aufgetaucht - Digital - Süddeutsche.de
Und nochmal Facebook. Facebook markiert jetzt politische Werbung. Aber: “When it comes to news, Facebook still doesn’t get it, […] In its effort to clear up one bad mess, it seems to be joining those who want to blur the line between reality-based journalism and propaganda.” Für Facebook sind also schon journalisitische Artikel über Politik politische Inhalte, die unter besondere Restriktionen fallen. Und wenn das schon politisch ist - was ist dann nicht politisch? Eigentlich ist doch alles was wir tun und posten politisch - oder nicht? 
Facebook creates Orwellian headache as news is labelled politics | Media | The Guardian
Kalifornien bekommt wahrscheinlich ein neues Datenschutzrecht! Und damit vielleicht die gesamten USA - oder Unternehmen müssen spezielle Standards für User aus dem Bundesstaat setzen 🎉🎉
Perhaps most importantly, the new measure is enforceable. If companies fail to protect the data of their users, the state attorney general is allowed to sue, as are customers. That means if there’s another data breach, like what happened with Equifax last year, both the attorney general can investigate and customers can mount a class-action lawsuit. Still, unlike the General Data Protection Regulation in the European Union that went into effect at the end of May, the new California measure doesn’t require notification in the event of a data breach, and the limit for damages is much lower, too. The GDPR allows fines to reach up to 4 percent of a company’s global revenue, which for an outfit as large as Google could mean over $2 billion. The maximum amount of damages a company is liable for under the California bill is $750 per person per violation, though in some cases the penalty may reach as high as $7,500 per violation. This, obviously, is substantially lower than billions of dollars. (Update, June 28, 7:05 p.m.: The law wouldn’t go into effect until 2020, and that could give tech companies the opportunity to find ways to water the measure down in the interim.)
California just passed the strictest online privacy bill in the country. California just passed the strictest online privacy bill in the country.
Telefon-Terror war gestern. Wer heute jemanden psychisch fertig machen will, hat weitaus mehr Möglichkeiten. Und es leiden auch hier häufiger Frauen. Psycho-Terror mit Smart Home Geräten - auch ein Grund, warum wir dringend viel mehr über IT-Sicherheit und Haftungsfragen bei diesen Geräten sprechen müssen. Licht an und aus, Rollläden runter, non-stop klingeln - all das ist möglich, wenn sich jemand in die Geräte einhakt. 
“If you tell the wrong person your husband knows your every move, and he knows what you’ve said in your bedroom, you can start to look crazy,” she said. “It’s so much easier to believe someone’s crazy than to believe all these things are happening.”
Asking everyone in a home to understand smart home technology is essential, researchers said.
“When we see new technology come out, people often think, ‘Wow, my life is going to be a lot safer,’” said Katie Ray-Jones, chief executive of the National Domestic Violence Hotline. But “we often see the opposite with survivors of domestic violence.”
Thermostats, Locks and Lights: Digital Tools of Domestic Abuse - The New York Times Thermostats, Locks and Lights: Digital Tools of Domestic Abuse - The New York Times
Ihr wundert euch, weil jetzt in jeder Instagram-Story das Wort “Werbung” auftaucht, obwohl es keine Werbung im eigentlichen Sinne ist? Das liegt am jüngsten Urteil gegen die Influencerin Vreni Frost, die, wie einige andere, immer darauf Wert gelegt haben, ihren Follower:innen transparent zu machen, was eine bezahlte Kooperation ist, was ein PR Sample ist und was sie selber gekauft hat und damit eine ganz normale persönliche Empfehlung ist. Leider sahen das Richter:innen anders (und die verstehen vermutlich mal wieder nicht das Internet… 🙄) Markennennung ist automatisch Werbung und muss damit gekennzeichnet werden. Haben die eigentlich jemals in eine (Frauen-)Zeitschrift gesehen? Was da alles gekennzeichnet werden müsste! Man kann da nur froh sein, dass man eine Digitalstaatsministerin hat, die Ahnung von Social Media hat. In ihrer Instagram-Story hat Doro Bär bereits angekündigt, dass sie sich der Sache annimmt und sich mit Stakeholdern treffen wird
Neues Instagram-Urteil: Ist das denn Werbung? - Netzpiloten.de Neues Instagram-Urteil: Ist das denn Werbung? - Netzpiloten.de
Tech hat das Gespräch über Sex salonfähig gemacht, sagt die Erotikforscherin Mal Harrison. Sex-Tech ist übrigens alles von der Menstruations-Tracking-App bis hin zu einem Sexroboter der eine KI beinhaltet. Das Interview zeigt, das Thema ist weitaus tiefgründiger, als man zunächst denken mag. Ich finde vor allem wieder die ethischen und moralischen Fragen, die sich bei dem Thema stellen sehr spannend. 
Können Roboter beim Sex den Menschen ersetzen? | WIRED Germany Können Roboter beim Sex den Menschen ersetzen? | WIRED Germany
BOTTOM OF THE LETTER
Falls immer noch jemand denkt, Social Media sei unwichtig und Firlefanz…
Quelle: https://twitter.com/robinalexander_/status/1007519863152181248?s=12
Karolin Schwarz
Ihr habt Hobbys. Ich hab Internet.
12:12 PM - 15 Jun 2018
Sophie Passmann
Erwachsene Männer, die damit kokettieren, wie sehr sie im Haushalt „verwahrlosen“, wenn die Freundin alleine in den Urlaub fährt: it‘s not a cute look. Geht zum Italiener um die Ecke, googelt, wie man Wäsche wäscht und behaltet eure Würde.
11:22 AM - 21 Jun 2018
Lena-Sophie Müller
„Macht euch die Welt zum Untertan, behaltet als Menschheit die Hoheit. Auch in der Kernforschung haben wir gelernt, dass man nicht alles machen sollte, was machbar wäre. Wir brauchen Leitplanken, das brauchten wir bei allen Innovationen.“ Dr. #Merkel #moralsmachines #agethik
7:56 PM - 27 Jun 2018
starck
„Die Diensthandys von Amtsträgern in der Bundesregierung sind so unbedienbar, das ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte.“ - @tj_tweets auf der #HPI_Security. Da steht sich #Cybersecurity selbst im Weg. https://t.co/n4aPX5LdhG
1:57 PM - 21 Jun 2018
Ich bin zurück beim eigentlichen Plan 😉
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Ann Cathrin Riedel, Kemperplatz 1, 10785 Berlin