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Einmal regulieren bitte! KI, Katzen und Überwachung - Issue #15

Revue
 
Sommerpause überall, auch langsam bei mir - obwohl der Urlaub schon hinter mir liegt. Aber es wird ru
 

Ann Cathrin's Digital Digest

July 22 · Issue #15 · View online
Eine wöchentliche Sammlung von Artikeln zur Digitalisierung, Netzpolitik und Social Media und welchen Einfluss dies alles auf unsere Gesellschaft und Politik hat.

Sommerpause überall, auch langsam bei mir - obwohl der Urlaub schon hinter mir liegt. Aber es wird ruhiger in Berlin und ich finde das dringend notwendig. Ein bisschen mehr Zeit zum nachdenken, reflektieren und vor allem zum Kraft tanken. Denn es ist viel zu tun! Die Uploadfilter und das Leistungsschutzrecht sind noch nicht vollständig verhindert, durch Künstliche Intelligenz gibt es sehr, sehr viel, was viel als Gesellschaft ausdiskutieren und auch regulieren müssen und sowieso ist politisch sein gerade wichtiger denn je. 
Ich habe mir für den Sommer (und auch die Zeit danach) vorgenommen mehr und besser zu lesen. Vor allem Bücher, Studien und Policy Paper. Und das ganze mit Handy und WLAN am iPad oder Rechner aus. Das hat die vergangene Woche schon ganz gut geklappt und wow - wir sollten uns alle wirklich öfter abkapseln und Konzentration wieder trainieren. Ich wünsche daher nun viel Spaß beim konzentrierten Lesen meines Newsletters 😉
Ann Cathrin 

KI wird einen noch größeren Einfluss auf die Menschheit haben als das Internet“, das sagt der Chefwissenschaftler von Salesforce im t3n Podcast. Gut, dass das Thema auch in Deutschland immer mehr Beachtung findet. Denn das muss dringend passieren, da uns alle die Entwicklungen durch künstliche Intelligenz betreffen werden. Lena-Sophie Müller hat darüber einen kleinen Gastbeitrag veröffentlicht und schneidet darin kurz die Themen an, mit denen wir uns auch in der #AGEthik beschäftigen. Z.B. was Assistenzroboter bei der Pflege tun sollen dürfen und was nicht. Ethik und Werte (zum Thema “Werte” unten in der Linksammlung mehr) sind in dieser Debatte enorm wichtig. Umso mehr freue ich mich auch, dass bei der eingesetzten Datenethikkommission unter anderem Prof. Dirk Heckmann dabei ist. Aber jetzt erstmal weiter mit KI itself. 
„Künstliche Intelligenz betrifft uns alle“ „Künstliche Intelligenz betrifft uns alle“
Die Bundesregierung hat ein Eckpunktepapier zum Thema Künstliche Intelligenz vorgelegt. Den Ergebnissen der gerade eingesetzten KI-Enquete vorweggenommen und mit viel “wollen” statt “wir werden sicher tun”, aber nun gut. Die Ansätze und Vorhaben gefallen mir und ich blicke damit ganz positiv in die Zukunft. Andere Länder sind schon weiter mit ihren nationalen KI-Strategien. Die kurzen Zusammenfassungen zeigen, dass der Fokus nicht immer auf der Wirtschaft liegt, sondern zum Beispiel im Falle Kanadas auf der Forschung. Passend dazu kann man auch den Policy Brief der Stiftung Neue Verantwortung “Eckpunkte einer nationalen Strategie für Künstliche Intelligenz” lesen. Und wer keine Ahnung hat, wie so eine Künstliche Intelligenz oder Deep Learning überhaupt funktioniert, dem empfehle ich dringend das sehr witzige Paper für Einsteiger:innen von Microsoft. Dass die Beispiele mit Katzen sind, macht es nochmal lesenswerter 😻
An Overview of National AI Strategies – Politics + AI – Medium An Overview of National AI Strategies – Politics + AI – Medium
Bleiben wir gleich mal bei Microsoft. Der Präsident dieses Unternehmens hat gerade einen Blogbeitrag veröffentlicht, in dem er den amerikanischen Kongress dazu auffordert, die Verwendung von Gesichtserkennungssoftware zu regulieren. Die Süddeutsche vergleicht die Bedeutung dieser Aufforderung passender Weise mit der deutschen Automobilindustrie wie folgt: “Kann man sich vorstellen, dass die heimische Autoindustrie den deutschen Gesetzgeber auffordert, endlich realistische Abgastests einzuführen und deren Einhaltung zu kontrollieren, damit Schaden von der Bevölkerung abgewendet wird?” Ich bin schon sehr froh darum, wenn es Vordenker:innen und Wirtschaftsbosse gibt, die sich ihrer ethischen Verantwortung bewusst sind und der Politik - die doch zu oft bei solchen Themen massiv hinterher hinkt, oder es irgendwie verbockt - hier auf die Füsse treten. Ebenso wie Elon Musk, Googles DeepMind und weitere KI-Forscher:innen, die versprechen, dass sie keine KI-Waffen Forschung und Produktion unterstützen zu wollen
Gesichtserkennung: Microsoft sieht Grundrechte bedroht - Digital - Süddeutsche.de Gesichtserkennung: Microsoft sieht Grundrechte bedroht - Digital - Süddeutsche.de
Und wo wir schon bei (Gesichts-)Überwachung sind: die Gesellschaft für Freiheitsrechte erhebt Verfassungsbeschwerde gegen den automatisierten Zugriff auf die biometrischen Fotos unserer Personalausweise. Denn darauf dürfen Bundesnachrichtendienst, die Verfassungsschutzbehörden von Bund und Ländern sowie der militärische Abschirmdienst nun nicht mehr nur bei der Strafverfolgung und unter Zeitnot zugreifen, sondern schon zur “Erfüllung der Aufgaben” - whatever that may be. Wenn ihr den vorherigen Artikel aufmerksam gelesen habt, dann wisst ihr jetzt, warum eure Alarmsirenen nun völlig durchdrehen müssten. 
Personalausweis-Gesetz: Gesellschaft für Freiheitsrechte erhebt Verfassungsbeschwerde - SPIEGEL ONLINE Personalausweis-Gesetz: Gesellschaft für Freiheitsrechte erhebt Verfassungsbeschwerde - SPIEGEL ONLINE
Du denkst, dein Telefon ist sicher und mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung für deine Social Media Accounts und anderes bist du total save? Pustekuchen (aber macht nichts, ich dachte das auch)! SIM-Karten lassen sich verblüffend leicht hacken und dann wars das auch mit dem Schutz deiner Accounts. Aber auch mit so vielem anderen, das deutlich wichtiger ist. Denn noch viel mehr für die Telefonnummer als für deine Social Media Accounts gilt: “If someone owns your phone number, they own your life.”
The SIM Hijackers - Motherboard The SIM Hijackers - Motherboard
Digitalisierung und damit einhergehend eGovernment ist super. Digitale Akten halten ich für sehr sinnvoll. Doch bei alldem dürfen wir nicht unsere Bürgerrechte und unsere Privatsphäre - auch und gerade die von Bedürftigen außer Acht lassen. Beim Jobcenter müssen Menschen sehr häufig weitreichende Einblicke in ihr Privatleben  geben. Wenn diese Dokumente nun digitalisiert und durchsuchbar gemacht werden, ist das in vielerlei Hinsicht ein Problem. 
Je mehr Detailtiefe staatliche Datenbanken mit personenbezogenen Daten von Bürgerinnen und Bürgern erlangen, desto attraktiver werden sie für Angriffe und Missbräuche und desto schwerer wiegen eventuelle Sicherheitslücken und Leaks. Das wirft die grundlegende Frage auf, ob intime Sozialdaten von Millionen von Menschen überhaupt in einer einzelnen Datenbank, so gut sie auch gesichert sein mag, gespeichert werden sollten.
Aber nicht nur Hacking, sondern auch die Überwachung und Kontrolle von Leistungsempfänger:innen kann sich drastisch ausweiten. Wer sich für das Thema interessiert, sollte unbedingt “Automating Inequality: How High-Tech Tools Profile, Police, and Punish the Poor” von Virginia Eubanks lesen!
Das große Scannen: Was darf in die elektronische Akte der Jobcenter? – netzpolitik.org Das große Scannen: Was darf in die elektronische Akte der Jobcenter? – netzpolitik.org
Wie informieren sich eigentlich Bundestagsabgeordnete auf Twitter? Auf dem Blog vom Hamburger Wahlbeobachter gibt es einen spannenden Gastbeitrag dazu. Interessant ist ja, dass es eine Partei gibt, bei der die eigenen Bundestagsabgeordneten eher dem Parteivorsitzenden als der eigenen Partei folgen… 😏🤨
HAMBURGER WAHLBEOBACHTER: Twitter-Analyse: Wie informieren sich Bundestagsabgeordneten bei Twitter? HAMBURGER WAHLBEOBACHTER: Twitter-Analyse: Wie informieren sich Bundestagsabgeordneten bei Twitter?
BOTTOM OF THE LETTER
Katharina Nocun
Schon beeindruckend wie Rechte anderen Kulturen mangelnde Aufklärung vorwerfen, obwohl sie selbst ohne jede Scham aufklärerische Politik bekämpfen.
10:38 AM - 15 Jul 2018
Schwester Ewald
‚Vergib mir Vater, denn ich habe gesündigt.‘ ‚Was ist dein Vergehen?‘ ‚Ich habe bei Roller Coaster Tycoon den Regenschirmpreis auf 20 Euro angehoben, um schnell an Geld zu kommen.‘
8:08 AM - 16 Jul 2018
Kurt Saar-Schnitt
Eine junge Frau auf einem Fahrrad mit einem jungen Mann auf dem Gepäckträger fährt an uns vorbei. Der Mann prostet uns mit einer Bierdose zu und brüllt strahlend "WIR HEIRATEN" herüber. Wir brüllen "GLÜCKWUNSCH" zurück. Schleswig-Holsteinische Romantik ist beste.
2:42 PM - 21 Jul 2018
Und nun: entspannen!
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