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Ann Cathrin's Digital Digest - Issue #61

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Ann Cathrin's Digital Digest

August 9 · Issue #61 · View online

Eine wöchentliche Sammlung von Artikeln zur Digitalisierung, Netzpolitik und Social Media und welchen Einfluss dies alles auf unsere Gesellschaft und Politik hat.


Noch da, oder schon weggeschmolzen? Ich sitze hier am offenen Fenster durch das kein Lüftchen weht und schreibe diesen Newsletter. Ich bin jeden Sommer hier in Berlin erneut froh, dass meine Altbauwohnung mit den Fenstern zur Nordseite liegt und es von den Temperaturen ganz okay ist. Einen Ventilator habe ich immer noch nicht. Immer dann, wenn sich die Hitze hier staut und ich einen kaufen will, sind sie ausverkauft. Auch dieses Jahr habe ich noch nicht vorgesorgt. Ich werde es überstehen.
Eigentlich wollte ich an den See heute und lesen und baden. In weiser Voraussicht habe ich mal geguckt, was das Internet über den See, zu dem ich wollte, so sagt und auf der Facebook-Seite des Strandbads sah ich dann Postings von anderen Gästen: Kilometer lange schlangen. Und ich hasse ja nichts mehr, als mich irgendwo anstellen. Erst recht nicht bei der Hitze. Also gibt es heute mal pünktlich den Newsletter und vielleicht starte ich morgen noch einen frühen Versuch mit dem Strandbad. Nach den Zahlen und Eilmeldungen zur völligen Überfüllung aller Seen in Berlin zweifle ich da aber etwas dran.
Wie geht es Euch in der Pandemie? Ich bin verwirrt. Die Zahlen steigen wieder, im März machten wir damals noch alles zu. Nun wird wieder alles geöffnet, an Abstand halten hält sich in meinem Supermarkt keiner mehr. Gefühlt hält jede:r das nur noch für ein Kasperletheater. Und trotz Sorge muss ich auch sagen, dass bei mir dennoch wieder viel Normalität eingekehrt ist. Nur, womit ich wohl nie klarkommen werde, sind die fehlenden Umarmungen mit Freunden, wenn man sich sieht. Das schmerzt wirklich sehr. Gleichzeitig bin ich sehr froh, einen Freundeskreis zu haben, für den das selbstverständlich ist, dass gerade nichts mehr so sein kann, wie es war und Abstandhalten leider einfach wichtiger ist.
Genießt die Sonne und cremt Euch gut ein,
Ann Cathrin
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Dax Werner
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WHAT TO KNOW
Ich glaube, ich habe noch nie solch Videos gesehen, die mich mit so einem Schrecken zurückließen, wie die Videos aus Beirut. Die, wie es nun mal bei Katastrophen im 21. Jahrhundert der Fall ist, sofort auf Social Media zirkulierten. Ich war noch nie in Beirut – wollte es aber so oft. Nun ist die Stadt zerstört, die Zahl der Toten und Verletzten immens. Bei Katastrophen wie dieser, bin ich Facebook besonders dankbar für den Safetycheck. Ein Freund aus Beirut reagierte nicht. Nach drei Stunden machte ich mir Sorgen und loggte mich daher am Browser am Handy (ich habe keine Facebook App mehr) ein um zu sehen, ob er dort was postete. Er markierte sich in Sicherheit, ich schrieb ihm, dass er sich nicht mehr melden brauche. Ich gesehen habe, dass er okay ist. Daraufhin schickte er mir Sprachnachrichten. Ich hab noch nie so viel Panik in der Stimme von Freunden gehört. “Pray for Lebanon, Ann”, bat er mich.
Neben beeindruckenden Videos, ob des Zeitpunkts, der Diskrepanz, der Bilder, wie dieses hier von einer Braut, die sich für ihr Hochzeitsvideo filmen ließ, grassierten natürlich auch sehr schnell Verschwörungserzählungen und manipulierte Videos in den sozialen Medien. Von einer Nuklearbombe, Raketenangriffen, Angriffen von Israel, war alles dabei. Teilweise wurden solche Verschwörungserzählungen auch von verifizierten Accounts mit enorm hoher Followerschaft verbreitet. Natürlich taten sich auf den sozialen Netzwerken wieder tausende Expert:innen auf, die innerhalb kürzester Zeit erläutern wollten, was da nun genau passierte, welche Stoffe explodierten und vor allem, wer der Verursacher ist. Momentan sieht alles danach aus, dass Waren nicht ordnungsgemäß gelagert wurden. Dass Korruption, die das ganze Land und vor allem die Regierung durch trieft, Ursache für diese heftige Explosion ist. Zur Stunde (Samstagabend) demonstrieren tausende Menschen in Beirut gegen ihre Regierung. Denn nicht nur die Explosion ist verheerend für die Stadt und das ganze Land, das vom Export abhängig und damit auf den Hafen angewiesen ist. Wer sich die Dimension nicht vorstellen kann, findet auf diese Karten einen Vergleich mit Berlin.
Der Libanon ist zahlungsunfähig und befindet sich seit Monaten in einer schlimmen Wirtschaftskrise. Vor etwas über einem Monat habe ich dort noch digital bei der Friedrich-Naumann-Stiftung einen Impuls zu Desinformation auf Messengern gehalten. Was die zwei Vertreterinnen der beiden kooperierenden Universitäten zu den jungen Student:innen am Anfang des Hackathons sagen, ließ mich schaudern. Niemals würde man hier in Deutschland solche mutmachenden Reden an Universitäten hören. Welche, die nicht einfach motivieren sollen, sondern den jungen Menschen eindringlich sagen: “Ihr müsst es irgendwie schaffen. Ihr seid unsere und eure einzige Hoffnung”. Jede:n den oder die ich kenne und mal im Libanon war, ist fasziniert von diesem Land. Wenn ich jemals dort hinfahre, werde ich mit Sicherheit ein anderes Land kennenlernen. “Man hatte sich darauf eingestellt, dass der alte Libanon früher oder später einfach implodieren würde. Nun ist er explodiert. Er ist Geschichte.”
The Beirut Explosion - Is It A Bird? Is It A Plane? Is It A Faked Video Of A Missile? - bellingcat The Beirut Explosion - Is It A Bird? Is It A Plane? Is It A Faked Video Of A Missile? - bellingcat
Noch einmal Desinformation. Nachdem wir nun gemerkt haben, dass es nicht nur politische Desinformationen gibt, sondern auch welche aus dem Gesundheitsbereich, hier nun ein drittes Themenfeld: Religion. Das Paper von Mahsa Alimardani und Mona Elswah schaut sich religiöse Desinformation in der MENA-Region inklusive Iran an und zeigt, wie religiöse Führer, aber auch Möchtegern-Expert:innen Desinformationen zu Corona mit religiöser Begründung oder Bezug verbreiten. Das ist nicht nur an sich gefährlich, problematisch ist hier die Entdeckung der Desinformation durch die Plattformbetreiber. Facebook und Twitter wollen ja beispielsweise gesundheitsgefährdende Inhalte rauslöschen, Moderator:innen erkennen diese aber häufig nicht im religiös eingebetteten Kontext.
In diesem Papier taucht auch der Hinweis auf, dass diese Desinformationen ebenfalls breit über Messengerdienste wie WhatsApp und Telegram gestreut werden (hier nochmal meine Studie “Behind Closed Curtains”). WhatsApp testet jetzt in einigen Ländern, wie zum Beispiel Brasilien, Mexiko, den Vereinigten Staaten und Großbritannien ein neues Feature gegen Desinformationen. Nachrichten – allerdings nur Links – die fünfmal oder mehr weitergeleitet wurden, sollen künftig eine Lupe neben der Nachricht bekommen, die einen zu einer Google-Suche schickt, um den Inhalt zu überprüfen. Das kann nur ein Anfang sein und einige vielleicht abhalten, die Nachricht weiterzuverbreiten oder doch mal einen Blick in die Google-Suche zu werfen (die aber auch nicht seriöse Webseiten als erste Treffer haben muss). Gerade in Ländern mit Zero-Rating wie Brasilien wird das aber eher kein Erfolg werden, denn dort muss man sich die normale Internetnutzung leisten können. WhatsApp und Facebook verbrauchen dort kein Datenvolumen, der Besuch auf Wikipedia und anderen Webseiten schon. Da überlegt man schon zweimal, ob man dafür bereit ist zu zahlen. Schließlich ist Breitband und mobiles Datenvolumen in Brasilien sehr teuer. In meiner Studie habe ich den Punkt ebenfalls angerissen.
Eine Sache, die mich gruseln lässt und bei ich dachte, dass sie nicht so schnell in der Masse und Qualität kommt, sind Deep Fakes. Aufgefallen ist mir das bei diesem Video auf Instagram von Lars Eidinger. Offensichtlich ist das nie sein Körper. Aber wie gut das Gesicht darauf montiert wurde, hat mich wirklich überrascht. Die Wired schreibt darüber, wie günstig Deep Fakes mittlerweile zu haben sind.
Um staatsnahe Medien besser zu erkennen, markiert Twitter diese künftig.
Online Temptations: COVID-19 and Religious Misinformation in the MENA Region - Mahsa Alimardani, Mona Elswah, 2020 Online Temptations: COVID-19 and Religious Misinformation in the MENA Region - Mahsa Alimardani, Mona Elswah, 2020
TikTok gehört der chinesischen Firma ByteDance, die hierzulande kaum jemand kennt, ich China aber jedes Kind. Das Unternehmen hat einen Marktwert von 100 Milliarden US-Dollar, ist also nicht irgendwas Unbedeutendes. Hier gibt es von der BBC einen Überblick über TikTok und das Unternehmen dahinter. Die weltweit gerade bei sehr jungen Menschen beliebte App TikTok ist nun auch US-Präsident Donald Trump ein Dorn im Auge. Übrigens wird sie ob ihrer Datenabflüsse auch hier kritisiert. Donald Trump legt an die chinesische App nun aber ganz besondere Maßstäbe bezüglich Datenschutz und Datensicherheit (Facebook und Co sammeln übrigens weitaus mehr Daten über uns als TikTok es tut) und will sie aus den USA verbannen oder, dass ein US-amerikanisches (ein sehr, sehr amerikanisches Unternehmen wie er sagt) es für den US-Markt aufkauft. Microsoft zeigte hieran Interesse und würde dann auch im Social-Media-Markt mitspielen können. Das tut es zwar schon mit Linkedin, die Nutzerzahlen hier sind aber eine andere Dimension und die Zielgruppe ist deutlich älter, als es die von TikTok ist. Ob sich das Unternehmen wirklich eine Social-Media-Plattform antun sollte, fragt dieser Kommentar in der New York Times.
Trump kann die App nicht nur nicht leiden, weil sich auf ihr junge Leute organisiert haben, die sich kostenlose Tickets für eine seiner Wahlkampfveranstaltungen besorgten, dann nicht erschienen und er vor halbleeren Rängen stand. Trumps Kampf gegen TikTok ist auch Teil seines generellen geopolitischen Vorgehens gegen China und alles Digitale aus dem Land. Man erinnere sich nur an 5G-Hardware von Huawei oder das Verbot, das Betriebssystem Android für Huawei weiterhin verfügbar zu machen.
Die Trump-Administration plant nun ein “sauberes Internet” – sauber von chinesischen Anbietern. Dass man hier unglaublich wachsam sein muss, ist gar keine Frage. Trump stampft nur gerade mit seinem Vorhaben in die Fußstapfen von Russland und China, die ebenfalls ihr Internet abschotten. “Trump baut seine Mauer jetzt im Internet”, kommentiert Netzpolitik.org und zeigt auch nochmal auf, dass auch die USA – wir wissen dies Dank der Snowden-Enthüllungen – massiv Daten, auch über US-amerikanische Unternehmen abzweigen und für geheimdienstliche Überwachung nutzen.
Trump geht mittlerweile auch so weit, dass er eine Art Provision von dem (sehr, sehr amerikanischen) Unternehmen, das TikTok kaufen wird, verlangen will, die dies an das Finanzministerium zahlen soll. Das ist wahrscheinlich illegal.
Und noch was zu Trump und Social Media: Er und viele Rechte behaupten ja ständig, dass die Social-Media-Plattformen zu link seien und sie die Demokraten bevorzugen würden. Dass hier manipuliert würde und so weiter. Das komplette Gegenteil ist der Fall.
US-Außenminister Pompeo fordert ein "sauberes" Internet ohne chinesischen Einfluss - DER SPIEGEL - Netzwelt US-Außenminister Pompeo fordert ein "sauberes" Internet ohne chinesischen Einfluss - DER SPIEGEL - Netzwelt
Wir können unsere Mobilnummer zu einem neuen Anbieter mitnehmen und Freund:innen von einem anderen Telekomanbieter als dem unseren problemlos (und ohne höhere Kosten) erreichen. Warum geht das auf Social Media nicht? Wobei, müsste es nicht eigentlich durch die DSGVO möglich sein, dass ich meine Daten mitnehme? Runterladen kann ich sie mir ja mittlerweile schon. Ruben Verborgh plädiert in diesem Gastbeitrag für mehr Hoheit über die eigenen Daten und ein dezentrales Internet, wie es einmal war. Momentan haben wir mehre (Daten-)Monopole. Nicht nur deswegen gab es ja erst kürzlich eine Anhörung dazu im US-Kongress. Einen Punkt, den er hier aber meiner Meinung nach vergisst, ist das Löschen von Daten. Und zwar die Einfache Löschung. Denn auch das gehört zur Hoheit oder Souveränität über die eignen Daten hinzu.
Im Bulk-Verfahren alte Beiträge löschen, das ist entweder gar nicht möglich, oder nur mit sehr kleinen Sammel-Löschungen oder nur mithilfe von Tools von Drittanbietern (bei denen ich immer ein mulmiges Gefühl habe). Bei so wahnsinnig vielen Inhalten, wie ich sie beispielsweise habe, hilft da nur entweder Account komplett löschen, Fleißarbeit oder damit leben. Hier muss dringend was getan werden. Man denke auch nur an all die Kinder, die jetzt von ihren Eltern auf deren Social-Media-Accounts präsentiert werden und irgendwann diese Posts nicht mehr haben wollen.
Die “Arbeit” von Jahren zu entfernen wird eine endlose Fleißarbeit werden, wenn es keine verpflichtenden Lösungen (ich vermute anders klappt’s nicht) zur Löschung von Inhalten geben wird. Und ja, solch Verpflichtungen fordere ich auch (und gerade) als Liberale. Denn liberale Politik muss Gestalten und Freiheit(en) ermöglichen. Da hilft es weder zu sagen “lass das den Markt mal regeln” (wir haben überall im Markt Regulierung, die dazu dient, Freiheit zu ermöglichen), noch “dann geh halt nicht auf diese Plattform”.
Social Media - Warum wir unsere Daten zurückfordern müs - Digital - SZ.de Social Media - Warum wir unsere Daten zurückfordern müs - Digital - SZ.de
“You cannot force public trust; you have to earn it by being humble and transparent, and by listening. And you can’t fake that care and maintenance — it’s the grueling and deeply human work of democracy, which is never finished.” Mit dem ganzen Hin und Her beim Thema “Maske tragen” wurde weltweit unglaublich viel Vertrauen verspielt. Bringen sie nun was oder nciht (ja, sie bringen was!!) Wie wichtig Vertrauen in einer Demokratie, gerade während einer Pandemie ist, bekommen wir aktuell zu spüren. Wir sehen auch, was alles schief gelaufen ist und was schief läuft und was das alles für Auswirkungen hat, die mit Sicherheit auch nach der Pandemie noch nachwirken werden. Der lesenwerte Kommentar aus der New York Times zeigt, wie vor allem Politiker und Regigierungsvertreterinnen mit den Menschen hätten sprechen müssen. Hier wird zum Beispiel gezeigt, wie Mitarbeiter der WHO mit Menschen aus Ebola-Gebieten in Afrika mit Unsicherheiten und dem Glauben an traditionelle Rituale umgegangen sind. Empathisch, verständnisvoll und nicht von oben herab. Und verständnisvoll heißt hier nicht, dass man sie einfach weiter machen lässt, sondern Zugänge findet, um sie von der Notwendigkeit bestimmter Maßnahmen zu überzeugen.
Das in dem Kommentar beschriebene und oben zitierte heißt übrigens nicht, dass man jedem Deppen zuhören muss und Verständnis aufbringen muss. Auf gar keinen Fall. Dort geht es eher um Grundsätzliches Vertrauen und Zuhören. Zum Zuhören hat David Hugendick auf Zeit Online einen sehr lesenswerten Beitrag geschrieben. Der unter anderem aufgreift, dass man vor allem dann “endlich zuhören” will und Verständnis zeigen will, wenn es sich um rechte Gruppierungen handelt:
Offenbar genügte das nicht, da es hier wohl um das Tiefenmanagement von Emotionen geht. Dafür war früher einmal ausschließlich die Psychotherapie zuständig. Heute sind es wohl vorrangig Politikerinnen und Zeitungen, die sich vor allem dann um den Seelenhaushalt der Mitbürger sorgen, wenn diese sich zu größtenteils reaktionären oder zumindest regressiven Anlässen versammeln wie in Berlin oder kommenden Samstag wohl in Stuttgart. Nach Demos gegen Neonazis, Bankenrettungen, Atomkraft oder G20 hat man dieses dringende Verstehenwollen (oder dessen markttaugliche Simulation) jedenfalls selten gehört. 
Opinion | How to Actually Talk to Anti-Maskers - The New York Times Opinion | How to Actually Talk to Anti-Maskers - The New York Times
WHAT TO HEAR
Desinformation über Messenger-Dienste - WDR 5 Neugier genügt Freifläche - WDR 5 - WDR Audiothek - Mediathek - WDR
WHAT TO WATCH
Der ECOWAS-Gerichtshof der westafrikanischen Staaten hat über die (Un-)Rechtmäßigkeit virtueller Shutdowns geurteilt und sagt:
Access to internet is not stricto senso a fundamental human right but since internet service provides a platform to enhance the exercise of freedom of expression, it then becomes a derivative right that is a component to the exercise of the right to freedom of expression. […] it is necessary that access to internet and the right to freedom of expression be deemed an integral part of human right that requires protection by law and makes its violations actionable
Die Regierung des Tschad hat aktuell das Internet gedrosselt; angeblich um der Verbreitung von Hate Speech und gesellschaftlicher Spaltung vorzubeugen. Und auch bei den heute stattfindenden Wahlen in Belarus, der letzten Diktatur Europas, fordern Menschrechtsaktivist:innen unter dem Hashtag #KeepItOn das Internet während der Wahl nicht abzuschalten. Den längsten Shutdown jemals gibt es übrigens quasi immer noch. Zwar wurde der komplette Shutdown in den indischen Provinzen Kashmir und Jammu nach über 200 Tagen im vergangenen März beendet, das Internet ist aber immer noch nur gedrosselt und auf 2G. Das heißt, nur simpelste Nachrichten können versandt werden. Was dieser fehlende Zugang zu Information während einer Pandemie heißt, könnt Ihr Euch sicher denken. Was das auch wirtschaftlich und kulturell bedeutet (ganz abgesehen von der demokratischen Bedeutung an sich), steht hier. Dazu gibt es auch dieses Video unten.
Jammu & Kashmir: One year of internet throttling and media restrictions
WHAT TO READ
WHAT I LIKED
Ilona 🦋 𝕊𝕋𝔸𝔹𝕀𝕃𝕆 𝔹𝕆𝕊𝕊 🦋 Hartmann
was spricht gegen gesetzlich verpflichtende schokolade in der spitze jeder eiswaffel
Blocks
ich glaube mit das schlimmste ist es sich für emails einen betreff auszudenken warum sollte meine mail eine überschrift haben wir sind hier nicht im feuilleton
Christoph Kucklick
Deutsche Intellektuelle über das Internet, Folge 75368: Philosoph Markus Gabriel hat ein anderes Twitter

(aus dem aktuellen #Stern) https://t.co/9KM3nHCeN7
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Ann Cathrin Riedel, Berlin