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Ann Cathrin's Digital Digest - Issue #2

Revue
 
Moin, da ist sie schon, die zweite Ausgabe meine Newsletters und erstmal vielen, vielen Dank an alle
 

Ann Cathrin's Digital Digest

March 18 · Issue #2 · View online
Eine wöchentliche Sammlung von Artikeln zur Digitalisierung, Netzpolitik und Social Media und welchen Einfluss dies alles auf unsere Gesellschaft und Politik hat.

Moin, 
da ist sie schon, die zweite Ausgabe meine Newsletters und erstmal vielen, vielen Dank an alle Leserinnen und Leser (jetzt schon 130 - wow!) und vor allem Euer Feedback, das ebenfalls zahlreich kam und gerne wieder gegeben darf! Ich habe dieses Mal ein bisschen mehr zu den Artikeln geschrieben und auch noch weitere im zugehörigen Text verlinkt. Es ist manchmal ganz schön schwer sich zu entscheiden, welche Texte ich mit rein nehme und welche nicht, aber so habt Ihr zu einem Themenblock noch weitere Infos.
Seit vergangener Woche haben wir ja endlich wieder eine Bundesregierung! Ich bin weiterhin gespannt, was Digitalpolitisch passieren wird. Wie sich Helge Braun und Doro Bär im Kanzleramt die Aufgaben und Zuständigkeiten genau aufteilen zum Beispiel. Das Thema Digitalisierung bekommt nun aber auch in den anderen Ministerien einen höheren Stellenwert. Jens Spahn hat zum Beispiel einen eigenen Staatsminister für das Thema Digitales im Gesundheitsministerium berufen. Es wird sich zeigen, wie das alles koordiniert wird - denn das “Trendthema” wollen momentan möglichst alle an sich reißen. 
Dass das sehr gefährlich sein kann, wenn plötzlich jeder über Digitalisierung und vor allem Cybersecurity redet, musste ich am Freitag schmerzlich beim cybersec.lunch des Tagesspiegels feststellen. Da Thomas Jarzombek (CDU) kurzfristig absagen musste, schickte er Marian Wendt aus dem Innenausschuss hin. Und nicht nur ob seiner politischen Meinung zum Staatstrojaner und Co war ich froh, dass Saskia Esken (SPD) ebenfalls auf dem Podium war. Seine Äußerungen zeugten von maximaler Ahnungslosigkeit bei diesem Thema und mir war nur klar: um wirklich gute Cybersecurity(-Politik) ist es in Deutschland echt schlecht bestellt. Und bitte den Herrn niemals vor unbedarftem Publikum sprechen lassen!
Aber nun wünsche ich Euch viel Vergnügen beim Lesen! Leitet den Newsletter gerne weiter und gebt mir gerne Rückmeldung!
Best, Ann Cathrin

“Today, I want to challenge us all to have greater ambitions for the web. I want the web to reflect our hopes and fulfil our dreams, rather than magnify our fears and deepen our divisions.” Ein offener Brief eines der Gründer des Internets: Tim Berners-Lee. Zum 29. Geburtstag eben dieses. Was vor allem zeigt: das Internet ist jünger als ich und ich hab erst just beschlossen so richtig erwachsen zu werden (ha ha). Wenn wir also mit dem Internet und der Digitalisierung umgehen und uns über den Umgang damit ärgern, sollten wir uns das immer bewusst machen: Es ist ein so junges Phänomen und nur natürlich, dass es Kinderkrankheiten hat und wir alle noch lernen müssen mit dieser tiefgreifenden Technologie umzugehen. Aber: das darf keine Entschuldigung sein, sich jetzt nicht mit enorm wichtigen und richtungsweisenden Entscheidungen, die zu treffen sind, zu beschäftigen. Also los!
The web can be weaponised – and we can't count on big tech to stop it | Tim Berners-Lee | Opinion | The Guardian
Verstaatlichen? KREISCH! Nein, keine Angst, das äußerst lesenswerte Interview mit Nick Srnicek, der ein Buch zum Plattform-Kapitalismus geschrieben hat, fordert das erstmal nicht (sofort). Das Interview erläutert aber nochmal schön verständlich, was das eigentlich ist, “Plattform-Ökonomie” und dass Plattformen wie Amazon mehr mit einer Planwirtschaft gemein haben, als mit dem klassischen Kapitalismus. In Kurzform hat das auch Stephan Dörner in seiner Kolumne aufgeschrieben.
Plattform-Kapitalismus: "Wir müssen über Verstaatlichung nachdenken" | ZEIT ONLINE Plattform-Kapitalismus: "Wir müssen über Verstaatlichung nachdenken" | ZEIT ONLINE
“Immer redest Du über die Vorratsdatenspeicherung - hast Du keine anderen Themen?” - das wurde ich mal nach einem Interview gefragt und meine Antwort ist und bleibt: “Nein”. Nicht so lange bis das Thema in der breiten Bevölkerung endlich angekommen ist und erst recht nicht, bis diese ganzen Überwachungsphantasien von Politiker:innen ein Ende haben. Ansehen sollte man sich daher auch unbedingt diesen Bericht von Monitor. Was Horst Seehofer in Bayern am umsetzen war - und nun ist er Bundesinnenminister - da mir wird schlecht. 
US-Grenzschützer dürfen mittlerweile das Smartphone an der Grenze überprüfen (wobei dabei das “dürfen” nocht nicht so recht geklärt ist). Gerade bei Nicht-US-Bürger:innen kann eine Verweigerung mit einer Verweigerung der Einreise einhergehen. Nicht so schön der Gedanke, wenn Fremde die intimsten Nachrichten, Notizen, Bilder etc. auf dem Handy einsehen können (und hey - hier bekommt man das noch halbwegs mit, dass geguckt wird…). Das Interview erläutert kurz die rechtliche Situation und wie man sich schützen kann. Eine PIN Herausgabe kann z.B. nicht erzwungen werden. Das Handy mit dem Fingerabdruck entsperren schon. iPhone Nutzer:innen sollten sich daher so oder so mal mit der Notruf-Funktion beschäftigen, denn nach deren Betätigung ist eine Entsperrung nur per PIN möglich. 
USA-Urlaub: Wie Reisende Ihr Smartphone schützen können - Digital - Süddeutsche.de
Die EU Kommission will mit einer Expertenkommission Strategien gegen Fake News erarbeiten und das erste Eregbnis ist: der Begriff Fake News ist zu ungenau und sollte daher nicht mehr verwendet werden, sondern eher “Disinformation”. Dr. Kai Gniffke vom faktenfinder der Tagesschau war Teil dieser Gruppe und hat in einem Blogbeitrag seine persönlichen Erfahrungen aus der Kommission aufgeschrieben. Spannend ist die Erfahrung, die ich auch kürzlich bei dem Expertengespräch, zu dem ich nach Moskau eingeladen war, machte: der ultra-liberale Ansatz und die absolute Verweigerung jeglicher Regulation aus Osteuropa. Eine kurze Zusammenfassung der Expert:innen gibt es hier.
Facebook selber weigert sich übrigens Daten heraus zu geben, damit Wissenschaftler:innen die Verbreitung von Fake News besser analysieren können. Einen neuen Online-Kurs um den Umgang mit Fake News zu lernen, gibt es hier.
„Fake News“ – die EU-Kommission fragt Experten |  blog.tagesschau.de „Fake News“ – die EU-Kommission fragt Experten | blog.tagesschau.de
So viel wurde über die Gefahr von Bots gesprochen - vor allem die bei Twitter. Sie würden Fake News verbreiten und Meinungen manipulieren. Der Bundestag plante in der letzten Legislatur schon voreilig ein Gesetz, das Bots verbieten sollte (was technisch nicht so einfach wäre, wie man im ersten Moment vielleicht denkt). Dass Bots nicht so ein gewaltiges Problem sind, wie man erst annahm und sich Fake News vor allem ob der Sensationslust menschlicher Nutzer:innen verbreiten, zeigen nun erste Studien zum Thema. Was aber vernachlässigt wird ist das wirtschaftliche Problem mit Bots - und dafür müssen wir uns vor allem Instagram angucken. Dort, wo Likes, Kommentare und vor allem Follower das Maß sind, wenn es um Honorare für Influencer geht, sind Bots nämlich weitaus verbreiteter und manipulieren dort den Wert, den ein Influencer hat. Meiner Meinung nach für alle Beitiligten und das gesamte Business Modell mehr als fatal. 
Uncovering Instagram Bots With a New Kind of Detective Work - The New York Times Uncovering Instagram Bots With a New Kind of Detective Work - The New York Times
Während Deutschland noch lacht, dass die nun Staatsministerin für Digitales das Wort “Flugtaxi” überhaupt in den Mund genommen hat, verkünden Larry Page (ja, der von Google) und die Premierministerin von Neuseeland, Jacinda Ardern, dass sie einen Plan zur Zertifizierung dieser starten, sodass Flugtaxis in drei Jahren komerziell genutzt werden können. Da bleibt einem das hämische Lachen im Hals stecken, oder?
Larry Page’s Flying Taxis, Now Exiting Stealth Mode - The New York Times Larry Page’s Flying Taxis, Now Exiting Stealth Mode - The New York Times
Das Thema DSGVO hat Euch beim letzten Mal ziemlich interessiert (oder war es die Blockchain 🤔), daher nun eine Ladung Datenschutz (wäre auch wichtig 😉) für Euch. Hendrik Wieduwilt hat in der FAZ aufgezeigt, wie ab dem 25. Mai eine Terminvereinbarung beim Arzt nach der DSGVO aussehen müsste. In diesem Blogartikel wird schön erläutert, dass die Panik ganz schön groß ist, dafür, dass sich eigentlich wenig ändert. Schließlich war das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) Vorlage für die neue EU-weite Verordnung. Hat sich bisher nur niemand dran gehalten - daher nun die Panik bei der Umsetzung (in Anbetracht der Bußgelder logisch). 
Dass die DSGVO erhebliche Probleme für die PR-Arbeit mit sich bringt und der deutsche Gesetzgeber dringend handeln muss (dass aber nicht mehr schafft), schreiben aktuell recht viele Jurist:innen. Auch für Private wird es ab dem 25. Mai juristisch brenzlig Fotos von Personen zu machen und sie zu veröffentlichen. Lösung: wieder analog fotografieren! Ähnliche Probleme gibt es ganz allgemein mit der Meinungsfreiheit: Dieser Blogpost erläutert den Konflikt mit der Europäischen Grundrechtecharta. Und zu guter letzt ein Interview: die DSGVO hilft for allem Beraterinnen und Anwälten.  
Daten schützen – bis es weh tut - F.A.Z. PLUS Daten schützen – bis es weh tut - F.A.Z. PLUS
Letzte Woche hatte ich einen Artikel im Newsletter über Künstliche Intelligenz, die die Arbeit von Jurist:innen übernimmt oder zumindest erleichtert. Aber auch im Jornalismus wird schon viel KI eingesetzt. Sportmeldungen können schon lange automatisiert geschrieben werden, aber auch die (Daten-)Recherche kann und wird mit Künstlicher Intelligenz immer leichter und unterstützt die Arbeit der Journalist:innen.
Dass KI zum Wohle und zur Unterstützung der Menschheit eingesetzt werden kann und muss, wird in diesem Meinungsbeitrag in der New York Times aufgezeigt. 
Reuters is taking a big gamble on AI-supported journalism | WIRED UK Reuters is taking a big gamble on AI-supported journalism | WIRED UK
Filterblasen! Auch so ein leidiges Buzzword, das ich nicht mehr hören kann. Überraschenderweise (ha ha) hat man jetzt herausgefunden, dass Filterblasen so nicht existieren, wie man immer meinte. Dass Leute mit einer bestimmten Meinung nur noch diese auf Social Media sehen und so radikalisiert werden, kann man so nicht festhalten. Sie sehen nämlich andere Meinungen, ignorieren sie nur, weil sie sie nicht für glaubwürdig halten. Filterblasen existierten auch schon immer. Niemand liest täglich mehrere Tageszeitungen um ein umfassendes Meinungsspektrum zu einem Thema zu bekommen. Über Social Media habe ich aber die Möglichkeiten leichter unterschiedliche Perspektiven zu erhalten. Ich muss es aber wollen! Das Problem sitzt wie so oft (siehe auch der Text zu Bots) vor dem Bildschirm
Aber: es gibt auch nicht kein Problem. Zeynep Tufekci schreibt für die New York Times, wie der Alogorithmus von YouTube einen radikalisieren kann, was nochmal zeigt, dass wir dringend über Alogorithmen, Ethik und Transparenz reden müssen. 
Deshalb ist "Filterblase" die blödeste Metapher des Internets - Motherboard Deshalb ist "Filterblase" die blödeste Metapher des Internets - Motherboard
Die Digitalisierung hat eigentlich das Potential mit smarten Technologien dazu beitzutragen, dass wir viel nachhaltiger und ressourcenarm handeln. Aber die Digitalisierung geht auch zu Lasten der Umwelt: Stomverbrauch alleine durch die Blockchain, die ganzen Rohstoffe, die wir für Smartphones, Tablets und Laptops brauchen (und die Umstände unter denen sie abgebaut werden). Ein nicht zu unterschätzendes Thema, dass wir eigentlich schon längst mittenken sollten!
Kommentar - Smart und grün muss sie sein - Wirtschaft - Süddeutsche.de Kommentar - Smart und grün muss sie sein - Wirtschaft - Süddeutsche.de
Die Digitalisierung in Ländern wie Indien und China zu beobachten ist immer sehr spannend, denn die Gesellschaft dort überspringt Steps, die wir durchlebt haben oder durchleben (weil wir vehement dran festhalten) und nutzt ganz neue Möglichkeiten sofort und ohne Skepsis (was ein großes Problem ist!). In Indien kann man nun mit WhatsApp zahlen oder sich gegenseitig Geld hin und her schicken. Prinzipiell gut, aber Facebook ist dort auch schon “das Internet”. Die Monopolmacht also nicht zu unterschätzen (dazu auch die Artikel zum Plattform-Kapitalismus). 
WhatsApp Could Shake Up Digital Payments in India - Bloomberg WhatsApp Could Shake Up Digital Payments in India - Bloomberg
Networking, personal Branding - und das alles online in sozialen Netzwerken. Wie wichtig, spannend und erfolgreich das sein kann, erzähle ich ja gerne und immer wieder. LinkedIn wird dabei auch für mich immer spannender. Während ich auf Facebook und Twitter ja alles teile, was mich so interessiert, oder ich witzig finde, versuche ich LinkedIn wirklich ausschließlich zum beruflichen und fachlichen Austausch zu nutzen. Und LinkedIn hat spannende Ideen um das Netzwerk noch relevanter zu machen. 
LinkedIn is full steam ahead in its embrace of news - Business Insider LinkedIn is full steam ahead in its embrace of news - Business Insider
BOTTOM OF THE LETTER
Jan Böhmermann 🤨
Horst Seehofer gehört nicht zu außerhalb von Bayern.
11:29 PM - 15 Mar 2018
Kristina Hänel
Die Länder mit den liberalsten Abtreibungsgesetzen haben die niedrigsten Abbruchzahlen. Sprechen wir über Lebensschutz, aber evidence based. Wer anderen Menschen den Tod wünscht, kann kein Lebensschützer sein.
11:26 PM - 15 Mar 2018
JoernPL
das #Kanzleramt zieht Teil der #Digitalisierung aus @BMI_Bund zu sich. Wird #Kompetenzwirrwarr noch verstärken: #ITSicherheit #EGovernment #OpenData #BSI etc. bleibt. Von anderen Häusern ganz zu schweigen! Eine Gesamtstrategie ist weiterhin nicht zu erkennen!
9:49 AM - 16 Mar 2018
Stephan Dörner 🇪🇺
Richard Socher, Chief Scientist bei Salesforce: Der Stand der Roboterforschung wird allgemein überschätzt. Was viele nicht wissen: Die Roboter in den beeindruckenden Videos von @BostonDynamics sind ferngesteuert. #SXSW #SXSW18
4:47 PM - 10 Mar 2018
Via: https://twitter.com/Percival/status/972790429384093696/
In der Hoffnung auf bald besseres Wetter....
via: https://www.boredpanda.com/i-photograph-my-cats-in-front-of-the-window-whenever-its-raining/
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