Im rechten Sumpf

Von Recherchegruppe affeu

Im rechten Sumpf #2: OPMOPS & S²UCRE - Riot Control & Massenüberwachung

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Im rechten Sumpf #2: OPMOPS & S²UCRE - Riot Control & Massenüberwachung
Von Recherchegruppe affeu • Ausgabe #2 • Im Browser ansehen
Liebe LeserInnen,
unsere Freiheit stirbt mit Sicherheit und deshalb widmen wir uns in dieser Schwerpunktausgabe einem Thema, dass uns schon seit einigen Jahren umtreibt: Versuchskaninchen, Algorithmen, Drohnen und Versammlungsrecht.

Civil Security Framework - It's all about Pre-Crime & Behavior Control
Förderzeitraum: 2018-2023
Unter dem Begriff „Civil Security Framework“ forschen Deutschland und Frankreich derzeit an einer Hard- und Softwarelösung um im Gefahrenfall, auf Großveranstaltungen und im öffentlichen Raum Dynamiken und Verhalten von Menschengruppen und Individuen vorherzusagen.
Das primäre Ziel des Frameworks ist es, 3 Minuten in die Zukunft „schauen“ zu können. Also Abschätzungen zu machen, wie eine Situation sich entwickeln wird oder ob z.B. eine Einzelperson gefährlich wird. Die Tools sollen sowohl zur Einsatzplanung dienen als auch in Echtzeit Lösungsvorschläge anbieten und auf entstehende Gefahren hinweisen und diese bereits im Vorfeld verhindern.
Aus den publizierten Projektberichten geht hervor, dass alle Module als Plugin funktionieren sollen und erweiterbar sein müssen. So sind Smart-City-Daten, Smart-Home, IoT etc. als zukünftige Datenquellen vorgesehen. Auch Anbindungen an Augmented Reality und vernetzte Einsatzkräfte ist in Planung (Smart-Cop). Auch das Abschöpfen und Verarbeiten von Social-Media-Daten in Echtzeit soll ermöglicht werden.
Beteiligte Institutionen (Auszug)
  • TU Kaiserslautern (Mathematik & Soziologie)
  • KIT
  • Fraunhofer (Karslruhe & München)
  • Hochschule der Polizei Mainz
  • Hochschule für Verwaltung Speyer
  • Hochschule Landau (Genaue Beteiligung konnte nicht recherchiert werden)
  • Universität Haute-Alsace, CERDACC
  • Universität Rennes (INRIA)
  • Franz. Gendarmerie
  • Universität Haute-Alsace
Die Forschungskooperation verfolgt monetäre Zwecke. Es fanden bereits erste, mit Fremdmitteln finanzierte, Ausgründungen durch Projektpartner statt. Es ist auch klar im Projektplan festgelegt, dass ein Verkauf des Frameworks an Drittstaaten vorgesehen ist.
Beteiligte Firmen (Auszug)
  • Onhys (FR) (Spezialisiert auf Simulation von Menschenmassen)
  • VirtualcitySystems GmbH (Echtzeitvisualisierungen & -Simulationen, 3D-Mapping)
  • accu:rate GmbH Institute for crowd simulation
In diesem Artikel gehen wir vertieft auf die Module S²UCRE und OPMOPS ein aber auch das Projekt DRUSEC soll an dieser Stelle genannt werden:
Die Teilprojekte S²UCRE & OPMOPS
Was ist S²UCRE?
Instagrampost eines Projektbeteiligten. Unkenntlichmachung: affeu
Instagrampost eines Projektbeteiligten. Unkenntlichmachung: affeu
Projektposter
Projektposter
Was sich in den Projektbeschreibungen so schön liest ist leider nur ein Teil der Warheit. S²UCRE kann und wird für verschiedene Aufgabenbereiche eingesetzt, die wenig bis gar nichts mit Veranstaltungssicherheit zu tun haben.
Bei den G20-Ermittlungen probt die Polizei die Totalüberwachung
Mannheim startet Videoüberwachung mit Verhaltensscannern
Videoüberwachung in Mannheim: Kameras lernen, Schläger zu erkennen - Baden-Württemberg - Stuttgarter Nachrichten
Worum geht es bei OPMOPS?
Das Vorhaben erarbeitet eine digitale Entscheidungshilfe, um Großveranstaltungen sicherer zu gestalten. Soziale Interaktionen und gruppenspezifische Verhaltensweisen werden mit neuesten soziologischen Modellen durch mathematische Simulationen abgebildet. Diese werden permanent mit der realen Situation verglichen, die mittels aktueller Videodaten erhoben wird. Eine dreidimensionale Visualisierungssoftware analysiert das Geschehen in Echtzeit, errechnet Situationsprognosen und leitet Empfehlungen beispielsweise zu Personaleinsatz, Routenführung und Notfallplanung ab. Rechtliche Aspekte fließen von Beginn an in die Entscheidungsfindung ein und stellen die Angemessenheit der Handlungsoptionen sicher.
Förderungssumme: 2,2 Mio €
Förderungszeitraum: 09/20178 - 08/2020
„Demonstrationen und Kundgebungen sind zu einem wichtigen Thema für die städtische Sicherheit geworden. Tatsächlich können die Forderungen von Demonstranten und Gegnern mit Gewalt beantwortet werden, während diese Demonstranten selbst Ziel feindlicher Aktionen sein können, sei es von Gegendemonstranten oder terroristischen Bewegungen. Die Entwicklung des OPMoPS-Tools entspricht den Bedürfnissen der Sicherheitskräfte und hängt auch von der Erforschung des sozialen Verhaltens von Demonstranten und Gegnern ab. Ziel dieses Projekts ist es, zu untersuchen, wie sich die Strafverfolgungsbehörden während einer Veranstaltung durch Modellierung und Erprobung in Kombination mit Simulationsmethoden, die es ermöglichen, mehrere Risikoszenarien zu antizipieren, positionieren und entwickeln sollten.“
Revue N°267
affeu
#OPMOPS Wir gruseln uns grade beim Lesen eines französischen Sifo-Artikels über voll supidupi Riotcotrol-Software. Ein kleiner Thread in Zitaten:

"Intelligente Systeme für eine subtile Analyse des Verhaltens innerhalb von Menschenmengen" 1/x
Feldversuche bei Demonstrationen in #Kandel
Symbolbild: Demonstration in Kandel, 12.01.2019.
Symbolbild: Demonstration in Kandel, 12.01.2019.
Guten Tag wir sind Wissenschaftler und möchten Sie gerne beim Demonstrieren vermessen!
2018 rückten die Demonstrationen im rheinland-pfälzischen Kandel nicht nur in den Fokus der öffentlichen Berichterstattung sondern auch der Forschung. Genauer der TU-Kaiserslautern, Fachbereich Stadtsoziologie und der Hochschule der Polizei Mainz. Beides Partner im Projekt OPMOPS.
Die örtliche Recherchegruppe Antifaschistische Aktion Südpfalz schrieb in ihrem Dossier vom 20.10.2018 unter dem Titel - Der Themenkomplex “Kandel-Demonstrationen” vor dem Hintergrund der OpMoPS-Studie:
“Bei einem der letzten Kooperationsgespräche im Sommer trafen die Anmelder des Gegenprotestes auf sage und schreibe 10 (!) Personen. Da die meisten der Anwesenden nicht bekannt waren bzw. auch keinen Wert darauf zu legen schienen, sich wenigstens aus Gründen der Höflichkeit mit Namen vorzustellen wie es in „normalen“ Kooperationsgesprächen durchaus üblich ist, konnte zu diesem Zeitpunkt nur gemutmaßt werden, wer aus welchem Grund dem Termin beiwohnte. (…) Für die Polizei RLP saßen drei Herren am Tisch. Unter ihnen war auch der (mutmaßliche) Vorgesetzte des Einsatzleiters mit Dienstgrad „Erster Polizeihauptkommissar“ (5 Sterne), dem höchsten Dienstgrad im gehobenen Polizeidienst in Rheinland-Pfalz. Für eine Demonstration in Kandel mit zu erwartender Beteiligung von ca. 300 Menschen bei beiden Demos! (…) Dies wirft natürlich die Frage auf, weshalb in Kandel ein derartiger Aufwand seitens der Sicherheitsbehörden betrieben wird.
Ergänzung: Bei der Demonstration am 06.10.2018 fungierte erstmals ein Erster Polizeihauptkommissar als Einsatzleiter vor Ort.”
Laut Kandel gegen Rechts wurde das Bündnis im Juli 2018 um ein Treffen mit einer Mitarbeiterin der TU-Kaiserslautern gebeten. Das Treffen fand kurz vor der, für den 04.08.2018 geplanten Demo, mit zwei VertreterInnen des Bündnisses in Kandel statt. Die Antifaschistische Aktion Südpfalz schreibt dazu:
“Das Gespräch wurde in Interviewform geführt und von der Dame der TU aufgezeichnet. Berichten der beteiligten Aktivisten zu Folge war es ein relativ offenes Gespräch, in dem die Vertreterin der TU hauptsächlich Fragen zur Planung und zum Ablauf der Demos, zur Situation in Kandel an sich sowie zu Sicherheitsbedenken und Befürchtungen des Gegenprotestes stellte. Sie führte weiterhin aus, wie am Tag der Demo die Mitarbeiter der TU KL konkret vorgehen, um entsprechendes Datenmaterial zu sammeln. Dies sollte so aussehen, dass die anwesenden Demonstranten von Mitarbeitern der TU anhand von Fragebögen vor, während und nach der Demo interviewt werden. Zudem sollten die Aktivisten mit sogenannten Fitness-Trackern am Handgelenk ausgestattet werden, um fortwährend ein BioFeedback in der Demonstrations-Situation zu erhalten und verwertbare Daten in Stresssituationen sammeln zu können. Die Mitarbeiterin der TU gab auf Anfrage an, dass das rechte Frauenbündnis eine Zusammenarbeit abgelehnt hat.
Die beiden Aktivisten hielten noch am gleichen Tag Rücksprache mit Leuten aus dem Bündnis und man entschloss sich gegen eine Teilnahme an der Studie. Eine Absage per email wurde von der TU KL dann wie folgt beantwortet:”
Quelle: Antifaschistische Aktion Südpfalz, Screenshot aus Dossier
Quelle: Antifaschistische Aktion Südpfalz, Screenshot aus Dossier
Merkwürdigkeiten bei der Demonstration vom 04.08.2022
Laut Augenzeugenberichten waren am 04.08.18 bereits StudentInnen der TU-Kaiserslautern mit Fragebögen unterwegs und mischten sich unter die TeilnemerhInnen der beiden politschen Lager. Eine archivierte Stellenausschreibung für einen HiWi-Job belegt weiter die umfangreiche Datenherhebung der TU-Kaiserslautern.
HiWi-Jobangebot für 4. August 2018 in Kandel. Unkenntlichmachung: affeu
HiWi-Jobangebot für 4. August 2018 in Kandel. Unkenntlichmachung: affeu
Beobachter News berichtete über das weitere Versammlungsgeschehen:
Rechter Spaziergang durch leere Straßen
Merkwürdigkeiten & Polizeigewalt bei der Demonstration vom 06.10.2020:
Entgegen der vorherigen Absage der TU-Kaiserslautern wurde dennoch eine Gruppe StudentInnen nach Kandel geschickt um Daten zu erheben. Antifaschistische Aktion Südpfalz beschreibt es wie folgt:
“In der Demo am 06. Oktober tauchten mehrere Mitarbeiter der TU KL im Demonstrationszug des Gegenprotestes auf und sprachen die Teilnehmer an, um den Fragebogen mit ihnen zusammen auszufüllen. Darauf hingewiesene Ordner informierten jedoch umgehend den Versammlungsleiter der Gegendemo, woraufhin dieser die Damen und Herren anwies ihre Arbeit einzustellen.”
Im weiteren Versammlungsverlauf kam es im Dierbachweg zu einem Zwischenfall, als ein Teilnehmer der Demonstration des rechtsextremen “Frauenbündnis Kandel” von AntifaschistInnen am weitergehen gehindert wurde, woraufhin die Polizei Schlagstock und Pfefferspray gegen die linken DemonstrantInnen einsetzte. Dabei wurde ein Teilnehmer der linken Demonstration verletzt und erlitt eine Platzwunde. Unmittelbar nachdem sich die Lage beruhigte versuchten StudentInnen der TU-Kaiserslautern Interviews mit den anwesenden DemonstrantInnen zu führen.
Ebenso gab es einen Zwischenfall mit einem Polizeihund, bei dem ein Teilnehmer der Demonstration von Kandel gegen Rechts, durch Bisse schwer verletzt wurde.
Kommunalinfo-Mannheim schreibt dazu: “Einer der Beamten führte einen Hund ohne Maulkorb mit sich, der von Anfang an aggressiv und angriffslustig war. Der Hund reagierte unkontrolliert und als der Mann sein Bein hob, als Schutzreaktion vor dem Hund, ließ der Polizist seinen Hund los. Dieser verbiss sich sofort in das Bein des Demonstranten und anschließend in den Arm. Währenddessen kamen mehrere Polizist*Innen hinzu, die den Mann zu Boden drückten, schlugen und fesselten. Obwohl der Mann schon lange überwältigt war, ließ der Hund die ganze Zeit nicht von ihm ab und biss weiter zu (…) Zeugen sprachen uns gegenüber davon, dass der Hund deutlich sichtbar, sehr aggressiv gegenüber allen Personen selbst gegen Polizeibeamten war und der Diensthundeführer ihn absolut nicht unter Kontrolle hatte. Aufgrund uns vorliegenden Videos und Bilder dieses Einsatzes kann man den Zeugenaussagen durchaus Glauben schenken.”
Hierzu merkte Antifaschistische Aktion Südpfalz an:
“Eine direkte Konfrontation mit dem Frauenbündnis von dieser Seite der Rheinstraße aus wurde durch bereits vorhandene Hamburger Gitter auf Höhe des Dönerladens verhindert. Und das, obwohl aus dieser Richtung nie Protest angemeldet war. Man könnte also annehmen, dass der Dierbachweg und der VR-Bank Parkplatz, der im Laufe des Tages noch einmal Schauplatz eines Vorfalls werden sollte, das lancierte Nadelöhr war, um in der Livesituation die Parameter davon „friedlichen Demonstrationssituationen“ hin zu „Konfliktsituationen“ zu verändern, ohne die polizeiliche Kontrolle gänzlich aus der Hand zu geben. Doch weshalb hätte die Einsatzleitung dies tun sollen?”
Kandel: Rechte Demo und Gegendemos – Verletzter nach Biss von Polizeihund – Kommunalinfo Mannheim
Auch die Rheinpfalz berichtete:
Screenshot: Artikel in der Rheinpfalz
Screenshot: Artikel in der Rheinpfalz
Screenshot: Artikel in der Rheinpfalz
Screenshot: Artikel in der Rheinpfalz
Screenshot: Artikel in der Rheinpfalz
Screenshot: Artikel in der Rheinpfalz
Kandeler Demos sind Forschungsobjekt - Kreis Germersheim - DIE RHEINPFALZ
Zur Sache: Die Ziele von OPMOPS - Kreis Germersheim - DIE RHEINPFALZ
Impressionen von der Demo am 06.10.2018
Impressionen von der Demo am 06.10.2018
Unter Laborbedingungen: Die Demonstrationen am 03.11.2018
Nachdem bereits am 04.08. und 06.10.18 Daten mittels Fragebögen bei den VersammlungsteilnehmerInnen beider politischer Lager durch die TU-Kaiserslautern erhoben wurden, scheint es, dass für den 03.11.2018 die finale Phase für OPMOPS eingeläutet wurde: Ein Einsatz der Tools unter realen Bedingungen um die verschiedenen Simulationen mit der Realität abzugleichen.
Das Bündnis Kandel gegen Rechts hatte für diesen Tag 13 Mahnwachen an verschiedenen Orten im Stadtgebiet angemeldet.
Die Rechte der DemonstrantInnen wurden laut Antifschistische Aktion Südpfalz massiv verletzt (Dossier vom 11.11.2018):
“Alle Beteiligten waren sich einig: Der Demo-Tag am 03.11.2018 in Kandel hob sich komplett von allen vorherigen Demotagen ab! Die über Monate hart erkämpften Zugeständnisse seitens der KV (Kreisverwaltung A.d.R.) wurden mit einem Mal weggewischt. (…)
Nachdem das rechtsradikale Frauenbündnis zusammen mit zwei befreundeten Organisationen insgesamt drei Kundgebungen auf dem Kandeler Marktplatz angemeldet hatte und auf seiner Facebook-Seite zwei getrennte Demonstrationszüge ankündigte, schien die Strategie des Gegenprotestes mit vielen verschiedenen Mahnwachen (13) an den (möglichen) Demorouten der Nazis aufzugehen. Wenn, ja wenn die zuständige Versammlungsbehörde in der Kreisverwaltung Germersheim nicht kurzerhand 11 dieser Mahnwachen ohne Kooperationsgespräch verlegt hätte. Keiner dieser verlegten Mahnwachen hätte in Sicht-und Hörweite stattfinden können, was de facto eine Einschränkung des Demonstrationsrechtes bedeutet und zwar in einer ganz neuen Dimension! Obwohl bereits Mitte Oktober die Anmeldungen zu diesen Mahnwachen bei der KV eingingen, stellte die Behörde die Bescheide mit den veränderten Standorten genau an dem Vorabend zu Allerheilligen zu. Eine generelle Umplanung war somit nicht mehr möglich, da die 48-Stundenfrist von Anmeldung bis Demonstrationsbeginn nicht mehr einzuhalten gewesen wäre. Der Gegenprotest ging deshalb den Rechtsweg und beauftragte einen Anwalt, beim zuständigen Verwaltungsgericht in Neustadt in Eilanträgen gegen vier der Bescheide Einspruch einzulegen. Das Ergebnis: Alle Einsprüche wurden am 02.11.2018 abgelehnt! Eine schriftliche Begründung würde dann in der Folgewoche zugestellt werden, womit der weitere Rechtsweg zur nächsten Instanz vor dem Demotag nicht mehr möglich war.”
Die Versammlungslage am 03.11.18 lässt sich am ehesten als dynamisch bis chaotisch bezeichnen. Nachdem einige Mahnwachen verlegt wurden und andere von den Veranstaltern abgesagt, zerfiel der Hauptzug der linken Gegendemonstration im Verlauf des Tages in Kleingruppen, die sich unabhängig durch die Kleinstadt bewegten.
Auffällig war an diesem Tag der Polizeihubschrauber, der ohne Unterbrechung bewegungslos über der geometischen Mitte des zu erwartenden Versammlungsgeschehens schwebte und mit einer großen Kamera ausgerüstet war, die senkrecht nach unten gerichtet war.
Eine weitere Besonderheit war an diesem Tag, dass erstmals seit Monaten wieder eine breite Mobilisierung beim Gegenprotest stattfand.
Polizeihubschrauber im Einsatz am 03.11.2018
Polizeihubschrauber im Einsatz am 03.11.2018
Kandel mit eingezeichnetem Versammlungsgebiet
Kandel mit eingezeichnetem Versammlungsgebiet
Sitzblockade gegen rechte Demo
Kandel: Rechtes Frauenbündnis kneift kurzerhand – Hunderte gehen für Demokratie, Vielfalt und Antifaschismus auf die Straße (mit Fotogalerie) – Kommunalinfo Mannheim
Kandel - Kurios, mindestens - Politik - SZ.de
Weitere Hintergrundinfos zum Demonstrationsgeschehen in Kandel finden Sie hier:
KgR Presseschau Dez. 2017 - Mai 2019
AfD, Reichsbürger, Faschisten & Q-Anon: Die Personen und Netzwerke hinter den Kandel-Demos
Rechtliche Aspekte
Vom 24. bis 25.9.2018 fand im französischen Mulhouse eine Konferenz statt, bei der die verschiedenen Projektpartner über das weitere Vorgehen und den aktuellen Status der Teilprojekte sprachen.
Den vollständigen Bericht finden Sie hier zum Download als PDF: Report of Franco-German Experts on Global Security /Civil Security (GS/CS) Research
Insbesondere juristische Feinheiten in Deutschland schienen die beteiligten Projektpartner vor Herausforderungen zu stellen.
While S2SUCRE and OPMOPS incorporate judicial aspects such as fundamental rights (e.g., right to demonstrate), data protection, and privacy, CODISP and DRUSEC mainly seem to address sociological and ethnographical research questions.
Research in social sciences and law could lead also to a better understanding of the tricky balance between security and liberty. In doing so, research could lay the foundations for the further development of law and policies, so that society can maintain their liberal character while security authorities can keep their ability to act under the condition of highly dynamic emerging risks. A core topic in this regard is to improve inter-organizational cooperation between different state actors (in particular police and intelligence but also the military) as well as between state and non-state actors.
Apart from this, building technology to gather data from communication platforms and channels in order to build models and to finally run automated monitoring and analysis based on these models, faces numerous legal issues that have not yet been solved. Violent oriented behavior may slowly develop out of a more general poliRcal opinion, which is under special protection of privacy laws in Germany. Concepts how to deal with these issues need to be developed. This must include technical (e.g. privacy-friendly data mining, aggregated crawling, strong pseudonymization) as well as legal aspects.
Verschlüsselung als Problem für das Framework
A different challenge in addressing radicalisation and terrorism is monitoring of communication between involved parties using encrypted channels, steganography and anonymization networks (aka Darknets) like TOR. This includes the need for forensic hacking, the role of encryption in our digital society, the ethical discussion of anonymization networks and many other aspects.
Juristische Bedenken zum Einsatz von Drohnen in Deutschland
Arbeitsteilung zwischen Deutschland und Frankreich
Deutschland ist mit seinen ganzen juristischen Fallstricken nun wirklich kein leichtes Feld für die Forschung, vor allem wenn diese die geschütztesten Rechte der Bevölkerung tangiert.
Die Vorhersage des Verhaltens von einzelnen Personen lässt sich in Deutschland nicht wissenschaftlich erforschen, weil unsere Gesetzte sowas schlicht unmöglich machen. Aber es gibt ja noch Frankreich. Dank des seit Jahren aufrechterhaltenen Ausnahmezustandes ist es in Frankreich durchaus erlaubt, sich mit genau diesen Fragen zu Beschäftigen. Und da kommen die französischen Projektpartner ins Spiel.
Status Quo
Wir gehen davon aus, dass S²UCRE einsatzbereit ist und bereits vielfach verwendet wurde. Die Unterstützung bei der Bildauswertung im Nachgang zu G20 in Hamburg und die Testfelder in Mannheim zeigen das Potential der Sofware.
OPMOPS steht unserer Meinung nach kurz vor der Serienreife, die mathematischen Vorhersagemodelle zum Verhalten von Menschenmassen sind scheinbar soweit korrekt, dass sie von jetzt an großflächig eingesetzt werden können.
Auch der vermehrte Einsatz von Kleinstdrohnen ist unserer Auffassung nach ein Indiz dafür, dass alle relevanten technischen und juristischen Mittel vorhanden sind und eingesetzt werden.
Gerade Polizeidrohnen werden durch den immer häufigeren Einsatz in der zivilgesellschaftlichen Wahrnehmung normalisiert.
Vom Ende der Freiheit
Neben vielen sinnvollen Anwendungsbereichen für das Security-Framework, wie zum Beispiel beim Evakuieren von Bahnhöfen, Sportstadien oder auch bei der Planung von Veranstaltungen gibt es auch Aspekte, die sich sehr leicht für freiheitsbeschränkende Maßnahmen umbauen lassen. Gerade die Bereiche Verhaltensvorhersage, -Analyse und -Erkennung, Gesichtserkennung und Kontrolle von Versammlungsverläufen wecken rechtskonservative Begehrlichkeiten.
Ebenso muss der jüngste Vorstoß zu staatlichen Backdoors in verschlüsselter Kommunikation vor dem Hintergrund des Security-Frameworks neu bewertet werden.
Und auch die Verknüpfung der verschiedenen EU-Datenbanken (Stichwort: Prüm-II) sind ein logischer und für das Gesamtprojekt notwendiger Schritt. https://www.telefi-project.eu/sites/default/files/TELEFI_SummaryReport.pdf#page=161
affeu
Gesichtserkennung & Ermittlungsakten sollen europaweit vernetzen werden. Warning against criminalisation of aiding refugees. Warnung vor Kriminalisierung der Flüchtlingshilfe. #EWSA #EPRIS #Europa #Deutschland #BKA #Italien #Griechenland #Ungarn https://t.co/Gjqrl8QcSM https://t.co/lKNww3aEzi
Mit Blick auf den evtl. Einsatz der Systeme in Gefängnissen, bei Massenlagern an den europäischen Aussengrenzen oder der sogenannten illegalen Einreise (Frontex), muss geprüft werden, ob eine Verwendung der Systeme vorgesehen ist oder bereits statt findet.
Zu keiner dieser Fragen hat das Forschungskonsortium für uns befriedigende Antworten & Mechanismen gefunden, um einen missbräuchlichen Einsatz auszuschließen.
Kommentar von Andeas Lapos in der Rheinpfalz
Kommentar von Andeas Lapos in der Rheinpfalz
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