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Neue Arbeit: Flexibilität wird ohne Regeln zum Problem

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Neue Arbeit: Flexibilität wird ohne Regeln zum Problem
Von Daniel Jungblut | KölnSPD • Ausgabe #28 • Im Browser ansehen
Glück auf!
Arbeit wird immer flexibler, vor allem in der sogenannten Wissensarbeit. Viele Menschen begrüßen das. Eine Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institutes (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hat jetzt allerdings ergeben, dass diese Entwicklung mit Maßnahmen zum Arbeitsschutz flankiert werden muss: Wenn Arbeit über Projekte oder Deadlines organisiert wird, steigt die Gefahr von Stresserkrankungen oder Burnout.
Die Studie stützt sich auf aktuelle Ergebnisse aus der repräsentativen Erwerbstätigenbefragung der Stiftung und dem aktuellen Stand der arbeitssoziologischen und -medizinischen Forschung. Angesichts von Multitasking, agilem und mobilem Arbeiten, von internationaler Vernetzung und umfassender digitaler Erreichbarkeit betonen die Autorinnen:
Eine vereinbarkeits- und gesundheitsförderliche Flexibilisierung der Arbeitszeit hängt sowohl von einem starken Arbeitszeitgesetz und Arbeitsschutzgesetz, als auch von einer transparenten und im Betrieb verbindlich geregelten Arbeitszeiterfassung ab.
Aktuell drängen verschiedene Akteure auf eine Flexibilisierung der Arbeitszeit, allerdings mit unterschiedlicher Motivation. Die Gewerkschaften, die SPD, die Grünen und die Linken fordern, dass Beschäftigte selbst stärker über ihre Arbeitszeit bestimmen sollten. Selbstbestimmte Arbeitszeiten wirken sich in der Regeln positiv auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben aus. Arbeitgeberverbände und die FDP zielen wiederum darauf ab, längere tägliche Arbeitszeiten zu erlauben. Wenn Beschäftigte allerdings dauernd Überstunden leisten oder im Homeoffice ständig erreichbar sein müssen, leidet darunter die Gesundheit.
Laut WSI-Studie machen Beschäftigte im Homeoffice aktuell fast doppelt so viele Überstunden, wenn die Arbeitszeit nicht aufgezeichnet wird. Statt Abweichungen von den täglichen Erholungszeiten zu begünstigen, empfiehlt die Böckler-Stiftung deshalb eine betriebliche Arbeitszeiterfassung, insbesondere bei mobiler Arbeit. Das forderte vor etwa zwei Jahren auch schon der Europäischen Gerichtshof. Die Debatte in Deutschland dauert jedoch weiter an.
Ansonsten in den Nachrichten:
  • Streit bei Volkswagen
  • Weibliche Dax-Vorstände verdienen mehr als Männer
  • Gesetzliche Ruhezeiten oft missachtet
  • Persönliche Gespräche auf der Arbeit
  • Weniger Kurzarbeit in Deutschland
  • Arbeitsmigration und Löhne
  • Bürgergeld und Rente
  • Neuaufstellung der Bahn
  • Strukturhilfen für Kohleregionen

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Daniel Jungblut | KölnSPD

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