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Neue Arbeit: Die soziale Schere geht weiter auseinander

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Neue Arbeit: Die soziale Schere geht weiter auseinander
Von Daniel Jungblut | KölnSPD • Ausgabe #31 • Im Browser ansehen
Am 8. Dezember findet der Tag der Bildung statt, ein Aktionstag der Kultusministerkonferenz. Der Tag soll das Thema Bildung ins öffentliche Bewusstsein rücken und entsprechende Initiativen sichtbar machen . Dieses Jahr widmet man sich dem Thema „Lernen und Lehren in Zeiten digitaler Transformation“, in Anlehnung an das Schwerpunktthema der diesjährigen Präsidentschaft der Konferenz. 
Im Vorfeld sorgt nun eine Studie für Aufsehen: In einer repräsentativen Forsa-Befragung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 21 Jahren stimmten lediglich 39% der Aussage zu, dass in Deutschland alle Kinder unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft die gleichen Chancen auf eine gute Bildung hätten. Ganze 59% sehen das nicht so. Forsa führt diese Befragung regelmäßig durch, die aktuellen Werte sind die schlechtesten seit der ersten Umfrage dieser Art von 2015.
Über die Studie soll nun am 8. Dezember diskutiert werden, unter anderem mit der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, der brandenburgischen Bildungsministerin Britta Ernst.
Für Ernst wird dieser Mittwoch also sehr interessant - nicht zuletzt weil ihr Ehemann, Olaf Scholz, am selben Tag zum neuen Bundeskanzler gewählt werden soll.
Das Ehepaar dürfte an diesem Tag also genau hinhören, denn die Ergebnisse fügen sich in ein Bild, das Forscher schon seit längerem von Deutschland zeichnen: Die soziale Schere geht hierzulande immer weiter auseinander. Scholz adressierte diese Tatsache im Wahlkampf mit seiner Forderung nach mehr Respekt für die jeweiligen Lebensleistungen.
Denn die Mittelschicht schrumpft deutlich, einer aktuellen OECD-Studie zufolge sind immer mehr Menschen in Deutschland abstiegsgefährdet: 2018 zählten 64 Prozent der Bevölkerung zur mittleren Einkommensgruppe, 1995 waren es noch 70 Prozent. Bildung spielt dabei eine besondere Rolle. Denn der Anteil der 25- bis 35-Jährigen mit niedrigem oder mittlerem Bildungsniveau, die umgekehrt den Aufstieg in die Mittelschicht schaffen, sank in diesem Zeitraum ebenfalls.
Eine Autorin der Studie, Valentina Consiglio, macht für diese Entwicklung auch die Coronakrise verantwortlich:
Bildungsrückstände, die durch die Pandemie entstanden sind, müssen dringend aufgeholt werden, sonst wird vielen der mühsame Aufstieg in die Mittelschicht zusätzlich erschwert.
Um die Mittelschicht zu stärken, müssten Consiglio zufolge nun bundesweit Barrieren auf dem Arbeitsmarkt abgebaut und auch Frauen stärker gefördert werden. Letztere arbeiteten zwar häufiger als früher, aber oft in Teilzeit und in Tätigkeiten, für die sie überqualifiziert seien:
Wollen wir die Mittelschicht stärken, sollten Umfang und Qualität der Jobs von Frauen verbessert werden.
Bleibt zu hoffen, dass das Thema bei Ernst und Scholz in guten Händen liegt.
Ansonsten in den Nachrichten:
  • Sinkende Arbeitsmotivation
  • Beteiligung am Home Office
  • Arbeitsmarkt im Umbruch
  • Lohnerhöhungen unterhalb der Inflation
  • IT-Spezialist:innen auf Jobsuche
  • Pflichtarbeitsplätze für Schwerbehinderte

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Daniel Jungblut | KölnSPD

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